*+* Warum ich blogge – oder Eine Farbe des Glücks *+*

Wie ich zum Bloggen kam ist eine Geschichte á la „Von hinten durch die Brust ins Auge“.
Unglaublich viele Zufälle setzten eine Kettenreaktion in Kraft und hielten sie am Laufen, dass ich jetzt im Nachhinein so manches Mal darüber schmunzeln muss. Und auch die Entwicklung meines Bloggens finde ich erstaunlich, denn die Motivation, warum ich „Irve liest“ hege und pflege – fast wie mein drittes Kind – sind nicht statisch sondern äußerst dynamisch. Der Begriff „Kind“ ist durchaus passend, denn der rote Faden verläuft zwar in die Richtung, in die ich lesend und bloggend gehen möchte, aber andererseits erlebe ich doch immer wieder große Überraschungen. Sowohl von außen durch nette Aktionen seitens der Verlage oder Autoren, aber auch immer mal wieder durch mich selbst, wenn sich eine Spontanaktion Bahn bricht 😉.

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Gelesen habe ich schon immer gerne, mich über dieses Erlesene auch schon immer ebenso gerne mit Gleichgesinnten ausgetauscht.
Analog war dies aber immer so eine Sache. Selten traf ich auf Menschen, deren Lesegeschmack sich in weiten Teilen mit meinem teilten und selbst wenn die Genres stimmten, haperte es oft an den Büchern, die man gelesen hatte. Denn da gab es trotzdem noch häufig wenige Übereinstimmungen. Ganz vage hatte ich schon lange über die Möglichkeit eines Bücherblogs nachgedacht. Jedoch traute ich es mir sehr lange nicht zu, angemessene Rezensionen zu schreiben. Immer hallte das Echo aus meiner Schulzeit in meinen Ohren nach, ich möge doch später bitte bloß nichts im Bereich der Literatur machen, das sei einfach nichts für mich. Und damals glaubte ich das. Denn Deutscharbeiten waren – sieht man einmal von Rechtschreibung und Grammatik ab – immer ein Abenteuer. Fast nie verstand ich, was der Autor mir sagen wollte. Das heißt: Ich konnte schon etwas aus den Texten herauslesen, es auch meiner Meinung nach belegen….welche dann aber seltenst mit der meiner Lehrer übereinstimmte.

Diese Erfahrungen nahmen mir phasenweise immer wieder die Lust zum unbeschwerten Lesen, bis ich mich nach der Schulzeit nach und nach wieder mehr mit Büchern beschäftigte. Soweit zu meinem buchigen Hintergrund.
Wie aber kam es denn nun, dass ich mit dem Bloggen angefangen habe?

Alles begann damit, dass ich mir ein Smartphone zulegte. Hätte ich dieses gute Stück nicht gehabt, wäre ich zu diesem Zeitpunkt wohl nicht auf die Idee gekommen, mich bei Facebook anzumelden. Am PC war mir das irgendwie zu umständlich, aber die Möglichkeit, unterwegs mal schnell etwas zu gucken oder zu posten, gefiel mir, und so meldete ich mich dort an. Bei Interessen gab ich natürlich unter anderem auch „Lesen“ an und alles, was damit zu tun hat. Das hatte wohl den dritten „Zufall“ zur Folge. Eines Abends wurde mir in einem vorgeschlagenen Post von Lovelybooks angezeigt, dass für eine bestimmte Leserunde noch Teilnehmer gesucht wurden. Das Buch klang interessant und nach langem Hin und Her, intensivem Stöbern nach Rezensionen auf diesem Portal kam ich zu dem Schluss, dass ich solche Besprechungen mit ein bisschen Mühe auch hinkriegen müsste. Also meldete ich mich an, hatte einen Riesenspaß beim Rudellesen und überraschenderweise fiel es mir überhaupt nicht so schwer wie gedacht, über das Buch zu schreiben.

Ich hatte Blut geleckt, bewarb mich für weitere Leserunden, hatte oft Glück, und die ganze Sache machte mir immer mehr Spaß!
Zunächst genügte mir das Lesen, Schreiben und der Austausch über Lovelybooks, aber schon nach wenigen Monaten wurde mein längst schwelender Wunsch nach einem eigenen LitBlog immer mächtiger und mit ein bisschen Starthilfe ging es recht spontan los!

„Irve liest“ war geboren.
Und mit dem Blog der Ehrgeiz, gut genug zu sein, um von Verlagen und Autoren – und natürlich auch Lesern! – so positiv wahrgenommen zu werden, um Rezensionsexemplare zu erhalten und ein paar Klicks verzeichnen zu können. Dieser Wunsch hatte nicht den Grund, Bücher geschenkt zu bekommen, um bloß nicht für Literatur bezahlen zu müssen. Es war einfach nur die Neugier, ob ich nach meinen diesbezüglich schlechten Schulzeiten das Projekt LitBlog erfolgreich würde betreiben können. Es lief gut. Meine Besprechungen schienen zu gefallen und mal von einem Verlag abgesehen wurde mein Blog jedes Mal für eine Zusammenarbeit für gut genug befunden, wenn ich nachfragte. Das motiviert und beflügelt natürlich und neben dem Wunsch, einfach nur nett seine Meinung nieder zu schreiben, erwachte ein weiterer in mir. Nun stand der Austausch im Fokus. Wie gefallen anderen die Bücher, über die ich geschrieben habe? Wollte sich vielleicht jemand mit mir austauschen? Um Feedback zu bekommen, braucht man möglichst viele Leser. Also spendierte ich meinem LitBlog eine Facebook-Seite. Und war gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich diese Angelegenheit entwickeln würde… Der Plan ging auf!

Die Leserschaft wuchs erfreulicherweise und ebenso schön war der damit verbundene und erhoffte ansteigende Austausch!
Aber auch die Büchermengen stiegen an und ich hatte, da wir platzmäßig sehr schlecht dastehen, auf einmal das Problem, mich von Büchern trennen zu müssen. Damit mir das etwas leichter fiel, habe ich mir „Buch gegen Spende“ ausgedacht, und unterstütze seitdem mit dieser und anderen Aktionen das Kinderpalliativzentrum in Datteln. Dabei werde ich zunehmend von vielen lieben Lesern unterstützt. Darüber freue ich mich sehr und die häufigen netten Kommentare, Mails und andere durchweg positiven Reaktionen wärmen mir jedes Mal das 

Um zum Thema Bücher zurückzukehren:
Je mehr ich las, je mehr ich meinen Horizont erweiterte, umso zahlreicher wurden auch die Einblicke in das Verlagswesen im Allgemeinen und in einige Teilgebiete im Speziellen. Diese Blicke hinter die Kulissen sind immer wieder ein Highlight und katapultieren neben den vielen Kontakten zu Verlagsmitarbeitern, aber auch Autoren/Innen die Motivation für mein Bloggen ebenfalls in immer weitere Höhen.

Das ganz gewaltige I-Tüpfelchen sind natürlich die Buchmessen.
Zu diesen Highlights bin ich immer im absoluten Ausnahmezustand! Die Verlage, die Autoren, die Blogger, die diversen Aktionen, dieses ganz spezielle Feeling, die Messeluft….ich liebe das alles sehr und bin dankbar, es schon einige Male erlebt zu haben. Auch jetzt für die LBM17 wird eifrig geplant und gebastelt und ich freue mich so, so sehr auf die vielen lieben Buchmenschen, die ich dort treffen darf.
Auch solche Highlights puschen die Freude am Bloggen immer und immer weiter!

Neben der Freude schöpfe ich aus meinem Herzenshobby immer wieder viel Kraft und Motivation für den Alltag. Lesen erdet, beruhigt, relativiert, erweitert den Horizont, die Blicke über den Tellerrand rücken gelegentlich eigene Prioritäten wieder zurecht und auf mich hat das richtige Buch zur richtigen Zeit sehr oft eine heilende Wirkung!

Ich bin mehr als glücklich, ein so erfüllendes, vielseitiges Hobby für mich entdeckt zu haben.
Danke, liebe Leser meiner Artikel für den Austausch mit euch, euer Feedback, eure Empfehlungen, euer Lob und für die ganz seltene und dann sehr konstruktive Kritik. Und vor allem für die vielen teils sehr intensiven Freundschaften, die sich daraus entwickelt haben! Sie bedeuten mir sehr viel!
Danke, liebe Verlage, für die nette, liebevolle Zusammenarbeit, euer Entgegenkommen, wenn mal persönliche Gründe schnelle Rezensionen verhindern, für eure Anregungen und auch euer Lob und Anerkennung.
Danke, liebe Autoren und Autorinnen für die wundervollen Bücher, die ihr schreibt, für den netten, oft inspirierenden Austausch, eure Geduld bei meinen vielen Fragen, die ich immer wieder an euch habe und danke auch dafür, wenn ihr meine Besprechungen oder andere Beiträge teilt! Eine schönere Anerkennung und Wertschätzung für mich als Blogger kann es gar nicht geben!

Ihr alle mischt diese ganz spezielle Farbe meines Glücks! Bitte hört nicht auf damit!

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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4 Antworten zu *+* Warum ich blogge – oder Eine Farbe des Glücks *+*

  1. Miri schreibt:

    Ein sehr schöner, persönlicher Artikel. Spannend, ein wenig über die Hintergründe zu erfahren. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Spaß bei deinem Blog, auf dem ich immer wieder gerne vorbei schaue.

  2. Liebe Heike,
    ein wirklich sehr schöner Beitrag. Dein Blog ist wirklich toll, man merkt, das hier viel Herzblut drin steckt. Mach weiter so! 🙂

    Liebe Grüße
    Nicole

    • irveliest schreibt:

      Liebe Nicole, vielen Dank für deine Worte! Solches Feedback beflügelt zusätzlich!
      Und ohne Herzblut und Leidenschaft ist ein Hobby nur halb so viel wert 😉
      Liebe Grüße zurück, Heike

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