*+* Chris Karlden: „Der Todesprophet“ *+*

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Ben ist Journalist und berichtet von den schrecklichsten Schauplätzen der Welt. Er will die Menschen informieren und aufrütteln. Dass er dabei nicht nur Schreckliches sieht, sondern möglicherweise auch selbst mal dem Grauen ins Auge blicken muss, ist das ständige Risiko, das ihn auf seinen Dienstreisen begleitet. Vor gut einem Jahr hat er leider tatsächlich Grausames am eigenen Leib erfahren müssen. Nur schwer kommt er mit den Erlebnissen klar. Immer wieder stehlen sie sich in seine Gedanken und sobald Ben ein lautes Geräusch hört, ereilt ihn ein brutales Flashback, manchmal hat er auch Erinnerungslücken. Vor professioneller Hilfe verschließt er sich ebenso wie vor den guten, liebevollen Ratschlägen und Bitten seiner Frau Nicole, weshalb sie ihn mit der gemeinsamen Tochter verlässt.

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, dass der traumatisierte Journalist nun alleine sein Leben meistern muss, wird er, ehe er sich versieht, zum Hauptverdächtigen in zwei Mordfällen. Ich war hin- und hergerissen, schließlich wusste ich von Bens Aussetzern und seinen gelegentlichen Gedächtnislücken. Schon zu Beginn grübelte ich äußerst intensiv und mein Miss-Marple-Gen überschlug sich förmlich.
Warum sollte er nicht wirklich der Mörder sein und so unbewusst die schlimmen Dinge verarbeiten, mit denen er immer wieder in den Kriegsgebieten konfrontiert wurde?
Oder wollte ihm da jemand etwas anhängen, der akribisch Bens Alltag beobachtet hat und nun die Spuren auf ihn lenken will? Aber warum nur? Einen Zusammenhang sah ich eigentlich nicht und viele meiner Gedanken waren wohl eher meinem hohen Thrillerkonsum geschuldet.
Gut möglich auch, dass Ben rein zufällig ins Fadenkreuz der Taten geriet….
Das Katz- und Mausspiel des Täters aber auch das des Autors mit mir machte mich schier wahnsinnig!

Es ist schrecklich und faszinierend zugleich, wenn der favorisierte eigene Hauptverdächtige von Kapitel zu Kapitel wechselt. Als Leser tappte ich ebenso im Dunkeln wie die Polizei und selbst als ich endlich den Dreh- und Angelpunkt erkannt hatte, und erahnte, welche Person verantwortlich für die Morde war, bescherte mir der Autor noch einige Überraschungen und zauberte ein paar Wenden aus dem Spannungshut.

Thriller gehören zu meinen Lieblings-Genres und ich bin mit der Zeit sehr anspruchsvoll und mäkelig geworden, aber bei „Der Todesprophet“ habe ich nicht ein einziges Haar in der Suppe gefunden. Der Spannungsbogen ist permanent auf hohem Niveau – und es gibt durch die üblen Vorkommnisse nicht nur die offensichtliche Spannung, an vielen Stellen ist sie zusätzlich auch noch subtil spürbar. Die Angst kroch mir oft in die Seele, weil das Grauen lange Zeit wie ein nebulöses Gespenst durch die Geschichte waberte. Sowohl die Handlung voller Irrungen, Wirrungen und Wenden, als auch die involvierten Personen – die Charaktere waren ebenfalls oft unberechenbar und teilweise mit einem Hang zum Bösartigen ausgestattet – zudem die Blicke in Bens gequälte Seele ließen mich den Thriller nur äußerst ungerne aus der Hand legen. Das war Schnappatmungs-Lesen in Perfektion!

Aber nicht nur der Spannungs-Aspekt, der bei Krimi und Thriller ein hohes Gewicht hat, kann hier voll punkten. Ebenso hat mich die perfekte Konstruktion der Geschichte überzeugt, an jedes noch so kleine Detail wurde gedacht. Chris Karlden hat nichts dem Zufall überlassen und alles lückenlos und schlüssig aufgelöst. Fast noch besser hat mir gefallen, dass der Epilog quasi nach einem weiteren Teil schreit!!

Inhalt
Ein Mörder mit einer grausamen Botschaft.
Ein Mann, der ihn aufhalten muss, um nicht alles zu verlieren.

Ein Jahr ist es her, dass der Journalist Ben Weidner in Äthiopien Grausames erlebte. Seitdem leidet er unter Panikattacken und Erinnerungslücken. Auch seine Beziehung zu Nicole, der Mutter der gemeinsamen Tochter Lisa, ist am Ende. Als Ben die Leiche einer Frau findet, deuten erste Hinweise auf ihn als Mörder. Bei dem Versuch, seine Unschuld zu beweisen, gerät Ben mehr und mehr in ein Netz aus unglücklichen Verstrickungen. Schon bald beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit, bei dem ihn seine Vergangenheit einholt und weit mehr auf dem Spiel steht als nur der Verlust seiner Freiheit.

Chris Karlden – ein neuer Star unter den deutschen Thrillerautoren.

Autor
Chris Karlden, Jahrgang 1971, hat Rechtswissenschaften studiert und arbeitet derzeit als Jurist in der Gesundheitsbranche. Er lebt mit seiner Familie im Südwesten Deutschlands. Sein erster Psychothriller »Monströs« war bereits ein großer Erfolg. Mehr zum Autor unter http://www.chriskarlden.de
Quelle: Aufbau Verlag

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*+* Kai Meyer: „Die Gebannte“ *+*

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Der dritte Teil der Trilogie „Die Alchimistin“ spielt in Prag.
Auras große Liebe Gillian wird in der Goldenen Stadt gefangen gehalten. Sie setzt alles daran, ihn zu finden und zu befreien. Prag ist „die Hauptstadt der Alchimie“ und fest in der Hand von Okkultisten“. Somit wird die geplante Befreiung zu einem schweren Unterfangen. Aura gerät oft selbst in Gefahr, lernt Menschen kennen, mit denen der Umgang wie ein Ritt auf der Rasierklinge anmutet. Sie macht Bekanntschaft mit Wesen, deren Ursprung nicht nur sie selbst, sondern auch der neugieige Leser ergründen möchte. Weiterlesen

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*+* Wochenshow #38 *+*

*+* Neuzugänge *+* Gelesen, gehört, rezensiert *+* Und sonst so… *+* Buchiges Buffet *+*
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*+* Neuzugänge *+*
Von den Buchflüsterern ist „Vor dem Fall“ angekommen. Es sei „eine virtuose Mischung aus Krimi, Thriller und Komödie“ – ich lasse mich gerne überraschen, was mich bei diesem Überraschungstitel erwartet.
Die beiden anderen Bücher sind Wunschtitel. Wenn es einen neuen Baricco gibt, mag ich diesen gerne lesen. So konnte ich vor ein paar Tagen „Smith & Wesson“ von ihm ebenso von der Post abholen wie „Katzenspuren“, die Kulturgeschichte der Katzen🙂
Auch für die Ohren gibt es Neues – das Hörbuch „Die Nachtigall“, was just in diesem Moment auf den MP3-Player geschaufelt wird, auch wenn es noch nicht sofort an der Reihe ist… aber Vorfreude ist ja bekanntlich auch etwas Schönes! Weiterlesen

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*+* Caroline Eriksson: „Die Vermissten“ (Hörbuch) *+*

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Greta, Alex und Smilla wirken wie eine kleine, glückliche Familie, als sie sich zu ihrem Bootsausflug zur Insel inmitten des Sees aufmachen, an dem ihr Ferienhaus liegt. Doch als Alex und Smilla nicht von ihrer Erkundungs-Tour zurückkommen und Greta später tatenlos alleine zum Urlaubsdomizil zurückrudert, ahnt man: Da stimmt etwas nicht…. Weiterlesen

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*+* Mitternachts-Challenge „Im dunklen, dunklen Wald“ *+*

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Da öffnet man nichtsahnend die neue Mail und schon erhält man ein Angebot, zu dem man eigentlich nicht „nein“ sagen kann….
Wenn es um einen spannend klingendes Buch geht, bin ich ruckzuck bei meiner Thriller-Ehre gepackt und kann einfach nicht widerstehen. Weiterlesen

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*+* Frank Goldammer: „Der Angstmann“ *+*

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In Dresden wird eine übel zugerichtete, weibliche Leiche gefunden. Kriminalinspektor Heller übernimmt den Fall und stößt viel zu schnell an seine Grenzen. Denn wir schreiben das Jahr 1944. Es ist Ende November und es mangelt nicht nur an der technischen Ausrüstung. Auch die besten Männer der Polizei sind nicht verfügbar, sind sie doch in den Krieg eingezogen worden. Weiterlesen

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*+* Michael Büker: „Ich war noch niemals auf Saturn“ *+*

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In lauen Sommernächten sitze ich gerne lange draußen und beobachtete den Himmel, wie er sich zunächst während des Sonnenuntergangs herrlich verfärbt, um schließlich den Blick auf die Vielzahl an einzelnen Sternen und vielen Sternenbildern freizugeben. Automatisch türmen sich dann immer in mir die Fragen:
Welche Himmelkörper sind das? Wie weit entfernt von uns sind sie? Wie viele Sterne sehe ich und wie sind ihre dazugehörigen Sonnensysteme aufgebaut? Weiterlesen

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