*+* Dr. Sabine Fitzek: „VERSTORBEN“ *+*

VERSTORBENDer dritte Teil der Medizinreihe von Sabine Fitzek spielt im intensivmedizinischen Bereich und schwebt zwischen falschen Engeln und vertuschten kleinen und größeren Skandalen beim Schauplatz Intensivstation. Da kann man nur hoffen, nie selbst dort zu landen. Der Krimi liest sich zwar mehr informativ als spannend und er gefällt mir trotz seiner gelegentlichen Längen, was den Fall an sich betrifft. Denn die macht die Autorin mehr als wett, indem sie ihre Leserschaft ausführlich in einige Hintergründe dieses Themas einweist.

Dass im Krankenhaus, vor allem, auf den Intensivstationen, Menschen sterben, ist keine Besonderheit. Aber wann bewegen sich die Fallzahlen außerhalb der normalen Bandbreite von „mal mehr, mal weniger“? Wann muss man ein Auge auf die entsprechende Station haben? Wer sollte das überhaupt tun? Schließlich ist das Personal in allen Hierarchie-Stufen mehr als ausgelastet. Wann ist ein Verdacht gegenüber einem Kollegen gegenüber gerechtfertigt, vor allem wenn die betreffende Krankenschwester durch ihren riesigen Berg an Aufgaben völlig überfordert ist? Nicht jede auf den ersten Blick verdächtige Handlung muss das Tor zu einem Verbrechen sein. Aber manchmal ist es doch so, und diese Frage stellt sich wohl jedem, warum wird berechtigten Mutmaßungen nicht nachgegangen? Wer ist wichtiger, das Leben der Patienten oder der Ruf der Klinik?

Die Autorin tischt uns einen großen Krimi auf, den ich sehr spannend fand – und richtig informativ. Denn wo die Prioritäten mancher Beschäftigten in den Krankenhäusern liegen, diese furchtbare Tatsache ließ es mir noch furchtbarer den Rücken herunterrieseln als der Fall an sich. Geld regiert die Welt und der Wert eines Lebens wird bei besagten Fällen alles andere als angemessen eingestuft. Moral und Ethik verstecken sich viel zu oft hinter dem Äskulap-Stab und der Eid des Hippokrates scheint mit hinter dem Rücken gekreuzten Fingern gesprochen worden zu sein – und das scheinbar nicht nur in diesem Krimi. Denn die Autorin kennt sich durch ihre längjährige Tätigkeit als Chefärztin im Gewerbe aus und verarbeitet in ihren Krimis Missstände in unserem Gesundheitssystem….

Mir hat es wieder viel Spaß gemacht – wenn man bei so vielen Toten überhaupt davon sprechen darf -, Kommissar Kammowski bei seinen Ermittlungen zu begleiten und dem Fall nach dem Zwiebelschalen-Prinzip Schicht für Schicht abzuziehen, um den wahren Ursachen und Verursachern auf die Schliche zu kommen. Ich glaube, die Frage nach der Schuld kann man hier nicht ausschließlich beantworten, denn wie in diesem Krimi die Dinge liegen, liegt sie wohl in vielen Händen.

Ebenso wie diesen dritten Teil der Medizin-Krimis von Dr. Sabine Fitzek kann ich auch die beiden vorherigen Bände „VERRAT“ und „VERRÜCKT“ empfehlen!

Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite Irve liest und dem Instagram-Account irveliest zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

Inhalt
Seit einem Jahr landen immer wieder Eingaben bei der Berliner Staatsanwaltschaft: Kerstin Lauterbach unterstellt dem Pfleger Maik Thomasson, im Krankenhaus Moabit ihre Mutter getötet zu haben – nur hat sie dafür keinerlei Beweise.
Als gegen Thomasson anonym neue Vorwürfe vorgebracht werden, die von medizinischen Kenntnissen zeugen, wird Kommissar Kammowski gebeten, diskret ein paar Nachforschungen anzustellen. Der Fall scheint zunächst nicht besonders dringend zu sein, doch dann geht erneut eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft ein. Das Opfer, eine bereits etwas verwirrte alte Dame, hat eine Reanimation im Moabiter Krankenhaus nur knapp überlebt und beschuldigt nun einen Pfleger mit „krüppeligen Ohren“. Maik Thomasson hat tatsächlich auffällige Ohren, aber der Pfleger gilt als kompetent und ist am Arbeitsplatz angesehen. An diesen bizarren Vorwürfen wird doch nichts dran sein. Oder etwa doch?
Aktuell, brisant und hochkompetent: Sabine Fitzek ist Neurologin und hat 10 Jahre als Chefärztin gearbeitet. In ihrer Krimi-Reihe setzt sie sich spannend und informativ zugleich mit den Missständen in unserem Gesundheitssystem auseinander.

Autorin
Sabine Fitzek arbeitete nach dem Medizinstudium an den Universitäten Berlin, Erlangen, Mainz und Jena, wo sie sich im Fach Neurologie habilitierte. Danach war sie mehr als zehn Jahre lang als Chefärztin tätig. Heute ist sie Inhaberin einer neurologischen Praxis und schreibt nebenher über gesundheitspolitische Missstände, mit denen sie unfreiwillig immer wieder in Berührung kam und kommt. Überdies berät sie gelegentlich ihren Schwager Sebastian Fitzek zum Thema psychische Extremzustände.
Quelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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Eine Antwort zu *+* Dr. Sabine Fitzek: „VERSTORBEN“ *+*

  1. karin schreibt:

    Hallo liebe Irveliest,

    interessante Handlungsansatz für eine Geschichte, finde ich….die durchaus reale Probleme unseres Lebens aufgreift….

    Danke für das Vorstellen…LG…Karin..

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