*+* Lesley Kara: „Das Gerücht“ *+*

Joanna tauscht ihr Großstadtleben in London gegen ein ödes Leben im kleinen Städtchen Flinstead am Meer – ihrem kleinen Sohn zuliebe. Doch wie schwer er es haben könnte, um dort Freunde zu finden, hätte sie nicht gedacht. Da muss sie etwas nachhelfen, unter anderem, indem sie sich selbst interessant macht, um weniger abseits zu stehen und mehr dazu zu gehören. So fällt es Joanna nicht besonders schwer, das Gerücht, in dem Örtchen lebe die frühere Mörderin Sally McGowan, immer wieder aufs Neue zu befeuern – zum Teufel mit der Moral!

Wie viel Unheil sie damit anrichtet, wird ihr erst im Nachhinein klar. Denn die Kreise, die dieses Mörderin-Gerücht zieht, schwappen schließlich auch in ihren ganz persönlichen Kosmos – und den vieler anderer Menschen, deren Leben damit aus den Fugen zu geraten droht.

„Das Gerücht“ war ganz nach meinem Geschmack. Von den Schilderungen des Mordes der damals Zehnjährigen an einem fünfjährigen Jungen einmal abgesehen, ist dieser Thriller weitestgehend unblutig und gewaltfrei. Die Autorin arbeitet überwiegend auf der psychischen Ebene und würzt ihren gut ausgearbeiteten Spannungsbogen gelegentlich mit atemlosen Spots, aber auch Fragen von Moral und Anstand, ebenso baut sie in ihm einige Abzweigungen ein, die gekonnt auf Holzwege verweisen, aber auch die richtige Fährte hat sie im Angebot!

Gedanklich nahm ich nach und nach alle Flinsteader unter die Lupe. Wer konnte die damalige Mörderin sein? Sally MacGowan lebt zu ihrem eigenen Schutz inzwischen mit einer neuen Identität. Für mich waren sie alle verdächtig, sogar einigen Personen, die gar nichts mit dem damaligen Vorfall zu tun haben konnten, brachte ich eine gehörige Portion Misstrauen entgegen.

Die Seiten flogen nur so, ich stolperte von Verdacht zu Verdacht, von Spannungsspitze zu Spannungsspitze, nahm nebenbei immer intensiver am Leben von Joanna und ihrer Familie teil, gewann sie alle immer lieber und fieberte richtig mit, wer nur die Mörderin von einst sein konnte. Am Ende überraschte die Autorin mich mit zwei Wendungen, die ich rein gar nicht auf dem Schirm hatte, wodurch sich meine Begeisterung für den Thriller uneingeschränkt von der ersten bis zur letzten Buchseite zog!

Inhalt
Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie von London in eine Kleinstadt am Meer. Zunächst ist es die pure Idylle – dann hört sie, dass die Kindermörderin Sally McGowan, die als Zehnjährige einen Spielkameraden umbrachte, unter anderem Namen in der Stadt leben soll. Vor Jahrzehnten machte der Fall Schlagzeilen, inzwischen ist Sally längst aus dem Gefängnis entlassen worden. Unbedacht erzählt Joanna anderen Müttern von dem Gerücht und ihrem Verdacht, wer die Mörderin von damals sein könnte. Sie ahnt nicht, was für eine verheerende Spirale von Ereignissen sie damit in Gang setzt. Und wie sehr sie selbst in diese Geschichte verstrickt ist.

Autorin
Lesley Kara hat als Krankenschwester und Sekretärin gearbeitet, Englisch studiert, eine Zusatzausbildung zur Lehrerin gemacht und als Dozentin und Managerin im Bereich Further Education gearbeitet. Sie lebt in einer englischen Kleinstadt an der Küste von Essex.
Quelle: dtv Verlagsgesellschaft

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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