*+* Melisa Schwermer: „So mörderisch die Gier“ *+*

Als Eva die kryptische Handy-Nachricht „Lust auf ein Experiment?“ bekommt, ist sie hin und her gerissen. Eigentlich ist sie kaputt vom langen Tag, denn sie hat bereits ein „Experiment“ hinter sich, allerdings eines, bei dem sie zuvor wusste, was auf sie zukommt – denn sie hat bei einer Aktion ihrer Kunst-Uni mitgemacht und ist nun, nach einem Absacker, unterwegs nach Hause. Aber ihr gemütlicher Fernsehabend auf der Couch hat nun eine aufregende Alternative bekommen.

Ganz ehrlich, mir kribbelten sich die feinen Nackenhärchen hoch, nie im Leben wäre ich auf dieses Angebot eingegangen, aber Eva schiebt alle Zweifel beiseite und wagt den Sprung ins Ungewisse…und mir blieb nichts anderes übrig, als sie ins Unglück, respektive ihren Tod rennen zu sehen. Das Groteske daran ist, dass sie ihren Spaß dabei hat und erst begreift, was mit ihr geschieht, als es längst zu spät ist. Maßgeblich an ihrem Verhalten war ihr jung-naives Vertrauen, denn sie kannte den Täter und hätte wohl im Traum nicht gedacht, dass er zu so etwas fähig ist. An dieser Stelle mein Appell an alle Abenteuerhungrigen. Ja, das Neue lockt und fetzt sicher, meist passiert auch bestimmt nichts Schlimmes dabei, aber bitte tut euch den Gefallen und hinterfragt solche Angebote wie „Lust auf ein Experiment“, bevor und auch während ihr euch darauf einlasst! Eva kannte ihren Mörder, und mir war leider auch sofort klar, wer ihr Leben und das weiterer junger Damen auf dem Gewissen haben würde, was mein persönliches Spannungsniveau nicht so stark wie sonst bei den Thrillern der Autorin ansteigen ließ.

Andererseits hatte ich ein diebisches Vergnügen dabei, den Ermittlern über die Schulter zu schauen. Wie oft hätte ich ihnen so gerne Tipps zugerufen, aber glücklicherweise sind sie auch dieses Mal in Höchstform. Wenngleich sie sich persönlichen Problemen, Schicksalsschlägen und Reibereien stellen und sich mit einem unerträglich ehrgeizigen, sprich: sensations- und karrieregeilen, gierigen Reporter und einem gefühlt nie zufriedenen Chef herumschlagen müssen, sie arbeiten hart und effektiv daran, den Täter zu stellen und dem Grauen ein Ende zu bereiten.

Interessant ist zudem das Gedankenspiel, wovon die tödliche Opfer-Täter-Spirale genährt wird und ob und wie sie gestoppt werden kann. Ich war jedenfalls erleichtert, als das Dreier-Team den Weg zum Täter gefunden hat – all die falschen Spuren und überraschenden Wenden konnten sie nicht davon abbringen – und nun für sie bis zum nächsten Fall etwas Ruhe einkehrt.

Neben dem flotten Stil gefiel mir mal wieder, dass so ganz nebenbei die Finger in so manche kleine oder auch größere Wunde unserer Gesellschaft gelegt werden, was zum Nachdenken einlädt. Und weil ich das Ermittlerteam gerne mag, freute ich mich sehr, dass auch ihr privates Umfeld erneut ein wenig in die Geschichte eingeflossen ist. Für Fabian und Helga – um Thomas blieb es dieses Mal eher ruhig – ging es auch nach Dienstschluss recht aufregend und aufreibend zu und ich bin sehr gespannt, welchen Fall sich Melisa Schwermer demnächst für die Drei einfallen lässt, aber auch, wie es im Privatbereich der Ermittler weitergeht!

Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite „Irve liest“ und dem Instagram-Account „irveliest“ zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

Inhalt
Öffne ihm nicht die Tür, denn es könnte dein Tod sein!
Die Studentin Eva Jakoby wird mitten in der Nacht mit aufgeschlitzter Kehle im Pool ihrer Eltern gefunden. Alles deutet darauf hin, dass die von Selbstzweifeln geplagte Außenseiterin ihren Mörder gekannt haben muss. Nur wenige Tage später wird eine weitere Studentin auf bestialische Weise ermordet, und es ist klar: Das Team um Hauptkommissar Fabian Prior hat es mit einem kaltblütigen Serienmörder zu tun. Die merkwürdige Inszenierung der Tatorte gibt der Kripo Frankfurt Rätsel auf. Und ist es Zufall, dass beide Frauen eine Affäre mit demselben Mann hatten?
Als dem Täter eine weitere Frau zum Opfer fällt, gerät das Team unter Druck. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Mörder erneut zuschlägt. Bei ihrer fieberhaften Suche nach dem Killer ahnen die Ermittler nicht, dass er ihnen bereits gefährlich nah ist.
So mörderisch die Gier, der bislang brisanteste Fall für Fabian Prior.

Autorin
Melisa Schwermer, geb. 1983 in Offenbach, hat Germanistik und Philosophie in Darmstadt studiert und sich nach ihrem Abschluss als Thrillerautorin einen Namen in der Buchbranche gemacht.
Quelle: Amazon 

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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