*+* Schwiecker/ Tsokos: „Die siebte Zeugin“ *+*

Einen fesselnden Beginn bescherte mir „Die siebte Zeugin“, der Auftaktband der neuen Justiz-Krimi-Reihe von Michael Tsokos und Florian Schwiecker. Die beiden Autoren sind Meister ihres Fachs und lassen ihre Sachkenntnis in das gemeinsame Werk einfließen. Während Tsokos wie schon in seiner True Crime Reihe die Leserschaft in sein Schaffensgebiet der Rechtsmedizin einführt, gibt Schwiecker Einblicke in seine Erfahrungen als Strafverteidiger.

Dies tut er in Form des Anwalts Rocco Eberhardt und der muss sein Bestes geben, um seinen Mandanten Nölting vor einer lebenslangen Haftstrafe zu bewahren. Das wird schwer, denn der Mann hat eines Sonntagsvormittags in einer Bäckerei wild um sich geschossen – mit tödlichen Folgen.

Bis dahin fand ich den Krimi einfach nur großartig. Spannend, undurchsichtig, was die Messlatte für den Rest sehr hoch legte. Ich schreibe es nur ungern, aber die Latte ist gerissen. Schnell ahnte ich sowohl, welches Motiv Nölting angetrieben ha, als auch, wie es zur Schießerei kommen konnte. Im Prinzip finden Rocco Eberhardt und sein Freund, Privatermittler Baumann, die sorgsam verwischten Pfade Nöltings und erforschen diese bis in jede kleine Verzweigung. Der Mandant schweigt zwar beharrlich jedem gegenüber, jedoch nutzt ihm dies nicht, da Eberhardt ihm komplett auf die Schliche kommt – und schließlich bei der Gerichtsverhandlung am Ende für eine Überraschung sorgt. Zumindest für mich, denn ich hätte nicht mit diesem Urteil gerechnet. Da zeigt sich, welche Tricks und Kniffe Autor Schwiecker kennt, und er hat sie zu meiner Freude in diesen Krimi integriert.

Auch gut gefallen hat mir die rechtsmedizinische Seite des Falls, denn Obduktion ist nicht immer gleich Obduktion. Wenn man genauer oder mit einem talentierteren Auge auf die Opfer schaut, tun sich möglicherweise große Überraschungen und Wenden auf – hier brillierte Autor Tsokos auf seinem Fachgebiet!

Was mir jedoch nicht so gut am Krimi gefiel, waren die teils intensiven privaten Einspieler von Baumann und Eberhardt, der mir zudem völlig unsympathisch ist. Natürlich muss man bei einem Auftaktband seine Grundfiguren gut einführen, aber hier ist mir das zu intensiv und leider auch zu uninteressant passiert. Auch der Bereich der Clan-Kriminalität plaudert mir für einen allgemeinen Justizkrimi stellenweise zu sehr aus dem Nähkästchen.

„Die siebte Zeugin“ ist ein Justizkrimi mit Stärken und Schwächen. Mit einem Wahnsinnsbeginn und toll eingewobenen Berufserfahrungen des Autoren-Duos wusste er mich zu begeistern, hat aber stellenweise in der Umsetzung und durch einige Längen Federn gelassen.

Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite „Irve liest“ und dem Instagram-Account „irveliest“ zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

Inhalt
Hochspannend und 100% authentisch:
»Die siebte Zeugin« ist der 1. Teil einer neuen Justiz-Krimi-Reihe aus Berlin mit Insider-Einblicken des ehemaligen Strafverteidigers Florian Schwiecker und des Rechtsmediziners und Bestseller-Autors Michael Tsokos.
An einem Sonntagmorgen wie jeder andere auch verlässt der Verwaltungsbeamte Nikolas Nölting sein Haus in Berlin-Charlottenburg. Er winkt seiner kleinen Tochter zu, schwingt sich aufs Fahrrad und fährt zu einer Bäckerei. Dort schießt er plötzlich aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung um sich. Ein Mensch ist tot, zwei weitere verletzt – und Nikolas Nölting schweigt.
Nöltings Anwalt Rocco Eberhardt steht vor einem Rätsel: Welches Motiv könnte der unauffällige Familienvater für eine solche Tat gehabt haben? Das Ganze erscheint völlig sinnlos – bis der Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer eine überraschende Entdeckung macht, die Rocco Eberhardt mitten in einen Sumpf aus Korruption, Geldwäsche und Clan-Kriminalität führt. Doch wer sich mit der Unterwelt von Berlin anlegt, bringt nicht nur sich selbst in größte Gefahr …

In ihrer Justiz-Krimi-Reihe um den Berliner Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer gewähren die Autoren tiefe Einblicke in ihren eigenen Berufsalltag: Florian Schwiecker arbeitete lange Jahre als Strafverteidiger, Bestseller-Autor Michael Tsokos leitet das Institut für Rechtsmedizin der Berliner Charité.

Autoren
Florian Schwiecker ist 1972 in Kiel geboren und hat viele Jahre in Berlin als Strafverteidiger gearbeitet. Während seiner Tätigkeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen in den USA entstand die Idee zu seinem ersten Thriller „Verraten“. Außerdem empfiehlt Florian Schwiecker regelmäßig Krimis in seiner Thriller-Kolumne auf freundin.de.

Michael Tsokos, 1967 geboren, ist Professor für Rechtsmedizin und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er das Institut für Rechtsmedizin der Charité. Seine Bücher sind allesamt Bestseller. Einige seiner True-Crime-Thriller und Sachbücher wurden bereits mit hochkarätiger Besetzung erfolgreich verfilmt.
Quelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur 

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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