*+* Bettina Belitz: „Diamantkrieger Saga – La Lobas Versprechen“ *+*

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Sara bereitet sich bei La Loba auf eine Aufnahme in den Geheimbund der Diamantkrieger vor und wird vor viele Prüfungen gestellt. Um jedoch erfolgreich sein zu können, muss sich Sara von ihrem alten Leben lossagen und ihren alten Gewohnheiten abschwören. Das ist alles andere als leicht für sie. So verwundert es nicht, dass das ohnehin schon bockige und trotzige Mädchen sich zunächst noch selbstzweifelnder in ihr Schneckenhaus zurückzieht. Aber Sara ist nicht nur stur, sie ist auch klug und so erkennt sie immer mehr, dass La Loba es mit ihren zunächst unmöglich erscheinenden Lebensweisheiten doch gut mit ihr meint. Sara vertraut ihrer Lehrmeisterin zunehmend nicht nur im Rahmen ihrer Ausbildung sondern auch in allen weiteren Bereichen des Lebens. Sara wird immer empfänglicher für La Lobas Lehren und sieht den Weg, den sie zu gehen hat, immer deutlicher vor sich. Was nicht bedeutet, dass es nun automatisch ein Kinderspiel ist, auf ihm zu wandeln.

„“Wir fürchten, was wir nicht kennen – das ist ganz normal. Wichtig ist nur, dass du dich von dieser Furcht nicht versklaven lässt.“

Im Vergleich zum Auftaktband „Damirs Schwur“, der oft sehr grob und düster daherkam, erscheint dieser Mittelteil der Trilogie viel heller. Probleme gibt es nach wie vor zuhauf, jedoch sind sie hier weniger äußeren Einflüssen geschuldet, sondern erwachsen vielmehr aus Saras Innerem heraus. Um seinem Leben eine ganz neue Richtung zu geben, muss man eben auch seine Überzeugungen und Gewohnheiten streng überprüfen und konsequent anpassen – und das ist manchmal sehr schmerzhaft. Man braucht einen eisernen Willen und liebevolle, wärmende, angemessene Unterstützung. Diesen Willen lernt Sara aufzubringen und La Loba, aber auch andere großartige Charaktere geben ihr die Unterstützung, die sie benötigt. Selbst sehr negative Figuren helfen, der Schülerin ihren Weg zu weisen. Alles hat seinen Sinn, nichts passiert im Leben zufällig – so scheint es mir und diese Intention gefällt mir gut, ist sie doch auch eine meiner Überzeugungen.

„Verleih dem, was in dir ist, seinen Klang. Erst dann kannst du es anhören und heilen.“

Im ersten Teil wandelte Sara rückblickend betrachtet in der Dunkelheit, sie konnte ihren Weg noch nicht finden. Die Fähigkeit, ihn zu sehen, erwirbt sie mit dem zunehmendem Licht, das sie während ihrer Lehrzeit bei La Loba erfüllt. Es war mir eine Freude, die Entwicklung der Hauptprotagonistin in diesem Band lesend und dennoch hautnah mitzuerleben.

Ein Teil dieser Nähe ist sicher der Ich-Perspektive aus Saras Sicht geschuldet, mit der diese Geschichte erzählt wird. Aber auch sonst fühlte ich mich ihr ebenso wie in „Damirs Schwur“ sehr verbunden, denn Sara war mir damals schon mit all ihren Ecken und Kanten schon sehr ans Herz gewachsen und man konnte spüren, dass in diesem Mädchen noch viel mehr steckt, als sie damals zeigte. Ihre Entwicklung, ich will fast schon sagen, ihre Läuterung, ist sehr eindringlich und intensiv herausgearbeitet. Aber auch die anderen Charaktere sind ihrem Stellenwert in der Geschichte entsprechend, verschieden tief angelegt. Sehr faszinierend ist immer wieder der Hauch des Geheimnisvollen und des Undurchsichtigen, das viele von ihnen umgibt. So haucht die Autorin ihrer flüssigen, lebendigen Geschichte einen Gutteil subtiler Spannung ein.

„Das Einzige, was wir tun können, ist vor unserer eigenen Haustür zu kehren und in unserem Freiden zu bleiben und als Vorbild anderen Menschen zu zeigen, dass dies möglich ist.“

La Lobas Versprechen“ fährt in ruhigeren Fahrwassern als „Damirs Schwur“. Dieser Band ist weniger actionreich und von starken äußeren Eindrücken geprägt, sondern eher auf Saras Innerstes fokussiert. So erzählt die obere Ebene des Buches die unterhaltsame Geschichte eines Mädchens voller Höhen und Tiefen auf ihrem Weg zur Diamantkriegerin. Die zweite Ebene jedoch ist von durchdringender Tiefgründigkeit geprägt und offenbart dem Leser ein Füllhorn esoterisch angehauchter Lebensphilosophien. Oft mag ich das nicht so gerne. Hier wird jedoch auf ein ablenkendes Brimborium verzichtet und Bettina Belitz geht mit diesem Thema sehr ernsthaft und behutsam um. Das Geheimnis zum Glück liegt prinzipiell in einem selbst. In sich zu lauschen, seine eigene Sprache zu verstehen und seinen Weg zu finden, dabei hilft sie Sara in Form von La Loba. Vielleicht bewirkt sie zudem, dass der eine oder andere Leser in sich geht, und sich in einem anderen Licht sieht – mit allen Schatten, die es wirft und aus denen man lernt herauszutreten, so wie Sara es uns vorgemacht hat.

„Die Lösung ist nicht, andere mit Licht zu versorgen, sondern ihnen dabei zu helfen, ihr eigenes Licht zu finden.“

La Lobas Versprechen“ ist viel mehr als nur eine großartige Geschichte!
Sie handelt von Freundlichkeit, Nachsicht, Sanftmut,Akzeptanz, Toleranz, davon, sein Bestes zu geben, Wunschdenken und Irrglauben, Selbstmitleid, Vorwürfen und sinnloser Zeitvergeudung, Schwächen, Stärken, dem sich selbst Erkennen, positiven und negativen Energien, vielen tiefen Emotionen, der richtigen Balance, Konsequenz, Zielstrebigkeit, dem sich Helfen und dem Füreinanderdasein….und einer eindrucksvollen Reise zu sich selbst!

Bettina Belitz hat selbst das Zeug zu einer großartigen Diamantkriegerin und hat mich zudem auch mit dem zweiten Teil ihrer Saga wunderbar und tiefsinnig unterhalten, danke dafür!

Inhalt
Sara kann ihr Glück kaum fassen, als Damir plötzlich in ihr Leben zurückkehrt, obwohl er doch eigentlich den Bund des Schwertes mit einer anderen eingegangen ist. Dass ihre Treffen zunächst geheim bleiben müssen, nimmt Sara in Kauf. Es ist La Loba, bei der sie sich auf eine Aufnahme in den Geheimbund der Diamantkrieger vorbereitet, die erkennt, dass hier etwas nicht stimmen kann. Sara wird auf eine schwere Probe gestellt: Welche Rolle kann und will Damir in Zukunft in ihrem Leben spielen? Und ist sie in der Lage, ihre dunkle Vergangenheit hinter sich zu lassen?

Autorin
Bettina Belitz wurde 1973 an einem sonnigen Spätsommertag in Heidelberg geboren. Schon als Kind fing sie damit an, eigene Geschichten zu schreiben. Nach ihrem Studium arbeitete Bettina Belitz zunächst als freie Journalistin und Texterin. Heute lebt sie umgeben von Pferden, Schafen, Katzen und Hühnern als freie Autorin in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald.
Quelle: RandomHouse

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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