*+* Michael Tsokos: „Zerrissen“ *+*

In knapp zweijähriges Mädchen soll beim unbeobachteten Spielen zu Schaden gekommen sein. Aber können ihre schweren Kopfverletzungen wirklich die Folge eines normalen Sturzes sein? Zunächst geht man davon aus, aber als der Gerichtsmediziner Fred Abel den Kopf des Kleinkinds genau untersucht, kommen ihm Zweifel. Von nun an setzt er alles daran, seine Vermutungen beweisen zu können und als ihm der Zufall in die Hände spielt, beginne ich, die unglaublichen Zusammenhänge mit den anderen Vorkommnissen des Thrillers zu erahnen.

Die Fälle, in die auch Abels Freund und Privatermittler Lars Moewig, verwickelt ist, werden spannend und plakativ erzählt, für meinen Geschmack aber zu sensationsheischend, spektakulär und effektvoll inszeniert. Die Einspieler aus Abels Privatleben und dem seiner Frau waren mir ebenfalls zu intensiv und dramatisch, zudem rissen sie mich immer wieder aus meinen Gedanken rund um die Verbrechen.
An manchen Stellen habe ich die Handlungsweise einiger Beteiligter hinterfragt, da ich bezweifle, dass man in einer solchen Situation tatsächlich derart leichtsinnig respektive unüberlegt handelt. Aber meine Zweifel hin oder her, genau so musste es laufen, damit sich die weitere Handlung entsprechend entwickeln konnte.

Abgesehen von meinen Kritikpunkten hat mir dieser Thriller durchaus zugesagt. Die Thematik rund um die Rechtsmedizin ist einfach faszinierend, die Möglichkeiten, die ein fähiger Ermittler hat, sind unglaublich, und als Laie kann man kaum glauben, mit welchen Mitteln heutzutage überzeugend gearbeitet werden kann.

Die Fälle, mit denen Abel und Moewig konfrontiert werden, sind mir sehr nahe gegangen, denn hier handelt es sich um True Crime, nicht um Fiktion. Natürlich haben sich die Dinge nicht exakt so wie beschrieben abgespielt, aber der Thriller baut auf wahren Begebenheiten auf und was für mich noch schlimmer ist, er arbeitet auch mit einer realen Kulisse, was die Hintergründe und Fakten rund um die Fälle betrifft. Das sorgte für ein weitaus beklemmenderes Gefühl bei mir als es das härteste, erdachte, fiktive Verbrechen jemals könnte.

Der Thriller ist der vierte Band der Fred Abel Reihe von Michael Tsokos. Ich kenne die vorherigen Teile nicht, konnte den Geschehnissen dieses Buches aber problemlos folgen. Alles, was Bezug auf die Vorgänger nimmt, wird ausreichend aufbereitet, sodass man jederzeit ausreichend im Bilde ist.

„Zerrissen“ ist von wenigen kleineren Schwächen abgesehen überzeugendes, fesselndes True Crime, aber zarter besaitete Gemüter sollten sich hier innerlich wappnen!

Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite „Irve liest“ und dem Instagram-Account „irveliest“ zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

Inhalt
Dr. Fred Abel muss vor Gericht in einem besonders schweren Fall von Misshandlung aussagen. Bei dem Opfer, einem kleinen Mädchen, handelt es sich ausgerechnet um die Nichte seiner langjährigen Kollegin Sabine Yao. Das Verhältnis zwischen den beiden Rechtsmedizinern ist dadurch äußerst angespannt.
Währenddessen findet Privatermittler Lars Moewig, Fred Abels alter Freund, in seinem Kickboxclub eine grausam zugerichtete Leiche in einem Boxsack. Lars muss wissen, wer in seinem Club Männer in Sandsäcke einnäht und bittet Abel um Hilfe. Schon bald führen ihre Nachforschungen sie in die Welt der libanesischen Drogen-Clans. Eine Schattenwelt, in der es weder Gefangene noch Zeugen geben darf, seien sie auch noch so jung und unschuldig …

Autor
Michael Tsokos, 1967 geboren, ist Professor für Rechtsmedizin und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er das Institut für Rechtsmedizin der Charité. Seine Bücher sind allesamt Bestseller. Einige seiner True-Crime-Thriller und Sachbücher wurden bereits mit hochkarätiger Besetzung erfolgreich verfilmt.
Quelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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