*+* Bill Francois: „Die Eloquenz der Sardine“ (Hörbuch) *+*

Die Eloquenz der SardineWährend der Autor über sein Leben sinniert, nimmt er uns mit auf eine einmalige Reise in die Welt der Meeresbewohner. Er machte mich viele Male Staunen über die Wunder, die sich jenseits unserer Augen und Ohren abspielen – und ebenso oft demütig. Denn obwohl wir als Krone der Schöpfung gelten, fühlte ich mich alles andere als das. Nämlich weit weg von der Schöpfung, so als hätten wir Menschen – wann immer möglich – die falsche Abzweigung im Miteinander mit anderen Lebensformen genommen, was uns ins Abseits dieser einst wunderbar funktionierenden Koexistenz manövrierte.

„In der Stadt ist die Verbindung zwischen dem Menschen und der Nahrung, die er zu sich nimmt, gekappt, dabei besteht eigentlich von Natur aus eine starke Bindung zwischen dem Räuber und seiner Beute. Sie nennt sich Nahrungskette, aber in unserer heutigen Gesellschaft haben wir Menschen keinen Platz mehr in dieser Nahrungskette. Wir fangen nicht mehr, was wir verzehren, sondern sehen unser Essen nur noch in Form verarbeiteter Nahrungsmittel und vergessen nach und nach, was für Lebewesen wir da eigentlich verspeisen. Ja, dass es überhaupt einmal Lebewesen waren. Wir verleugnen sie. Für uns sind sie nur mehr industriell hergestellte Speisen. Wir werden taub für all die Geschichten, die sie zu erzählen haben. Und die ungleich nahrhafter sind als die auf der Verpackung verzeichneten Kalorien.“

Bill Francois gibt dieser vergessen-verleugneten Welt eine Stimme, lauscht ihren Geschichten und sein Buch trägt nicht umsonst den Titel „Die Eloquenz der Sardine“. Denn eine Sardine war einst der Katalysator, der seine Liebe zur Meereswelt entfachte, und dieses Feuer brennt noch immer lichterloh, was er mitreißend an seine Leser- und Hörerschaft vermittelt. „Eloquenz“ bedeutet so viel wie, sich in einer bestimmten Sprache ausdrücken und sie andererseits auch verstehen und interpretieren zu können. Für viele Menschen ist ein Fisch ein Tier, das im Wasser lebt und das man im Idealfall verzehren kann. Sie sehen nicht den Zauber, den diese Wesen umgehen und ausstrahlen. Bill Francois hingegen tut es, er sieht und hört genau hin, setzt sich auseinander, reflektiert, begreift – mit dem Verstand, aber auch mit dem Herzen – und er erklärt an vielen Stellen auch die Hintergründe, die gewisse Phänomene verursachen. Das alles ist es, was dieses Hörbuch so besonders für mich macht. Interessante Sachbücher sind an sich schon Highlights, aber wenn derart viel Liebe, Herzblut und Sachverstand in der Ausarbeitung des Themas stecken, geht mir solche Fachliteratur einfach unter die Haut.

Die Eloquenz der Sardine“ ist die perfekte Symbiose aus sachlicher Wissenschaft und empathischer Poesie. Mir hat es viel Spaß gemacht, mich in die Tiefen der Meere und Flüsse mitreißen zu lassen und die Bekanntschaft all dieser klugen, wundersamen und besonderen Tiere zu machen. Eins meiner Highlights waren die weiter unten erwähnten Atlantischen Lachse, „die noch in den Gewässern Grönlands den bretonischen Bach riechen, in dem sie geboren wurden.“

Dem einnehmenden Schreibstil schließt sich der Sprecher an. Marian Funk überträgt Staunen, Bewunderung und Empathie des Autors in gelungener Manier und hat seinen Anteil daran, dass dieses Hörbuch eins meiner bisherigen Jahres-Highlights war.

Auch Petra von „Elementares Lesen“ ist ganz angetan, sie schreibt, „Die Eloquenz der Sardine“ sei ein Buch voller aquatischer Wissenshäppchen und respektvoller Beschreibungen der Meerestiere. Ihre Rezension findet ihr HIER.

Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite „Irve liest“ und dem Instagram-Account „irveliest“ zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

Inhalt
«Die einzigen Tiere, denen ich auf gar keinen Fall begegnen wollte, waren Fische.» Eine Sardine, strahlend und zerbrechlich, befreite Bill François einst als Kind von seiner Angst vor den Fischen und dem offenen Meer. «Sie bat mich, sie zu begleiten, und hob an, mir ihre Geschichte zu erzählen.» Seither ist er nie wieder vollständig auf festen Boden zurückgekehrt. Seither lauscht er den Wundergeschichten der blauen Welt, die er uns in seinem betörenden Buch weitergibt.
Die Meeresbewohner sind keineswegs stumm. Ihre Sprache ist im Gegenteil so vielfältig wie unsere Sinne. Bill François lässt uns die unterseeischen Klänge hören, wo sich das Echo der Eisberge mit den Gesängen der Wale und dem Chor der Fische mischt. Er lehrt uns die Sprache der Farben und Düfte unter Wasser und erzählt vom Atlantischen Lachs, der noch in den Gewässern Grönlands den bretonischen Bach riecht, in dem er geboren wurde. Mit einer Gang von Streetfishern steigt er in den Bauch von Paris hinab, um dessen aquatische Bewohner zu treffen. Ein begnadeter Erzähler, lässt uns Bill François am gesellschaftlichen Leben der Meereswesen teilhaben, berichtet von der Kindheit der Fische, von der Fähigkeit der Buckelwale, ihr Wissen weiterzugeben, und vom Geschlechtswechsel bei den Meerjunkern. Während die Meereswelt durch den Menschen zahllosen Gefahren ausgesetzt ist, vermittelt er uns das Glück, das ein freundschaftlicher Austausch mit ihr uns finden lässt.

Sprecher
Marian Funk studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Neben seiner Tätigkeit als Theaterschauspieler ist er Sprecher für Werbung und Hörfunk (u.a. für die Sendung „Wissenswert“ des hr2) und liest vor allem auch Hörbücher für Kinder. Marian Funk lebt in Berlin.
Quelle: Argon Verlag

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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