*+* Louise Penny: „Das Dorf in den roten Wäldern“ (Print und Audio) *+*

Zugegebenermaßen war es ein kleiner Kulturschock, als ich Ruhrpottkind mich lesenderweise in Three Pines, einem kleinen, verschlafenen Nest in Québec, wiederfand. Die Dörfler sind ein eingeschworener Verein, jeder kennt jeden, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Ab da bleibt vieles ein Geheimnis, denn ein gewisser Teil Privatsphäre ist auch dort vonnöten.

Nach und nach macht die Autorin ihre Leserschaft mit allen Bewohnern des Örtchens vertraut, beleuchtet ihre verschiedenen Charaktere und zeigt die Beziehungsgeflechte auf, von denen sich manche erst durch die Ermittlungen im Todesfall der beliebten Jane Neal offenbaren. Tja, da wunderte nicht nur ich mich, auch die Dörfler untereinander erlebten so manche Überraschung. Man kann halt niemandem, auch nicht den Lieblingsmenschen, hinter die Stirn gucken! Und so war das Ende der Ermittlungen des brillanten, erfahrenen Inspektors, alles andere als erwartet – und selbst ich habe mich ganz geschickt täuschen lassen. Denn der Täter war gerissen, schlau – aber im entscheidenden Moment dann doch nicht schlau genug – zum Glück. Wenn ich jetzt noch mehr schreibe, könnten findige Leser die richtigen Schlüsse ziehen und beim Lesen des kanadischen Krimis auf einen Gutteil der Spannung verzichten, was natürlich nicht in meinem Sinne wäre. Alles belasse ich es lieber dabei.

Der erste Fall für Armand Gamache in diesem Dorf bildet auch den ersten Band der erfolgreichen Reihe von Louise Penny. Ich habe vorab so viel darüber gehört und musste mir unbedingt ein eigenes Bild machen. Von ganz wenigen Passagen, die mich zunächst verwirrten, und einigen kleinen Längen bin ich sehr angetan von „Das Dorf in den roten Wäldern“. Der Fall an sich ist klug durchdacht und umgesetzt, die Protagonisten sind vielfältig, sie bilden eine bunte, vielfältige Mischung, werden intensiv und interessant eingeführt, was zu einer guten Basis für die weiteren Fälle führt. Denn für einige mögliche Querelen werden interessante Grundlagen geschaffen, was mich sehr wohlwollend-neugierig auf die weiteren Einsätze des Inspektors macht.

Besonders gut haben mir jedoch die Vielschichtigkeit sowie das Flair gefallen, welches das verschlafene Nest umweht. Die Zeit scheint in Three Pines stehengeblieben zu sein, und die Natur, die in bunten und dennoch stillen Farben beschrieben wird, lädt zur Entspannung ein. Dazu passt sehr gut der Stil, der für einen Krimi erstaunlich behutsam und angenehm in der Erzählgeschwindigkeit ist, bisweilen findet sich gar Zeit für poetische und ethische Einschübe. Die Autorin hat einen Krimi mit Wohlfühlatmosphäre – wenn man das so überhaupt sagen darf – geschaffen und ich mir gefällt die Austarierung in jeder Hinsicht.

Auch Gamache mag ich sehr und freue mich schon dabei, ihm beim Lösen seiner weiteren Fälle über die Schulter schauen zu können.

Da mir beide Ausführungen vorliegen, habe ich von „Das Dorf in den roten Wäldern“ die erste Hälfte gehört und die zweite gelesen. Eigentlich wollte ich herausfinden, in welcher Form ich die Reihe weiter verfolgen möchte. Ich kann jedoch sowohl das Buch empfehlen, da es sich wirklich gut und flüssig lesen lässt, aber auch das Hörbuch. Denn Hans-Werner Meyer liest äußerst angenehm, fängt die Atmosphäre an sich, aber die Stimmungen der Figuren sehr gut ein und setzt sie ansprechend um.

Von mir gibt es eine klare Lese- und Lauschempfehlung für diesen Auftakt der Krimireihe um Armand Gamache im charmanten Dorf Three Pines.

Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite „Irve liestund dem Instagram-Account „irveliestzu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

Inhalt
Armand Gamache wird ins abgelegene Dörflein Three Pines berufen. Im bunten Herbstlaub, am Waldrand des beschaulichen Ortes, erwartet ihn dort die Leiche der 76-jährigen Künstlerin Jane Neal. Augenscheinlich von einem Bogenschützen getötet, gibt sie nicht nur dem Inspektor, sondern dem ganzen Dorf Rätsel auf: Welche Feinde hatte die allseits beliebte Dame? Und welcher der Dorfbewohner ist zu so einem kaltblütigen Verbrechen fähig?
Gamache beginnt an der Oberfläche der perfekten Idylle des Örtchens zu kratzen und stößt nach auf immer mehr verdächtige Details… Welche Geheimnisse verbergen die Bewohner von Three Pines?

Sprecher
Hans-Werner Meyer, geboren 1964 in Hamburg, ist einer der bekanntesten deutschen Film- und Theaterschauspieler. Neben Engagements am Residenz-Theater in München und an der Berliner Schaubühne war er u.a. in »Der Baader Meinhof Komplex« zu sehen. Er hat bereits die ersten sieben Fälle von Gamache eingelesen.
Quelle: Der Audio Verlag

Autorin
LOUISE PENNY, 1958 in Toronto geboren, arbeitete nach ihrem Studium der Angewandten Kunst 18 Jahre lang als Rundfunkjournalistin und Moderatorin in ganz Kanada. Mit dem Schreiben begann sie erst spät. Ihr erster Roman wurde weltweit als Entdeckung des Jahres gefeiert, und auch die folgenden Gamache-Krimis wurden vielfach ausgezeichnet und eroberten die Bestsellerlisten. Dass Louise Penny einen Ort erfand, an den sie sich zurückziehen kann, wenn es ihr schlecht geht, Freunde, die für sie da sind, und einen Ermittler, in den sie sich verlieben könnte, macht den Reiz ihrer Krimis aus. Louise Penny lebt in Sutton bei Québec, einem kleinen Städtchen, das Three Pines zum Verwechseln ähnelt.
Quelle: Kampa Verlag

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Louise Penny: „Das Dorf in den roten Wäldern“ (Print und Audio) *+*

  1. Philipp Elph schreibt:

    Band 1 der Reihe hat mich dazu verführt, auch die folgenden Bände zu lesen.

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