*+* Messetrostpflaster-Lesung mit C.E. Bernard in der Stadtbibliothek Recklinghausen *+*

Wenn ich euch sage, dass ich inzwischen unter massiven Messe-Entzugserscheinungen leide, renne ich wahrscheinlich offene Türen ein. Aber da jammern bekanntlich nichts nutzt, müssen Alternativen her. Durch Zufall habe ich in christinebernadwrites´ Insta-Stories gesehen, dass erstens in meiner Nachbarstadt momentan die „Literaturtage Recklinghausen“ stattfinden und zweitens die Autorin selbst dort zu einer Lesung eingeladen worden ist. „Also nix wie hin!“, dachte ich, und gemeinsam mit der Buchhändlerin meines Buchclubs habe ich mich am letzten Freitag (02.10.2020) zum Event aufgemacht.

Da wir relativ früh angekommen waren, hatten wir noch die Gelegenheit für einen kurzen Plausch. Christine war genauso fröhlich, freundlich und gut drauf, wie ich sie schon vor einiger Zeit auf der LBM und auch bei der Signierstunde im Recklinghäuser Thalia kennengelernt hatte. Die Stimmung hätte also besser nicht sein können und auch die Location war trotz Corona recht fein und ansprechend gestaltet worden. Dass man auf seinem Platz in alle Richtungen ausreichend Platz hatte, störte niemanden. Ehrlich gesagt, hat es mir sogar besser gefallen als das Gedrängel und Geschiebe vieler meiner bisherigen Lesungen.

Als die circa 20 Gäste ihre Plätze eingenommen und die Uhr vorfreudig auf den Veranstaltungsbeginn vorgerückt war, ging es los…. Das Licht wurde gedimmt und Christine plauderte zunächst aus dem Nähkästchen, sprich: Sie erzählte etwas aus ihrem Autorenleben, bevor sie zum ersten Kapitel ihres Manuskripts griff und zu lesen begann. Es handelte sich übrigens um die erste und wohl auch einzige Lesung vor dem Erscheinen des Buches!

Ich weiß nicht, ob es allen so erging wie uns, aber schon die ersten beiden Sätze fesselten uns – im Saal herrschte atemlose Stille – die Geschichte zog wohl von Beginn an alle in ihren Bann, meine Fantasie bekam Flügel – sie tut es übrigens auch nun, knapp eine Woche später, auch noch.

Leider ist auch die schönste Lesung einmal vorbei und ich war wirklich traurig, dass wir nun bis zum Frühling auf das Erscheinen des Auftakts zur neuen Fantasyreihe von C.E. Bernard warten müssen. Ich hätte ewig weiter lauschen können! Allein in dem kurzen Ausschnitt der Story steckt so viel Atmosphäre, so viel Lebendigkeit, dass ich die Szenen vor mir sah, bewegte Bilder vor dem inneren Auge, von Anfang an – und nicht nur das, auch Geräusche und Gerüche fanden ihren Weg in mein Kopfkino.

Zunächst war ich skeptisch, ob die Geschichte tatsächlich etwas für mich ist, denn in den einführenden Worten sagte Christine sinngemäß, diese Trilogie sei eine Hommage an den Herrn der Ringe, der sie seinerzeit sehr geprägt habe. Und mit dem Herrn der Ringe konnte ich als Jugendliche rein gar nichts anfangen. Vielleicht sollte ich diesem Epos doch noch eine Chance geben, mal sehen!

Nach der Lesung hatten wir Gelegenheit, eventuelle Fragen loszuwerden. Nach einem holperigen Beginn gab es dann einige Dinge, die Christine gerne und auch sehr ausführlich beantwortet hat. Alles aufzuführen, würde hier den Rahmen sprengen, aber auf die Frage, warum dieses Buch etwas ganz besonderes für die Autorin ist, erklärte sie dies mit dem normalen Verlauf des Schreibprozesses, der Entwicklung als Autor, da gibt es nämlich einen ganz bestimmten Punkt, den sie nun erreicht hat.

Wenn man zu schreiben beginnt, orientiert man sich natürlich an der Literatur, die einem gut gefällt und neigt dazu, in gewisser Hinsicht „nachzuahmen“. Je mehr man jedoch zu sich selbst findet, je mehr man seinen eigenen Weg erspürt hat, umso weniger werden die Einflüsse der „äußeren Prägungen“. Das war bei ihr auch so, wobei schon bei der Palace Saga die äußeren Einflüsse sehr gering waren. Aber nun beim Wayfarer hat sie das Gefühl, hier ausschließlich mit der eigenen Stimme zu erzählen. Daher ist der Wayfarer etwas ganz Besonderes für Christine, obwohl alle ihre bisherigen Bücher Herzensangelegenheiten sind.

Wenn ihr die Gelegenheit zu einer Lesung mit der Autorin (Homepage) habt, nutzt sie unbedingt! Es lohnt sich.

Ich hoffe, dass Christine noch oft in ihrer Heimatstadt lesen wird und bin dann gerne dabei. Die Wartezeit bis zum heiß ersehnten neuen Fantasy-Roman könntet ihr mit der Palace- Reihe verkürzen – sie besteht inzwischen aus vier Bänden), oder aber mit ihrem Thriller „Flowers for the Dead„! 😉

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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