*+* Hendrik Groen: „Herrenabend“ *+*

Herrenabend„Aller guten Dinge sind drei.“ So sagt man und das trifft leider auch auf die Tagebücher des Hendrik Groen zu. Denn „Herrenabend“ ist definitiv der letzte Band dieser wunderbaren, herzerwärmenden, manchmal bedrückenden, aber oft auch erheiternden Reihe. Ich habe die beiden Vorgänger „Eierlikörtage. Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre“ und „Tanztee. Das neue geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 85 Jahre“ geliebt und nun das große Finale mit einem lachenden und einem weinenden Auge verschlungen.

Den kauzigen, vom Schicksal des Lebens gebeutelten Herren, der dennoch niemals die Lebensfreude und seinen Humor verloren hat, habe ich damals mit den ersten Kapiteln sofort ins Herz geschlossen. Voller Bewunderung für seine Sicht auf die Dinge und seine unerschrockene Art, mit ihnen umzugehen. Hendrik Groen, der Hauptakteur, der witzigerweise genannt wird wie der Autor, ist einer, der nie aufgibt. Der die schlimmen Dinge seines langen Lebens fest im Herzen verschlossen hat und ihnen dennoch gelegentlich zwischen all seiner Trauer schöne Momente abgewinnen kann. Und seinen nicht gerade rosigen Aussichten bietet er kühn die Stirn, solange es eben möglich ist. Verzweifeln und aufgeben können andere, aber er tut es ganz sicher nicht. Und so empfindet er vieles aus seinem immer eingeschränkteren Leben dennoch als positiv und freut sich einfach an dem, was er hat. Da ging mir ein ums andere Mal das Herz auf.

Durch den Tagebuch-Stil ist man ganz nah dran an dem Mann, erlebt ungefiltert mit, wie er empfindet, wie sein altersbedingter Verfall an Fahrt aufnimmt und wie Hendrik Groen damit umgeht. Ach manchmal wäre ich gerne in das Buch gesprungen und hätte seine Hand gehalten. Aber zum Glück gibt es in der Geschichte andere, die das tun. Denn so aufgeschlossen wie der Senior ist, ist er nicht allein und einsam glücklicherweise auch nicht.

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Fazit:
Der gute alte Mann ist mir schon zum Beginn der Reihe sehr ans Leseherz gewachsen und in diesem letzten Band erst recht. Zwischen Lachen und Weinen verfolgte ich seinen mit schönen Erinnerungen gespickten dementen Verfall. „Herrenabend“ ist ebenso unterhaltsam wie berührend. Ein Highlight am Bücherhimmel!

Inhalt
Im dritten und letzten Tagebuch des beliebtesten Rentners der Welt verliert der SPIEGEL-Bestseller-Autor zwar langsam sein Gedächtnis, aber nicht seinen Sinn für Humor!
Hendrik Groen genießt sein Leben: schlafen, essen, Schach spielen und mit Fräulein Jansen spazieren gehen. Besonders freut sich der inzwischen Neunzigjährige aber auf die Treffen seines Alanito-Clubs, denn dort wird getrunken, gelacht und auf den Tischen getanzt, fast wie in den guten alten Zeiten. Doch dann muss Hendrik sich der Tatsache stellen, dass er immer vergesslicher wird. Um diesem ärgerlichen Verfall entgegenzuwirken, beschließt er, ein neues Tagebuch zu führen. Dann kann er wenigstens nachlesen, was er vergessen hat – und wenn ihm etwas nicht gefällt, schreibt er es einfach nicht mehr auf!

Autor
Hendrik Groen ist das Pseudonym des öffentlichkeitsscheuen niederländischen Bibliothekars Peter de Smet (geb. 1954). Seine fiktiven Tagebücher „Eierlikörtage“ und „Tanztee“ wurden in den Niederlanden jeweils zum „Buch des Jahres“ gewählt und verkauften sich in über sechsunddreißig Länder, wo sie große Erfolge feierten. Sie wurden außerdem zu einer Fernsehserie mit Millionenpublikum sowie einem Theaterstück adaptiert.
Quelle: Piper Verlag

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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