*+* Melisa Schwermer: „So verdorben das Blut“ *+*

Helga verstärkt ab sofort das eingespielte Duo von Fabian und Thomas. Wie die drei es dienstlich miteinander aushalten, können sie sofort unter Beweis stellen – und zwar unter verschärften Bedingungen. Denn ein übler Mord ist geschehen und niemand will etwas davon mitbekommen haben, dass die Dame vom Jugendamt unliebsamen Besuch bekommen hat, der sie das Leben kostete.

Helga ist möglicherweise etwas übermotiviert, was man ihr unter der aktuellen Situation sicher nicht vorwerfen sollte. Jedoch hat sie beständig das Gefühl, von den beiden Männern nicht für voll genommen zu werden. Ein wenig dünn ist ihr Fell zwar manchmal, aber etwas rücksichtsvoller könnten Fabian und Thomas schon mit ihren Bemerkungen sein. Letzterer hat aktuell einen schweren Stand, denn seine Dienstklage läuft noch und die bereitet ihm durchweg Sorgen – da fällt es umso schwerer, kooperativ und kollegial zu sein.

Thomas muss jedoch seine Privatprobleme zur Seite schieben, denn außer dem Mord ist ein weiteres Verbrechen geschehen und nun gilt es herauszufinden, ob und wie diese beiden Fälle zusammenhängen könnten. Der Leser ist in der Hinsicht der Polizei ein ganzes Stück voraus, denn die Autorin gewährt teilweise intensive Einblicke in den familiären und privaten Kreise der Betroffenen. Dinge, denen Fabian und sein Team erst nach und nach auf die Schliche kommen und dabei ebenfalls für die Leser für Überraschungen sorgen. Denn nicht alles ist, wie es scheint – oder etwas doch? Melisa Schwermer versteht es, ihre Leserschaft geschickt hinter´s Licht zu führen und Spuren zu verwischen, zu täuschen und zu überraschen.

Der flüssige Erzählstil, der zwischen der Gegenwart und einigen Erlebnissen in der Vergangenheit springt, tut sein übriges, um die Spannungskurve gekonnt aufzubauen. Ich konnte den Thriller kaum aus der Hand legen und musste unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt und wer welche Rolle spielt. Den Titel finde ich übrigens sehr gut gewählt!

Erschreckender als die fiktiven Verbrechen, die es aufzuklären gilt, sind jedoch die wahren Dramen, die ganz real dahinterstecken. Denn die Tatsachen, auf denen „So verdorben das Blut“ beruht, sind für einige Menschen und ihre Familien bittere Wahrheit und spiegeln ihren grausamen Alltag wider. Die Autorin legt hier und auch an anderen Stellen unserer Gesellschaft und Staat zielsicher den Finger in diverse Wunden, die es in dieser Form nicht geben müsste, würde man an gegebener Stelle verantwortungsbewusster und realistischer mit seinen Aufgaben umgehen.

Mir hat der aktuelle Band um Fabian und Thomas sehr gut gefallen – ich hoffe sehr, dass die beiden Helga ihr den Platz im Team zubilligen, der ihr gebührt -, nicht nur wegen der Umsetzung der Fälle sondern auch wegen der gut eingeflochtenen Hintergründe, die leider häufig allzu gerne unter den Tisch fallen gelassen werden, und motivieren, mit offeneren Augen durch´s Leben zu gehen.

Inhalt
Wenn deine Vergangenheit dich einholt, endet das tödlich.
Lena glaubt, ein glückliches Leben zu führen. Die schrecklichen Erlebnisse ihrer Kindheit hat sie hinter sich gelassen, bis ein längst verdrängtes Trauma alte Wunden aufreißt.
Als die entstellte Leiche einer Sozialarbeiterin in ihrem verwüsteten Haus gefunden wird, geht die Kripo Frankfurt zunächst von einem missglückten Einbruch aus. Doch schnell stoßen Hauptkommissar Fabian Prior und sein Team auf Hinweise, die in eine andere Richtung deuten. Ein weiteres Opfer taucht auf und es wird klar, dass derselbe Täter am Werk war. Was verbindet die beiden Frauen, die vor ihrem Tod grauenhaft misshandelt wurden, und wen hat der Mörder als nächstes im Visier?
Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto verstörender erscheinen die Abgründe, die sich vor den Kommissaren auftun.

Autorin
Melisa Schwermer, geb. 1983 in Offenbach, hat Germanistik und Philosophie in Darmstadt studiert und sich nach ihrem Abschluss als Thrillerautorin einen Namen in der Buchbranche gemacht.
Quelle: Amazon

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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