*+* Ursula Poznanski: „Stille blutet“ *+*

Stille blutetNadine Just ist ein sehr unbequemer Mensch. Verzeihung, sie war ein sehr unbequemer Mensch. Denn kurz nachdem sie während der Live-Nachrichten ihren eigenen Tod angekündigt hat, lebt sie nicht mehr. Kein Scherz, kein Mediengag, purer Ernst. Mord. Das steht recht bald fest. Mich schüttelte es ein wenig. Denn wie krank muss man sein, um nicht nur zu töten, sondern diesen Plan derart kund zu tun?

Der Mord an Nadine bleibt kein Einzelfall, weitere Taten werden über verschiedene Wege angekündigt. Die Polizei tappt im Dunkeln, sowohl was Motiv als auch Tathergang oder auch die Platzierung der Botschaften betrifft. Manchmal dachte ich, hätte das Team nicht einen fiesen Quertreiber, würde es wohl effektiver zusammenarbeiten, aber seine Kollegen kann man sich nicht aussuchen. Außerdem wäre es hilfreich, könnten die wahren Ankündigungen von denen der vielen Trittbrettfahrer, die den Hashtag #inkürzetot nutzen, unterschieden werden, aber so sehen sich Fina und ihr Team einem stets wachsenden Berg entgegen und es gilt, die sprichwörtlichen Nadeln im Heuhaufen zu finden.

Auch bei den konkreten Fällen gibt es keinen Hinweis, keine Gemeinsamkeit, die eine übergeordnete Spur erahnen lässt. Das einzige verbindende Glied ist durchweg Tibor Glaser, der Ex des ersten Opfers Nadine. Er ist stets zur falschen Zeit am falschen Ort und hat oft nur fadenscheinige Gründe und Argumente aufzubieten. Tja, ist er der Täter, oder will ihm nur jemand ganz geschickt eins auswischen? Ich war gespannt, konnte den Thriller nicht mehr aus der Hand legen, wollte unbedingt wissen, was da los war und ist.

Als dann die Geschichte an ihren gravierenden Wendepunkt kommt, war ich einerseits etwas erstaunt ob des für mich unglaubwürdigen Schlusses, der aus einer bestimmten Beobachtung gezogen wurde, andererseits völlig begeistert von den Hintergründen der Morde und der Täterschaft. Alles passt plötzlich perfekt ins Bild, löst sich schlüssig auf und der Spuk ist vorbei….. gut, nicht der ganze Spuk. Denn da ist noch mehr, etwas, das nicht ganz ins Bild passt. Etwas, von dem die Leser besser Bescheid wissen als die Polizeit, und ich bin sehr gespannt, wie sich dieser reihenübergreifende Sachverhalt im nächsten Band auswirken wird…

Bis auf den erwähnten Wendepunkt konnte mich der gesamte Thriller voll und ganz überzeugen. Der Spannungsbogen, die Charaktere in ihren Ausarbeitungen und den Beziehungen untereinander, der Plot und erst recht die Grundidee, das alles sind Zutaten für einen richtig spannenden Thriller, bei dem die Seiten nur so geflogen sind.

Inhalt
Wenige Worte machen die aufstrebende Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just über Nacht berühmt: Vor laufender Kamera kündigt sie ihre Ermordung an – zwei Stunden später ist sie tot! Ebenso ergeht es dem Blogger Gunther Marzik nach einer ganz ähnlich lautenden Ankündigung. Während die österreichische Medienwelt kopfsteht, trendet der Hashtag #inkürzetot, Nachahmer-Beiträge und Memes fluten das Netz. Wie soll die junge Ermittlerin Fina Plank im fünfköpfigen Team der Wiener »Mordgruppe« zwischen einer echten Spur, einem schlechten Scherz oder schlichtem Fake unterscheiden? Schließlich rückt Nadines Ex-Freund Tibor Glaser ins Zentrum von Finas Ermittlungen, ein aalglatter Werbefachmann und Weiberheld, der verzweifelt seine Unschuld beteuert.
Während sich die Schlinge um Tibors Hals langsam zuzieht, beobachtet von allen unbemerkt ein weiterer Spieler mit Interesse das Geschehen – und bereitet einen raffinierten Schachzug vor …

Autorin
Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie in Wien. Die ehemalige Medizinjournalistin ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache: Mit ihren Jugendbüchern steht sie Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten, ihre Thriller für Erwachsene erfreuen sich ebenso großer Beliebtheit.
Quelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur

Veröffentlicht unter Droemer Knaur, Thriller | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

*+* Jack Meggitt-Phillips: Biest & Bethany – Eine schleimige Überraschung“ (Hörbuch) *+*

Biest & Bethany 3Bethany und Ebenezer sind überglücklich, das Biest endlich los zu sein und stürzen sich in ihr neues, monsterfreies Leben. Die kleine einstige Rotzgöre lässt sich zur Süßigkeitenmacherin ausbilden und Ebenezer hat es sich zum Ziel gesetzt, mit seinem neu gegründeten Wohltätigkeitsverein seinen Mitmenschen Gutes zu tun. Nur leider klappt das nicht so….

Da taucht plötzlich das Biest wieder auf. Umerzogen und lieb soll es nun sein, alle Frechheiten ausgemerzt – mit dieser Info wird das schleimige Monster in die Eintracht von Bethany und Ebenezer geworfen, und entzweit die beiden fortan. Denn während der eitle Mann sich von der Verwandlung überzeugen lässt, bleibt die Göre skeptisch und wachsam. Sicher, das Biest hat nun etwas von einem lieben Schoßhündchen, wie es so putzig durch den Tag wandelt und tatsächlich nur Gutes tut. Ebenezer liegt zwar inzwischen nichts mehr an außergewöhnlichem Besitz und materiellen Reichtümern, nun schreit sein Ego aber nach Ansehen bei den Mitmenschen und da kommt ihm das Biest wie gerufen. Denn auch wenn es scheinbar einer Gehirnwäsche unterzogen worden ist und alle Erinnerungen verloren hat – wie man Dinge erbricht, das weiß es noch, und tut es reichlich. Das ist gut für Ebenezer, denn er hat durch die anfangs missratenen Aktionen seines Wohltätigkeitsclubs einiges wiedergutzumachen….

Bethany weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, von rotzfrech auf kreuzbrav zu wechseln – lässt sich auch tatsächlich immer noch gelegentlich zu großem Bockmist hinreißen -, kann daher dem kleinen Monster seine Verwandlung nicht abnehmen und lässt es dies auch spüren.

Die großen Fragen, um die sich hier im dritten Teil der „Biest & Bethany“ Reihe alles drehen, sind:
Hat wirklich jeder eine zweite Chance verdient? Oder gibt es Grenzen, deren Überschreitung ewiges Misstrauen rechtfertigen? Sollte man über seinen Schatten springen, um eine derart positive biestige Verwandlung zu fördern und zu unterstützen, oder sollte man sie nicht besser ordentlich auf den Prüfstand stellen?

Ich war hin und her gerissen ob der Läuterung des Biests, mein Herz ließ mich gerne auf sein liebes Wesen ein, mein Verstand hatte jedoch immer eine gewisse Anspannung im Hinterkopf, weil eine solche Wesensänderung um 180 Grad doch eigentlich unmöglich ist, oder?

Hört und entscheidet selbst…. Und habt eure Freude an dieser wirklich gut aufgebauten und umgesetzten Geschichte! Ebenso viel Spaß wird euch Mechthild Großmann bereiten, die auch den dritten Teil der Reihe einfach perfekt umsetzt – ganz großes Kino ist vor allem ihre Interpretation des Biests, sie jammert, bettelt, zischelt und schleimt, dass sich die Ohrläppchen kräuseln!

Inhalt
Nachdem sie das Biest mit vereinten Kräften verjagt haben, leben Bethany und Ebenezer ihr bestes bestienfreies Leben! Bethany lernt Süßwaren zu kreieren und Ebenezer betreibt einen Wohltätigkeitsverein, obgleich er immer noch nicht besonders gut darin ist, so richtig gut zu sein. Aber da taucht urplötzlich das Biest wieder auf und … ist NETT! Die beiden lassen es wieder einziehen, obwohl sie sich sicher sind, dass alles nur ein Trick ist und der Schleimklumpen in seinem tiefsten Inneren noch immer böse ist … Aber wollen sie das wirklich herausfinden?

Sprecherin
Mechthild Großmann ist Schauspielerin. Sie gehörte zum Ensemble von Pina Bausch und ist unter anderem als Staatsanwältin des Münsteraner Tatort bekannt. Ihr Markenzeichen ist ihre rauchige, dunkle Stimme. Sie wurde mit zwei Kinderhörbuchpreisen BEO als Sprecherin ausgezeichnet.

Quelle: Hörcompany

Veröffentlicht unter Hörbücher, Hörcompany, Kinder- und Jugendbücher | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

*+* Heidi Amsinck: „Schneeflockengrab“ *+*

SchneeflockengrabJensen macht eine Entdeckung, die wohl jeden mitnehmen würde, sie findet einen Toten. Am Tag zuvor hat sie ihn schon gesehen, jedoch lebte er da noch. Nun liegt er erfroren im Schnee. Man geht zunächst davon aus, dass der Tod des jungen Mannes zu einer Reihe von Morden an Obdachlosen zählt, jedoch sprechen mit der Zeit immer mehr Dinge dagegen. So muss ein anderer Ansatz gefunden werden. Die „Hasslieben-Verbindung“ – Journalistin Jensen und ihr Ex-Lover, Polizist Jungersen – macht sich daran, dieses Verbrechen aufzuklären, und natürlich fällt es beiden schwer, dabei auf dienstlicher Ebene zu bleiben. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Droemer Knaur, Krimis | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

*+* Malin Stehn: „Happy New Year“ *+*

Happy New YearNina, Lollo und Malena sind alte Schulfreundinnen und feiern traditionsgemäß Silvester zusammen. Weil es immer so war. Auch, wenn man sich inzwischen ziemlich auseinandergelebt hat und sich unter dem Radar einige Spannungen aufgebaut haben.
Dennoch ist es dieses Mal etwas anders, denn Lollos und Max´ Tochter Jennifer ist dieses Mal bei Smilla, der Tochter von Nina und ihrem Mann Frederik, um dort mit Freunden abzufeiern und das neue Jahr zu begrüßen. Nina hat dabei kein gutes Gefühl – zu Recht, wie sich am nächsten Tag herausstellt. Denn in dieser Nacht verschwindet Jennifer. Vor allem die Mutter, Lollo, ist am Boden zerstört, ihre Welt aus den Fugen gehoben. Alles, was ihr sonst immens wichtig gewesen ist, ist es nun nicht mehr. Ihre Gedanken drehen sich um Jennifer. Was ist passiert? Ist sie weggelaufen? Wurde sie entführt? Ist sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen? Lebt sie noch? Mir, selbst Mutter zweier Teenager, lief es beim Lesen immer wieder eiskalt den Rücken herunter. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Fischer Verlage, Thriller | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

*+* C.E. Bernard: „Die Schneekönigin – Kristalle aus Eis und Blut“ *+*

Die SchneeköniginEine Märchenadaption hatte ich zuvor noch nie gelesen, ich war so sehr gespannt, wie eine solche Geschichte aussehen könnte. Insgeheim hatte ich erwartet, dass das ursprüngliche Märchen lediglich von der damaligen in die heutige Zeit angepasst, also einfach nur „modernisiert“ wird. Vielleicht ist es auch manchmal so, die Schneekönigin von Hans Christian Andersen wurde vielmehr in diese neue Geschichte eingebettet, zudem lässt die Autorin unsere Problematik des Klimawandels mit einfließen, was mir gut gefällt. Zunächst habe ich auch den feministischen Stil der heutigen Zeit zugesprochen, bei dem ReRead des einstigen Märchens aber festgestellt, dass auch schon damals die Erzählung von überwiegend weiblichen Charakteren geprägt war. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Fantasy | Verschlagwortet mit , , , | 8 Kommentare

*+* Ruth Ware: „Das College“ *+*

Das CollegeHannah kann ihre Schwangerschaft gar nicht recht genießen. Denn der Mann, der vor zehn Jahren für den Mord an ihrer College-Freundin April verurteilt worden ist, ist im Gefängnis verstorben und nun erreicht sie der Hinweis, der Mann habe unschuldig hinter Gittern gesessen. Was bedeutet, dass Aprils Mörder noch auf freiem Fuß ist. Das wiederum heißt, dass Hannahs damalige Aussage zu einem Fehlurteil geführt hat, dessen Aufklärung ihr nun sehr am Herzen liegt. Einerseits, um posthum den falsch Verurteilten reinzuwaschen, andererseits, um den wahren Mörder ihrer Freundin zu finden. Ihr Mann Will ist davon nicht begeistert, er würde die Vergangenheit lieber ruhen lassen und sich zusammen mit Hannah auf das gemeinsame Baby freuen und das Leben genießen. Aber das kann sie nicht, nicht unter diesen Voraussetzungen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter dtv, Thriller | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

*+* Karen Sander: „Der Strand – Vermisst“ *+*

Am Strand - vermisstIm Auftaktband der Trilogie verschwindet Lilli, 19 Jahre jung – und gehörlos. Da sie wegen ihrer Behinderung besonders schutzbedürftig ist, wird die Polizei in diesem Fall viel eher tätig, als es normalerweise bei einer erwachsenen Person der Fall ist. Für Lillis Großeltern ist das positiv, denn seitdem ihre Tochter vor fast zwanzig Jahren einem Verbrechen zum Opfer fiel, ist Lilli mehr als eine Enkelin für sie, schließlich ist sie bei ihnen aufgewachsen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Thriller | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

*+* Lenz Koppelstätter: „In tiefen Seen“ *+*

In tiefen SeenIm Passeiertal wird eine übel zugerichtete Leiche gefunden – sorgsam eingebettet in eine seltsame Inszenierung, die fast einem materialisierten Bild eines Stilllebens gleichkommt. Was ist hier nur passiert? Und warum? Und was hat dieser Mord mit dem Prolog zu tun, in dem eine Wirtshaus-Streiterei geschildert wird und Kommissar Grauner lebendig begraben erscheint?

Keine Sorge, alles klärt sich auf, wenn auch manchmal etwas umständlich nach dem Motto „von hinten durch die Brust ins Auge“. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Krimis | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

*+* Stefanie vor Schulte: „Schlangen im Garten“ *+*

Schlangen im GartenDer Tod ist etwas Normales, etwas Allgegenwärtiges. Er ist der Preis für das Leben. Irgendwann ereilt er uns alle. Uns selbst, unsere Liebsten. Wenn jemand stirbt, werden Menschen hinterlassen, die oft nur schwer mit dem Verlust umgehen können. Jeder reagiert anders, muss einen Weg finden, wieder in sein altes Leben zurückzukommen, dabei ist dieses Leben nun oft ganz anders, denn ein entscheidender Teil fehlt. In diesem Buch fehlt die Mutter dreier Kinder, die Ehefrau Johanne von Adam Mohn. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Diogenes Verlag, Romane | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

*+* Meine #12für2023 *+*

Liebe Lesefreunde,

es hieß mal wieder, meine 12 Bücher auszuwählen, die ich in diesem Jahr auf jeden Fall lesen möchte. Und wahrscheinlich nicht werde. Wie immer. Aber trotzdem, es könnte ja mal sein, dass ich diese Challenge doch mal schaffe. Also hieß es gemäß dem bekannten silvesterlichen „Same procedure as every year“, den SuB zu durchforsten und daraus eine bunte Mischung aus alt und neu, am besten quer durch die Genres zusammenzustellen.

Um dieses Jahr wirklich alle Bücher zu lesen, habe ich mir überlegt, dass ich jeweils einen Titel in das monatliche „Buchige Quartett“ integriere. Auf Instagram (Feed und Stories) und Facebook (nur im Feed) könnt ihr bei dieser Aktion einmal im Monat über meine Lesereihenfolge für die gezeigten vier Bücher abstimmen. 12 Challenge-Bücher und 12 Monate, das müsste doch eigentlich hinhauen.
Mal sehen, ob es tatsächlich klappt!

Ich aktualisiere diesen Beitrag regelmäßig und euer Feedback ist mir sehr willkommen.
Kennt ihr meine ausgewählten Bücher?
Welches davon sollte ich möglichst bald lesen?

Macht ihr auch mit bei dieser Challenge? Weiterlesen

Veröffentlicht unter #wasliestirve | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare