*+* Dr. Sabine Fitzek: „VERRÜCKT“ *+*

Sehr begeistert von „VERRAT“ habe ich mich auf den zweiten Teil dieser Krimireihe gefreut, die im medizinischen Milieu angesiedelt ist und mit jedem Band nicht nur einen spannenden Fall zum Besten gibt sondern zudem immense Missstände im Gesundheitssystem thematisiert.

„VERRÜCKT“ spielt – passend zum Titel – im Bereich der Psychiatrie. Ich fand es interessant zu erfahren, wann jemand in eine entsprechende Einrichtung oder Abteilung eingewiesen werden kann, aber auch, wie gering die Handhabe oft ist, diese Person trotz offensichtlicher Gefahrenlage nicht behandeln zu können. Das ging mir mehr an die Nieren als der krasse Fall selbst. Denn als die 14-jährige Lena, tot und drapiert wie Schneewittchen, aufgefunden wird, ist dies erst die Spitze des Eisbergs. Schnell gilt der schizophrene Oliver als der Hauptverdächtige, denn er kannte das Mädchen, hatte kurz vor ihrem Ableben noch Kontakt zu ihr und überhaupt ist er doch nicht wirklich zurechnungsfähig, oder? So oft, wie er in letzter Zeit eingewiesen wurde….

Aber halt! Ganz so einfach ist es nicht, denn auch Lenas persönliches Umfeld – ihre Mutter und deren aktueller Partner – spielen sowohl eine direkte als auch indirekte Rolle am Schicksal der Toten. Aber was genau ist passiert? Das decken in einer akribischen Recherchearbeit Kammowski und sein Team auf. Ermittlungsarbeit ist kein Zuckerschlecken, das wird dem Leser einmal mehr klar.

Aufgelockert werden die teils frustrierenden Misserfolge durch den privaten Strang, der sich sanft durch den Krimi schlängelt. So bekam ich noch mehr Buchnähe zum Team, vor allem Kammowski, der sich mit seiner Tochter „zusammenrauft“, hat dabei wieder Pluspunkte gesammelt und mir Verschnaufpausen vor den massiven Inhalten gewährt.

Denn vor allem bei den überwiegend theoretischen Hintergründen zu Verfahrensweisen bezüglich psychisch Kranker holt die Autorin weit aus. Das bremst möglicherweise diejenigen Leser etwas aus, die schnelle, spritzige, auf die Handlung selbst betonte Kriminalromane mögen. Mir persönlich hat das aber sehr gut gefallen, denn so bekommt man im Ansatz ein ganz anderes Verständnis für die erkrankten Menschen, aber auch für die Einrichtungen, denen manchmal einfach die Hände gebunden sind – und nichts tun dürfen, obwohl sie es gerne möchten und eigentlich auch müssten. Da legt Frau Dr. Fitzek den Finger in eine noch viel größere Wunde als in ihrem ersten Krimi.

Diese Missstände in den Fokus zu rücken, ist ihr gut gelungen. Ebenso sehr konnte mich jedoch auch der Fall an sich fesseln, der sich schließlich als verzwickter offenbarte, als ich zunächst vermutet hatte, und für kurzweilige Unterhaltung sorgt.

Fazit: VERRÜCKT ist nach VERRAT der zweite Teil aus der Medizin-Krimi-Reihe rund um Kommissar Kammowski, der mich sowohl wegen seines spannenden, gut konstruierten Falls als auch des dahinter steckenden und gut eingeflochtenen medizinischen Sachverstands begeistern konnte!

Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite „Irve liest“ und dem Instagram-Account „irveliest“ zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

Inhalt
Täter – oder Opfer: Wer glaubt einem Verrückten?
Im 2. Teil der Medizin-Krimis um Kommissar Kammowski gerät ein Psychiatrie-Patient unter Mordverdacht
Nur ein Verrückter scheint für den Mord an der 14-jährigen Lena infrage zu kommen, deren Leiche man wie Schneewittchen aufgebahrt in einem Berliner Park gefunden hat.
Kommissar Kammowski von der Kripo Berlin übernimmt die Ermittlungen und kann nicht verhindern, dass der Sohn seiner Nachbarin unter Verdacht gerät: Der sensible Oliver war nicht nur mit Lena befreundet – er leidet unter einer schweren paranoiden Schizophrenie. Weil er jede Behandlung ablehnt und es bislang keinerlei Hinweise auf Eigen- oder Fremdgefährdung gab, musste Oliver nach mehreren Notfall-Aufnahmen wieder aus der Psychiatrie entlassen werden.
Als ein weiteres Mädchen aus Olivers Bekanntenkreis vermisst gemeldet wird, steht Kommissar Kammowski vor einer beunruhigenden Frage: Hat bei Oliver das System Psychiatrie versagt?
Hochspannend und beklemmend nah an der Realität: Die Autorin Dr. Sabine Fitzek, Neurologin mit 10-jähriger Chefarzt-Erfahrung, entwickelt die Fälle ihrer Krimi-Reihe rund um Missstände im Gesundheitswesen mit großem Insider-Wissen.

Autorin
Dr. Sabine Fitzek arbeitete nach dem Medizinstudium an den Universitäten Berlin, Erlangen, Mainz und Jena, wo sie sich im Fach Neurologie habilitierte. Danach war sie mehr als zehn Jahre lang als Chefärztin tätig. Seit einem Jahr ist sie freischaffend und begann über gesundheitspolitische Missstände zu schreiben, mit denen sie unfreiwillig immer wieder in Berührung kommt. Überdies berät sie gelegentlich ihren Schwager Sebastian Fitzek zum Thema psychische Extremzustände.
Quelle: Droemer Knaur Verlag

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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