*+* Diane Setterfield: „Was der Fluss erzählt“ (Hörbuch) *+*

„Manche Geschichten behält man besser für sich.
Manche Geschichten erzählt man sich laut,
andere im Flüsterton,
und wieder andere überhaupt nicht.“

Im „Swan“ erzählt man sich gern Geschichten. Geschichten, die manchmal schon so oft weitergetragen worden sind, dass man den Wahrheitsgehalt nicht mehr so genau feststellen kann. Aber diese Geschichte hier, die ist niegelnagelneu und kann noch nie erzählt worden sein! Daher sind die Bewohner von Radcot, dem Dorf des „Swan“ dieses Mal noch interessierter. Zudem scheint etwas nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Denn wie lässt es sich sonst erklären, dass ein tot aus dem Fluss geborgenes Mädchen am nächsten Tag wieder lebt?

Neben diesem Mysterium umtreibt die Bevölkerung die Frage, wer das Mädchen überhaupt ist, denn mehrere Personen behaupten, sie zu kennen, respektive in einem verwandtschaftlich nahen Verhältnis zu ihr zu stehen.

Wie das Wasser des Flusses tagtäglich am Dorf vorbeiströmt, dessen ruhiger Verlauf durch abenteuerliche Passagen gestört wird, wenn es sich in einem Strudel verfängt oder auch mal wie ein Wasserfall herniederstürzt, um später gemächlich weiterzufließen, so verläuft auch diese Geschichte überwiegend ruhig, ist aber mit einigen erzählerischen Stromschnellen versetzt.

„Wenn man nur ein wenig unter die Oberfläche ging, war einem das Leben ein Rätsel und nicht selten drifteten Ursachen und Wirkungen auseinander.“

In „Was der Fluss erzählt“ fließen mehrere kleine Bächlein schließlich zu einem starken Strom zusammen. Denn zunächst verlaufen die einzelnen Geschichten, die alle mehr oder weniger mit dem mysteriösen Mädchen zu tun haben, unbeteiligt aneinander vorbei. Sie alle haben stille und aufregende Phasen, nach und nach versteht man die Zusammenhänge, die die Bewohner des Landstrichs verbinden, und lernt einige der Protagonisten sehr gut kennen und mögen.

Der Erzählstil ist leicht, behäbig und stellenweise sehr verwunschen bis hin zu mystisch, fast schon betörend. Das alles setzt die Sprecherin Simone Kabst beeindruckend um. Auch, wenn die Erzählung stellenweise nur sehr langsam strömte, konnte ich mich ihr durch die fesselnde Umsetzung nicht entziehen! Sehr atmosphärisch wird man in Wort aber auch Ton in das dörfliche England des späten 19. Jahrhunderts versetzt und taucht tief ein in all die Familiengeschichten, die schließlich so manche Überraschung offenbaren.

Manchmal war es mir inhaltlich zu sehr in die Länge gezogen, aber die Highlights, die die Autorin mit neuen Wenden gesetzt hat, aber auch mit ihren Stippvsiten in Medizin und Fotografie erfreuten mich dann doch immer wieder!

🎄 Suchst du noch einen Buchtipp für Weihnachten? Vielleicht findest du etwas in meinem Blogartikel „Buchiges unter dem Weihnachtsbaum“ 🎄

Inhalt
Eine stürmische Winternacht im England des späten 19. Jahrhunderts: In der Gaststube des „Swan“ sitzen die Bewohner von Radcot zusammen und wärmen sich an ihren Geschichten und Getränken, als ein Mann mit einem leblosen Mädchen im Arm hereinstolpert, das er aus der Themse geborgen hat. Die herbeigerufene Krankenschwester kann nur noch den Tod feststellen. Als sie jedoch ein paar Stunden später erneut nach dem Kind schaut, bemerkt sie, dass es wieder atmet. Ein Wunder oder gar Zauberei? Oder gibt es eine medizinische Erklärung? Viel dringlicher wird jedoch bald die Frage: Woher kommt das mysteriöse Mädchen und welche Rolle spielt der Fluss in seiner Geschichte …?

Autorin
Diane Setterfield ist promovierte Romanistin und lebte viele Jahre in Frankreich. Bevor sie sich Vollzeit der Schriftstellerei widmete, arbeitete sie als Lehrerin. Ihr Debüt, »Die dreizehnte Geschichte« (Blessing, 2007), war ein internationaler Bestseller und wurde mit Vanessa Redgrave in der Hauptrolle von der BBC verfilmt. Diane Setterfield lebt in Oxford.

Sprecherin
Simone Kabst wurde 1973 geboren und studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Sie spielte u. a. an der Schaubühne und am Maxim Gorki Theater Berlin, ist als Gastdozentin an der Hamburg Media School tätig und zurzeit am Theater Poetenpack in Potsdam zu sehen. Immer wieder übernimmt Simone Kabst auch Rollen in Film- und Fernsehproduktionen, wie »Rote Rosen«, »Claudia, das Mädchen von Kasse 1«, »Fürst Pückler« und »Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat«. Darüber hinaus ist sie eine gefragte Sprecherin für Features, Audioguides und Hörspiele, las für den Hörverlag z. B. Cecelia Aherns »Für immer vielleicht« und Janet Evanovichs »Der Beste zum Kuss« sowie viele von Lucinda Rileys Bestsellern.
Quelle: Randomhouse Verlag

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
Dieser Beitrag wurde unter Hörbücher, RandomHouese, Romane abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu *+* Diane Setterfield: „Was der Fluss erzählt“ (Hörbuch) *+*

  1. Literaturgarten schreibt:

    Hallo Irve , dieses Hörbuch hatte mich auch völlig verzaubert und in seinen Bann gezogen. Meine Rezi kannst Du auf meinen beiden Blogs finden.
    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein geruhsames und vor allem gesundes Weihnachtsfest.
    Herzlich
    Angela vom Literaturgarten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.