*+* Alex Winter: „Verwischte Spuren“ *+*

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Liebe Lesefreunde,
alle, denen im letzten Teil von Alex Winters australischer Krimiserie der Atem stockte, weil alles nach einem Tod des sympathischen Busch-Cops Daryl Simmons aussah, können jetzt erleichtert aufatmen!

Darly hat überlebt! Die Farmerin Sally findet ihn an einem Flussufer – verletzt, verwahrlost, aber bei Bewusstsein! Jedoch ist dieses etwas getrübt, denn Daryl weiß nicht mehr, wer er ist und was ihn in diese missliche Lage gebracht hat. Sally fühlt sich unbewusst zu ihm hingezogen und kümmert sich um ihn. Dass ihre kopflose Fahrt weg von ihrer Farm so enden würde, hätte sie wohl nicht im Traum gedacht! Sie war verwirrt, verzweifelt – so sehr, dass es durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wäre, dass Sally sich etwas antut. Manchmal geht des Schicksal seltsame Wege, denn die junge Frau vertraut sich dem Fremden an, dem sie den Namen John Rivers gibt, und schüttet ihm ihr Herz aus. Das Grau aus Sallys Herz wird wieder bunter, ihr Blick in die Zukunft zuversichtlicher, ihre Einstellung kämpferischer. So wie sie zuvor Johns Leben gerettet hat, so hat er sie ihren verzweifelten Gedanken entrissen. Das schweißt unbewusst zusammen.

Sally beschließt, zur Farm zurückzukehren. Weil John weder weiß, wo er hingehört, noch womit er seinen Lebensunterhalt verdient hat, nimmt sie ihn mit. Eine starke, helfende Hand kann eine Farm schließlich immer gut gebrauchen. Dass Johns Unterstützung sich schließlich auf einen ganz anderen Fokus legen würde, ahnen beide noch nicht. Jedoch ist dem Leser und Anhänger der bisherigen Fälle des Busch-Polizisten schnell klar, welche Stärken er hat und wo er diese einbringen wird. Denn als Sally in ihr Heim zurückkehrt, wird sie mit einer Hiobsbotschaft konfrontiert, der nicht so einfach beizukommen ist. Es ist schon schlimm genug, dass Johns Retterin von einigen Familienmitgliedern für das Verschwinden und den möglichen Tod ihres Mannes Jesse verantwortlich gemacht wird, und nun ist offenbar ein weiteres Verbrechen geschehen….

Da die Polizei mit Scheuklappenblick ermittelt und hinter vorgehaltener Hand für sie schon längst Sally als Schuldige ausgemacht ist, beschließt der Unbekannte, auf eigene Faust zu ermitteln – schließlich hat er der Farmerin sein Leben zu verdanken. Dabei bemerkt er auf vielerlei Art seine Affinität zu den in der Nähe lebenden Aborigines, was sich immer wieder in seinen Handlungen und Ermittlungsmethoden niederschlägt, die letztlich Früchte tragen und von Erfolg gekrönt sind.

Mit „Verwischte Spuren“ gelingt es Alex Winter bereits zum siebten Mal, seine Leser begeistert in das zauberhafte australische Outback zu entführen.
Der verzwickte Fall, der ganz eng an die Konflikte zwischen der weißen Bevölkerung und den Aborigines geknüpft ist, wird wunderbar eingewoben in den Alltag und das Leben auf den weitläufigen Farmen. Die verschiedenen Mentalitäten und Spannungen nicht nur zwischen Eindringling und Ureinwohner, sondern auch innerhalb der verschiedenen Aborigine-Stämme werden thematisiert. Wunderschön eingebettet ist auch dieser siebte Fall für Daryl Simmons – pardon, für John Rivers – in die betörende australische Natur, die Landschaft, die farbenprächtige Tierwelt und die imposante, heilsame Fauna und auch die faszinierenden Passagen rund um die Ureinwohner, ihr Wissen, ihre Traditionen, fügen sich charmant in das große Ganze ein.
Dazu der gefällige, unaufgeregte, aber dennoch spannende Erzählstil, der den Leser automatisch in seinen Bann zieht und Charaktere, deren Innerstem man nur langsam auf die Schliche kommt….

Um es kurz zu sagen: Für „Verwischte Spuren“ vergebe ich eine klare Kauf- , Schenk- und Leseempfehlung an alle Freunde der Spannungsliteratur und Australiens!

Bisher in der Reihe erschienen sind:

Ein Gespür für Mord
Die Toten von Moonlight Bay
Schwarzer Fluch
Mörderische Gier
Die Leiche im Wrack
Späte Rache
Verwischte Spuren

Inhalt
»Vor ihm stand ein junger, groß gewachsener Aborigine. Seine schwarzen Augen funkelten wie die einer wütenden Schlange. In seiner rechten Hand hielt er ein großes Jagdmesser, dessen blitzende Klinge Johns Bauch berührte.« Wer ist der geheimnisvolle Unbekannte ohne Erinnerung, den die Farmertochter Sally Storer schwer verletzt am Ufer des Warburton Creeks entdeckt und gesund pflegt? Warum nur ließ sie sich von ihm überreden, auf die Farm ihrer Familie zurückzukehren, um sich ihren Dämonen zu stellen? Immerhin wird Sally von der Polizei und der Familie ihres verschwundenen Mannes Jesse für dessen Mörderin gehalten. Während Sally von allen Seiten immer mehr unter Druck gerät, erweist sich John Rivers, wie sie »ihren« Unbekannten nennt, als Felsen in der Brandung. Doch John entpuppt sich nicht nur als guter Freund, sondern auch als cleverer Ermittler. Zu clever, wie zu ihren Leidwesen nicht nur Sally, Jesses Familie und die offenbar noch in einen weiteren Vermisstenfall involvierten Paakantyi-Aborigines feststellen müssen …

Autor
Alex Winter, geboren 1960 in Zürich/Schweiz, absolvierte die Kunstgewerbeschule in Zürich. Er arbeitete zunächst als Dekorationsgestalter, später in verschiedenen Berufen im In- und Ausland. Seit 1980 unternimmt er immer wieder mehrjährige Reisen, die ihn vor allem nach Australien, Neuseeland und in die Südsee führen. Alex Winter lebt heute mit seiner Frau im Zürcher Oberland.
Quelle: Bookshouse

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Alex Winter: „Verwischte Spuren“ *+*

  1. Liebe Heike,
    das klingt wirklich nach einer sehr interessanten Krimi-Reihe der etwas anderen Art! Habe dazu auch in deinen vorigen Rezensionen etwas gestöbert. 😉
    Die Reihe werde ich mir auf jeden Fal mal merken, vielen Dank für die tollen Rezensionen!

    Liebe Grüße
    Nicole

    • irveliest schreibt:

      Liebe Nicole,
      ich kann diese Australien-reihe wirklich nur empfehlen, denn sie zeigt mal die andere Seite des Kontinents, seine Ursprünglichkeit und die Reibungspunkte, die daraus entstehen können.
      Liebe Grüße, Heike

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