*+* B.C. Schiller: „Fremde Geliebte“ *+*

fremde-geliebteUm von der turbulenten letzten Zeit Abstand zu bekommen, besucht David Stein für eine kontemplative Auszeit seinen Freund Trunkpa in Nepal, einen tibetischen Mönch, der Hilfe beim Wiederaufbau seines Klosters benötigt, das durch ein Erdbeben verwüstet wurde. So kann der vom Schicksal gebeutelte David gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Gutes tun und dabei auf andere Gedanken kommen…. zumindest war dies sein Plan.

Aber mitten in seinen Aufenthalt hinein wird der Agent von der Vergangenheit eingeholt, denn Pieter, ein anderer Freund aus früheren Tagen, spricht ihm eine kryptische Nachricht auf die Mailbox. Nicht nur er bekommt eine Info über mysteriöse sieben Hornissen. Pieter informiert kurz vor seinem geahnten Tod auch eine andere wichtige Person von damals, die zudem in ganz besonderer Beziehung zu David steht. Das ausgeklügelte Personenkonstrukt lässt grüßen….

Der Agent will seinem früheren Freund einen letzten Dienst erweisen und setzt alles daran, das Geheimnis der Hornissen zu lösen. Dabei kreuzt sich dann sein Weg mit dem des anderen Vertrauten Pieters. Das ist auch gut so, denn die drohende Katastrophe ist keine Kleinigkeit – ganz im Gegenteil! Sie könnte einen Teil der Welt ins Wanken bringen. Der Druck ist groß; Ob David ihm standhalten kann? Denn das dramatische Erlebnis, das den schlimmen Cliffhanger des letzten Bandes markierte, steckt ihm noch ein wenig in den Knochen. Gottlob wendet sich für ihn das Blatt zum Guten und er bekommt wieder den Geschmack des Glücks zu kosten! Mit dieser Gewissheit im Rücken schafft er es, wieder über sich hinauszuwachsen, wenn es nötig ist – er ist halt nicht umsonst mein Lieblingsagent 🙂

Der Fall ist gut durchdacht, spannend umgesetzt und pulst zudem absolut nah am aktuellen Weltgeschehen, was stellenweise ein leicht beklemmendes Gefühl hinterlässt. Denn das, was da droht, könnte jeden treffen. Nur, dass wir in der Realität leider nicht immer jemanden wie David Stein in petto haben. Im Buch, mit dem Stift als Waffe des Autors, lässt sich im Zweifelsfall schließlich jedes Verbrechen verhindern. Einige Probleme im Thriller lösen sich auch überraschend zügig, was jedoch passend und stimmig zur Welt des Agenten ist. Denn die dreht sich nunmal recht schnell. Wobei „Fremde Geliebte“ zwar flott, aber nicht ganz so temporeich ist wie die Vorgänger. Spannung und Begeisterung meinerseits tat dies aber keinen Abbruch. Eher im Gegenteil, denn bei einem der Charaktere durfte ich ab und zu intensiv in die Gedankenwelt eintauchen. Dort hatte die Vergangenheit tiefe Spuren hinterlassen, die sich massiv auf das Hier und Jetzt des Thrillers auswirken. Und so war es sehr interessant, den Erinnerungen – überwiegend schlimmer Natur – zu folgen und die Empfindungen nachzuvollziehen. Aber nicht nur dieser Charakter ist psychologisch interessant umgesetzt. Die altbekannten Protagonisten entwickeln sich weiter, sowohl emotional als auch fachlich. So gelingt es David einerseits an seinem Schicksalsschlag zu wachsen, andererseits entwickelt er sich bei seinem eigentlichen Job des Hundeflüsterers unglaublich gut weiter, was ihm bei der Lösung dieses Falls sehr zuträglich ist. Die Kollegen der „Abteilung“ sorgen für manche Überraschung, aber auch die Charaktere, die nun durch diesen Fall in Erscheinung treten, sind nicht leicht auszurechnen. Im Prinzip weiß man zwar schon, wo die Reise hingehen soll, aber die einzelnen Schritte auf dem Weg des Bösen sind dann doch stellenweise recht überraschend und teils bedrückend rücksichtslos gestaltet.

Auch in seinem fünften Fall umweht David Stein für mein Empfinden ein leichter Hauch von James Bond. Die technischen Finessen, mit denen er es manchmal schafft, den Bösen einen Schritt voraus zu sein, aber auch die Mittel, mit denen die Widersacher arbeiten und kämpfen, machen diese Reihe für mich zu etwas ganz Besonderem. Diese Schlitzohrigkeit, mit der die Autoren immer wieder mal in ihre kreative Trickkiste greifen, ohne dass die Erzählwelt einen Riss bekommt.

Sehr gut gefällt mir auch hier wieder der Sprung zwischen den internationalen Locations. Deutschland, Nepal, Spanien, Algerien, Schweiz, dazu die schon angesprochenen Flashbacks – das ergibt zusammen mit dem flotten Stil ein erlebnisreiches, spannendes, interessantes, stellenweise auch berührendes oder schockierendes Lesen! Die verschiedenen Erzählstränge, die sich durch die verschiedenen Schauplätze ergeben, fädeln sich zum Schluss gut zusammen und halten für den einen oder anderen eine ziemliche Überraschung bereit!

Nun möge sich David Stein tiefenentspannen und neue Kräfte sammeln….ich freue mich auf einen neuen Fall, den es hoffentlich geben wird!!

Mehr auf meinem Blog zu B.C. Schiller findet ihr <<HIER>>!

Inhalt
Liebe ist ein kalter Ort.
Als Isabelle Ahrens mit zwei Drinks auf das Oberdeck der Fähre nach Barcelona zurückkehrt, ist ihr Mann Pieter wie vom Erdboden verschwunden. Niemand kann sich erinnern, ihn zuvor gesehen zu haben …
In Nepal erhält David Stein, der Hundeflüsterer und Ex-BND Agent, einen Anruf aus seiner Vergangenheit. David soll das Rätsel der »sieben Hornissen« lösen, um eine Katastrophe zu verhindern.
Wird es ihm rechtzeitig gelingen und kann er Isabelle dabei helfen, das Verschwinden ihres Mannes aufzuklären?
Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle fremde Geliebte?
Quelle: amazon

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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9 Antworten zu *+* B.C. Schiller: „Fremde Geliebte“ *+*

  1. Yvonne schreibt:

    Hallo, ist das nicht das neue Buch von B.C. Schiller, was er gerade erschienen ist?

  2. Huhu!
    Wenn ich das richtig verstehe handelt es sich dabei um eine Reihe oder?

    • irveliest schreibt:

      Ja, es ist der fünfte Teil einer Reihe. Man kann die Thriller problemlos auch einzeln lesen. Die Fälle sind in sich abgeschlossen und das, was man zu den bereits erschienenen Bänden zum Verständnis braucht, wird gut in die Handlung eingebaut.
      Wenn du Thriller magst, würde ich dir raten, dich einfach durchzulesen…alle Fälle sind ganz toll gelungen, finde ich 🙂
      Liebe Grüße Heike

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