*+* Ursula Poznanski: „SHELTER“ (Hörbuch) *+*

SHELTER HörbuchIn „Shelter“ greift Ursula Poznanski ein Thema auf, das uns auch bei der nervigen Corona-Pandemie immer mal wieder begegnet:Verschwörungstheorien. Sie wählt das Thema Außerirdische für ihren Jugendthriller. Als Partygag ersinnen Benny und seine Freunde eine Aktion, die Verschwörungstheoretikern ihren Irrweg aufzeigen soll. Sie malen ein geheimnisvolles Zeichen in die Umgebung und füttern dann die Social Media – was wären außergewöhnliche Nachrichten nur ohne sie? – mit Beiträgen. Wie schnell die Masse reagiert, kann man sich vorstellen, aber nicht, wie massiv. Denn plötzlich heißt es: „Gestern noch ein Gag, heute bitterer Ernst“. Benny kann tun, was er will, er und seine Freunde kommen aus der Nummer nicht raus, also versucht er es mit einem gefährlichen Weg und ist erst recht mittendrin in einem Schlamassel, aber einem ganz anderes als gedacht. Puh, es geht ganz schön hoch her und die Spannung greift um sich! Mit der Zeit begreift Benny, was los ist und was ihn in diese brenzlige Situation befördert hat.

Neben den Verschwörungstheorien und ihren manchmal krankhaft hartnäckigen Anhängern greift die Autorin weitere Themen auf, unter anderem die allgegenwärtige, globale Flüchtlingsproblematik, aber auch persönliche Dinge wie Freundschaft und Vertrauen.

Ursula Poznanski erzählt ausführlich, wodurch sich – vor allem im mittleren Teil – einige Längen in den Thriller geschlichen haben. Dennoch ist „SHELTER“ spannend, ungemütlich und subtil gruselig. Die Figuren sind charakterlich bunt gemischt und gut ausgearbeitet, ich mochte sie fast alle sehr. Vor allem Benny, der so tapfer und kreativ den Partygag beenden möchte, der mit so wundervoller Latte-Art die Getränke seiner Gäste im Café verziert, und der so hingebungsvoll für seine Aufnahmeprüfung probt.
Die Geschichte vollzieht nach etwa der Hälfte eine große Wende, plötzlich spielt die Verschwörungstheorie an sich nicht mehr die erste Geige, denn sie wird von einem, sagen wir Bedürftigen, für seine eigenen Zwecke genutzt…. Dieser Ausflug war mir etwas zu intensiv und ausufernd, da dadurch das ursprüngliche Thema sehr an den Rand gedrängt wird, auch wenn immer wieder dazu Bezug genommen wird.

Unter´m Strich hat mir der Jugendthriller aber gut gefallen, Ursula Poznanski hat ihren roten Faden sehr kreativ durch die Geschichte gefädelt und diese zu einem schlüssigen Ende gebracht.

Jens Wawrczeck liest mitreißend, vertont treffend die Charaktere in allen möglichen und unmöglichen Situationen, fängt toll die Atmosphäre und Stimmung für die Hörbuchversion ein. 

Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite „Irve liest“ und dem Instagram-Account „irveliest“ zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

Inhalt
Die Idee war völlig verrückt und sie wären niemals darauf gekommen, wenn die Party nicht so aus dem Ruder gelaufen wäre. Aus einer Katerlaune heraus erfinden Benny und seine Freunde eine irre Geschichte über außerirdische Besucher und verbreiten sie im Internet. Gespannt wartet die Clique ab, was passiert. Zu ihrer eigenen Überraschung nehmen immer mehr Menschen die Sache für bare Münze und Bennys Versuche, alles aufzuklären, bringen ihn schon bald in Lebensgefahr.
Was, wenn du dir eine völlig absurde Geschichte ausdenkst, sie zum Spaß in die Welt setzt und plötzlich glauben alle daran? Ursula Poznanskis neuer Bestseller ist eine wache Analyse der Mechanismen moderner Verschwörungsmythen und ein schockierender Thriller über einen Streich, der zur verwirrenden Realität wird.

Sprecher
Jens Wawrczeck, 1963 in Dänemark geboren, erhielt seine Schauspielausbildung in Hamburg, Wien und New York. Seitdem ist er regelmäßig auf der Bühne zu sehen und hat seit seinen Anfängen beim NDR-Kinderfunk in unzähligen Hörspielen mitgewirkt. Seit 1979 ist er Teil des Kult-Trios »Die drei ???«. In seiner eigenen Hörbuchedition AUDOBA widmet er sich außergewöhnlicher und in Vergessenheit geratener Literatur, u. a. den Romanen, die der große Sir Alfred Hitchcock verfilmt hat. Jens Wawrczeck wurde sowohl als Schauspieler als auch als Hörbuchinterpret mehrfach ausgezeichnet. 2016 erhielt er den Sonderpreis des Deutschen Hörbuchpreises. Sein gesangliches Können stellt er auf seinem Soloalbum »Celluloid« unter Beweis.
Quelle: Der Hörverlag

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Ursula Poznanski: „SHELTER“ (Hörbuch) *+*

  1. sirosesfb schreibt:

    Hi Heike,

    ach mensch, Ursula Poznanski wollte ich auch mal lesen. Hab wohl seit 2011 hier schon „Erebos“ auf dem SuB liegen und „Fünf“. Na ja, irgendwann…

    Einen schönen 2. Advent-Abend!
    Simone

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