*+* David Lozano: „Der Minutendieb“ *+*

Der MinutendiebEdu ist verzweifelt, denn die Regierung will einen Tag aus dem Kalender streichen – ausgerechnet den 6. Oktober, seinen Geburtstag! Das geht ja mal gar nicht! Edu ist verzweifelt, denn er fürchtet, für immer zehn Jahre alt bleiben zu müssen. Bereits an dieser Stelle gab es zwei Einwände meines Sohnes, der mir das Buch vorgelesen hat, denn man erfährt weder, warum überhaupt ein Tag gestrichen werden muss, noch warum die Wahl auf ausgerechnet dieses Datum gefallen ist. Zudem kam die Anmerkung, das sei doch nicht schlimm, und natürlich würde Edu weiterhin älter, denn das würden alle am 29. Februar Geborenen doch schließlich auch!

Nun, der Junge ist in der Geschichte jünger als mein Sohn, soweit denkt er nicht und leider hat er auch niemanden, der sich wirklich für sein Problem interessiert. So lebt er weiter in der bangen Angst, nie wieder einen Geburtstag feiern zu können. Das kann und will er nicht hinnehmen, also traut er sich in den „Laden der verbotenen Dinge“, in dem äußerst seltene, skurrile Dinge unerlaubt und illegal angeboten werden. Und tatsächlich! Vicinus, der eigentümliche Verkäufer, gräbt aus den Tiefen seines Ladens einen Zeitsauger aus, mit dem Edu sich seinen Geburtstag zusammensammeln kann, um später punktgenau einen kompletten Tag, sprich: 1440 Minuten aus dem Hut zu zaubern. Jedoch wird die Qualität seines Extratages ein Abbild der gestohlenen Zeit sein. Das sorgt für Stress bei dem Jungen, denn das, was er tut, ist verboten – und treibt ihm gelegentlich den Angstschweiß auf die Stirn. Zudem ist es anstrengend, die perfekten Momente zu finden und unbemerkt einzusaugen, denn sein Geheimnis muss unbedingt gewahrt werden. Vor allem, weil es bei den Bestohlenen zu seltsamen Nebenwirkungen kommen kann – und auch hier hakte für uns leider manchmal die Logik.

Das Jahr geht voran, und kurz vor dem magischen Datum ändern sich plötzlich die Prioritäten, denn Edus einst beste Freundin gerät in eine furchtbare Lage. Er muss abwägen, was ihm wichtiger ist, sein ursprünglicher Plan, oder seine Zeit für die Freundin aufzuopfern. Mal abgesehen davon, dass wir auch hier gerne mehr Erklärungen und Hintergründe gehabt hätten, hat uns beiden diese Wende sehr gut gefallen, ebenfalls wie Edu mit ihr umgegangen ist. Auch das Ende ist gut gelungen und das ursprüngliche Problem geschickt gelöst.

„Der Minutendieb“ hat uns abgesehen von einigen logischen Schwächen und Erklärungslücken ganz gut gefallen, vor allem zweite Hälfte fällt interessant und durch die unerwartete Wende auch recht spannend aus. Edus Sorgen sind für ein Kind seines Alters nachvollziehbar. Wir fanden es jedoch schade, dass niemand seiner Bezugspersonen ein offenes Ohr für ihn hatte und er das Problem allein, unter Zuhilfenahme einer illegalen Methode, lösen musste. Dass Edus Herz dennoch am rechten Fleck pocht, hat er zum Schluss bewiesen, und er wird dann auch mit einem versöhnlichen Ende belohnt.

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Inhalt
Als die Behörden beschließen, den 6. Oktober aus dem Kalender zu streichen, ist der zehnjährige Eduardo verzweifelt. Wie ungerecht ist das denn? Es kann doch nicht sein, dass er auf einmal keinen Geburtstag mehr hat und womöglich für immer zehn Jahre bleiben muss! Edu nimmt seinen ganzen Mut zusammen und geht in den Laden der Verbotenen Dinge. Der rätselhafte Herr Vinicius hat nicht nur einen schwarzen Schnurrbart, sondern in den tiefsten Tiefen seines Kellers auch einen Zeitsauger, mit dem man in der Lage ist, von Menschen heimlich Minuten zu stehlen, bis ein ganzer Tag zusammengekommen ist. Ein Jahr hat Edu Zeit, um sein Ziel zu erreichen, doch er muss äußerst vorsichtig sein: Zeitdiebstahl ist streng verboten, und zudem darf er nur glückliche Momente stehlen, alles andere hätte fatale Folgen. Von da an macht sich Edu auf die Jagd nach schönen Momenten von anderen. Mit dem Zeitsauger im Rucksack lauert er auf jede gute Gelegenheit und wird immer abhängiger und egoistischer. Er lässt seine beste Freundin im Stich, interessiert sich nicht mehr für seine Schulkameraden … Und die Welt um ihn herum wird immer düsterer, weil er den Menschen ja glückliche Momente stiehlt. Edu beginnt zu ahnen, was für einen hohen Preis er zahlt, aber so kurz vorm Ziel will er nicht aufgeben. Doch dann gerät seine Freundin Laura in große Gefahr. Und 24 Stunden könnten ihr vielleicht das Leben retten …
Quelle: Amazon (Das Buch ist ursprünglich im Thiele Verlag erschienen, wird aber dort scheinbar nicht mehr verlegt.)

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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