*+* Anna Schneider: „Grenzfall – Der Tod in ihren Augen“ *+*

Grenzfall - Der Tod in ihren AugenAls an der Felswand ein lebloser Frauenkörper entdeckt wird, ist das der Startschuss für einen höchst außergewöhnlichen Mordfall. Denn die Leiche entpuppt sich nur als eine Hälfte der Toten, was der frisch gebackenen Teamleiterin, Oberinspektorin Jahn, einige Rätsel aufgibt. Mir natürlich auch, jedoch war ich derzeit der Kripo ein kleines Stück voraus, dieser Wissensvorsprung nutzte mir bei meinen Hobby-Ermittlungen auf der Lesecouch jedoch rein gar nichts. Allenfalls wurde mir dadurch die Tragweite des Falls eher bewusst als den Ermittlern. (*)
Jahn und ihr Team durchkämmten, unterstützt von der Bergwacht und Freiwilligen, intensiv das Gelände, erfolglos zwar, aber diese Gelegenheit nutzt die Autorin gut, um das Flair der Alpen einzufangen und selbst Gebirgsmuffeln wie mir zu zeigen, wie großartig die Welt der Berge ist, wie gewaltig, wunderschön, einzigartig, aber scheinbar auch gefährlich! Denn ein Unfall kann bei unserer Leiche schnell ausgeschlossen werden.

Trotz aller Bemühungen kommt die Oberkommissarin nicht weiter, sie tritt mit ihren Helfer-Truppen auf der Stelle, obwohl sie alles und jeden unter die Lupe nehmen. Hier war mir das Tempo zu langsam, auch für einen Krimi, und in mir machte sich zunehmend mehr Lust auf die Gegend und die Leute breit als Neugier auf den Fall. Als jedoch die fehlende Hälfte der Toten im Nachbarland auftaucht, macht die Spannungskurve einen Sprung nach oben, um dann jedoch schnell wieder abzusinken, weil sich ab diesem Punkt viel um Reibereien und Kompetenzgerangel zwischen den österreichischen und deutschen Teamleitungen drehte. Jahn und ihr österreichischer Kollege Krammer raufen sich schließlich zusammen und tun erfolgreich ihren Job. Dennoch blieben sie mir beide bis zum Schluss unsympathisch, er war mir zu grummelig, sie zu sehr als „taffe Superwoman“ dargestellt. Zudem störte es mich einfach, dass zwischendurch der Fokus immer wieder mehr auf persönlichen Befindlichkeiten auf auf dem Mordfall lag, aber das ist Geschmackssache und vielen gefällt dies – vor allem in einem Krimi, wo es nicht unbedingt temporeich zur Sache gehen muss.

Apropos Tempo: Zum Schluss hin zieht es deutlich an, da nimmt der Fall bezüglich der Tätermotivation eine gravierende, grandiose Wende…. Und endlich war ich voll drin im Thema, das Lesen auf Distanz fand ein Ende! Ich habe mitgefiebert und war von der Auflösung – wenn man von der Logik, was die zeitliche Umsetzung rund um den Mord absieht – begeistert und überrascht zugleich!

Der Auftakt zur Reihe „Grenzfall“ um die Ermittler Jahn und Krammer lässt sich gut lesen, ist unterhaltsam, wenngleich durch einige Längen nicht durchweg spannend. Dafür kann der Krimi mit einer toll eingefangenen Alpen-Atmosphäre punkten.

Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite Irve liest und dem Instagram-Account irveliest zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

Inhalt
Am Brauneck in Lenggries wird an einer Felswand eine leblose Frau entdeckt. Doch was auf den ersten Blick wie ein Kletterunfall aussah, entpuppt sich als grausamer Mord. Dem Oberkörper der Toten wurden Beine aus Stroh angenäht. Kurz darauf tauchen weitere Leichenteile am Achensee in Tirol auf. Stammen sie ebenfalls von der Toten? Doch weshalb sollte der Täter die Leiche auf zwei Länder verteilen?
Für die junge und engagierte Oberkommissarin Alexa Jahn, die gerade ihren Dienst bei der Kripo Weilheim angetreten hat, ist es die erste große Ermittlung. Sie könnte jede Unterstützung gebrauchen, doch auf den desillusionierten Kollegen auf österreichischer Seite, Chefinspektor Bernhard Krammer, kann sie nicht zählen.
Alexa ist lange auf sich allein gestellt und bekommt es mit einem Täter zu tun, dem sie vielleicht nicht gewachsen ist …

Autorin
Schon als Kind liebte Anna Schneider Geschichten und lauschte im Wirtshaus ihrer Großmutter den Erzählungen der Gäste. Vor allem wenn es spannend wurde, war ihr Interesse geweckt. So ist es wenig verwunderlich, dass sie eine Vorliebe für Kriminalfälle entwickelte und sich nach dem Abitur bei der Polizei bewarb. Zum Glück wurde sie damals abgelehnt, sonst wäre sie vielleicht nie zum Schreiben gekommen. Für ihre Thriller lässt sie sich gern im Alltag inspirieren. So auch für die »Grenzfall«-Serie: Eine Zeitungsmeldung über einen vermissten Wanderer in Lenggries im Tölzer Land brachte sie auf die Idee. Die Nähe zur österreichischen Grenze tat dann ihr übriges. Die Serie spielt in beiden Ländern, Deutschland und Österreich, und lässt zwei gegensätzliche Ermittler aufeinandertreffen, die erst einen Weg finden müssen, als Team zusammenzuwachsen. Anna Schneider lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.
Quelle: S. Fischer Verlage

(*) Die männliche Form verwende ich der besseren und flüssigeren Lesbarkeit halber, sie inkludiert aber natürlich Menschen jeglichen Geschlechts.

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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