*+* C.E. Bernard: „Palace of Glass“ *+*

 

Als ich bei einem Blind-Date-Bloggertreffen auf der Leipziger Buchmesse 2018 Christine Elizabeth Bernard kennenlernte, war ich fasziniert von der Lebendigkeit und der Begeisterung, die die Autorin versprühte. Kein Wunder, denn vom Schreiben ihrer Trilogie bis hin zum Verlagsvertrag ging es zu wie im Traum! Sie erzählte so mitreißend diese Geschichte und so fesselnd über ihre Palace Saga, dass ich ganz gebannt lauschte und sofort beschloss, diese Trilogie unbedingt lesen zu müssen. Dabei bin ich nicht so der klassische Fantasy-Leser und bei diesem Genre oft skeptisch. Aber testen musste ich dieses Debut trotzdem auf jeden Fall und um es vorweg zu nehmen, ich habe es nicht eine Buchseite lang bereut.

Schon allein der Grundgedanke der Palace-Welt ist so interessant. Stell dir vor, du darfst niemandes Haut berühren. Und wenn doch, wirst du bestraft. Denn es gibt Existenzen, die so genannten Magdalenen, die durch solche Berührung in den Geist anderer eindringen können….
Die Hauptfigur der Trilogie, Rea, ist mit dieser Gabe gesegnet – und muss sie tunlichst verbergen. Nicht unbedingt bei den verruchten, verborgenen Boxkämpfen, an denen sie gerne teilnimmt, da ihre Hautgier manchmal unerträglich wird. Aber definitiv, als sie aus heiterem Himmel zur geheimen Leibgardistin des Kronprinzen abberufen wird. Sie muss unerkannt bleiben, ihr Bedürfnis nach Hautkontakt verdrängen, und das fällt ihr so schwer. Zumal sie mit der Zeit immer intensiver für ihre Schutzperson empfindet, was auch auf dem Gegenteil zu beruhen scheint.

Als ob das nicht alles schon schlimm genug wäre, muss sich die Magdalenin auch um ihrem Bruder Liam sorgen, der hier zwar eher im Hintergrund bleibt, der aber vermutlich in der Fortsetzung eine größere Rolle zugeschrieben bekommt. Zumindest hoffe ich das sehr, denn ich mag ihn ebenso sehr wie seine Schwester. Rea und Liam sind geheimnisvoll gezeichnet, es schwingt ihnen aber auch ein unterschwelliges Charisma mit, das mich an die beiden bindet. So fieberte ich durchweg mit der Leibgardistin, hoffte, dass ihre Gabe bloß nicht auffällt und dass sie ihren Auftrag gut erfüllt, um Leib und Leben des Kronprinzen zu bewahren und seine Liebe zu gewinnen. Wer jetzt sagt, dass er auf eine Lovestory keine Lust hat, den kann ich beruhigen. Denn die Autorin hat zwar ein vorwitziges Liebesfädchen in das Buch hineingeschrieben, hat – nicht nur – dabei ein gutes Maß gefunden, sodass dieser All-Ager wohl von Jung bis Alt seine LeserInnen zufriedenstellen und begeistern wird.

Der Stil ist flott, frech, fantastisch, voller guter und stellenweise ungewöhnlicher Ideen. Die interessante Ausgangslage des Hautkontaktverbotes wird gut ausgeschöpft, die Welt der Magdalenen scheint vielfältig, worauf sicher in den Folgebänden intensiver eingegangen wird – ich bin schon jetzt gespannt darauf! Nicht nur die Charaktere sind gut durchdacht, intensiv ausgearbeitet und warten mit einigen Überraschungen auf, auch die Geschichte selbst ist mit Wenden, unerwarteten Entwicklungen und stellenweise großer Spannung gespickt.
Und mal so ganz nebenbei: Die Cover der Trilogie sind wahre Hingucker und ich überlege, ob ich trotz meines Wechsels zu Ebooks hier nicht doch die HardCover-Bücher für das Regal haben muss….

Mein Fazit:
Frisch, frech, flott, fantastisch – ich bin begeistert!

Inhalt
London wäre ein Ort, an dem Tugend und Angst regieren. Ein hartes Gesetz untersagt den Menschen, die Haut eines anderen zu berühren. Denn die Bevölkerung und insbesondere das Königshaus fürchten die Gefahr, die von den sogenannten Magdalenen ausgeht – Menschen, deren Gabe es ist, die Gedanken anderer durch Berührung zu manipulieren. Die junge Rea zeigt so wenig Haut wie möglich. Einzig während illegaler Faustkämpfe streift sie ihre Handschuhe ab. Doch wie kommt es, dass die zierliche Kämpferin ihre körperlich überlegenen Gegner stets besiegt? Und warum entführt sie der britische Geheimdienst? Bald erfährt Rea, dass sie das Leben des Kronprinzen beschützen muss. Doch am Hof ahnt niemand, dass sie selbst sein größter Feind ist.

Autorin
C.E. Bernard ist das Pseudonym von Christine Lehnen, die 1990 im Ruhrgebiet geboren wurde und seitdem in Kanada, den Vereinigten Staaten, Australien und Paris gelebt hat. Ihre Kurzgeschichten wurden mit den Literaturpreisen der Jungen Akademien Europas und der Ruhrfestspiele Recklinghausen ausgezeichnet. Seit 2014 lehrt sie Literarisches Schreiben an der Universität Bonn. Daneben studiert Christine Lehnen Englische Literatur und Politikwissenschaft, forscht zum Thema Kreatives Schreiben und inszeniert Theaterstücke mit der Bonn University Shakespeare Company.
Quelle: RandomHouse 

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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