*+* Neal Shusterman: „SCYTHE – Das Vermächtnis der Ältesten“ *+*

Wie es wohl nach dem dramatischen Abschluss des Mittelteils der Trilogie weitergehen würde…. Das habe ich mich so oft gefragt. Ich habe ja mit vielem gerechnet, aber nicht mit diesem Feuerwerk an Entwicklungen, Handlungen und geschickt inszenierten Seitenhieben via Politik und Gesellschaft.

Die Insel Endura ist gesunken und mit ihr ein Vermögen, ein wahrer Schatz des Scythetums, der natürlich zurück in den Besitz Hüter des Todes gebracht werden muss. Aber in den Tiefen des Meeres ist noch mehr verborgen – und die Bergung dieses doppelten Schatzes wird im Verlauf der Geschichte für so manches Augenreiben sorgen.

Ebenso gern las ich über Greysons Entwicklung, der immer mehr in eine Rolle hineingedrängt wird, die er eigentlich gar nicht unbedingt haben will, sie aber dennoch voller Weisheit und Reife spielt.

Mein heimlicher unberechenbarer Freund, der Thunderhead, bleibt bis auf seine Kommunikation mit Greyson für lange Zeit verstummt, bis er diese tote Zeit mit einem wahren Quantensprung ad acta legt.

Die neu gegründete Religion der Tonisten zeigt auf, wie wenig es manchmal in bestimmten Situationen braucht, um die Menschen um sich zu scharen, und aus Nichts eine Massenbewegung zu machen – mit Folgen.

Schon von Anfang an wünschte ich Scythe Goddard die Pest an den Hals, obwohl sie und andere vergleichbare Krankheiten mit der Perfektionierung der Welt vermeintlich ausgerottet worden sind. Dieser Oberscythe der neuen Ordnung stürzte mich immer wieder in Entsetzen und sorgte für gruselig-grausame Gänsehaut – dabei meinte er es doch immer nur gut. Verblendet und selbstgerecht, kann ich dazu nur sagen, und fühlte mich während des Lesens doch direkt in die aktuelle Welt der Politik hinein versetzt. Der Autor schrieb dieser Kreatur die perfekte Lösung zu!

Die weisen Scythe der alten Ordnung werden immer weniger, aber ihr langfristiger Einfluss macht alle Pläne der gierigen Meuchelmörder-Scythe zunichte, was mir eine diebische Schadenfreude entlockte. Denn die Notlösung der alten Garde, sollte das Scythetum außer Kontrolle geraten, ist ebenso spektakulär wie genial!

Der Erzählstil ist ebenso gelungen wie in den ersten beiden Teilen der Trilogie. Flüssig, fesselnd, atmosphärisch, geheimnisvoll, gehaltvoll zwischen den Zeilen! Die Figuren entwickeln sich weiter, bleiben sich trotz einiger Entwicklungen treu, und es bereitete mir erneut große Freude, sie alle bei ihrem Tun zu begleiten.

Einzig der Thunderhead machte mir zum Schluss hin nicht so viel Freude. Seine langfristigen Pläne konnte ich zwar in ihrer Entwicklung gut verfolgen, jedoch nicht die Beweggründe nachvollziehen. Die letztendliche Entwicklung der K.I. war zwar verständlich, jedoch ging mir der letzte Schritt viel zu schnell, vor allem, wenn man sie an der Gesamtentwicklung der Maschine bemisst.

Mal von dieser kleinen Kritik abgesehen, hat mich der Scythe-Abschlussband sehr gut und klug unterhalten, mich mitreißend begeistert – Langeweile habe ich übrigens nicht auf einer einzigen Seite verspürt!

Inhalt
Endlich: das spektakuläre Finale der großen »Scythe«-Trilogie
Drei Jahre sind vergangen, seit mit Scythe Goddard ein Scythe der neuen Ordnung die Macht ergriffen hat, und seit der Thunderhead verstummt ist – für alle Menschen, bis auf Grayson Tolliver. Gibt es Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Citra und Rowan und auf ein wirkliches Happy End in der scheinbar perfekten Welt?
Stell dir eine Welt vor, in der Armut, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben. Die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe: sie allein entscheiden, wer sterben muss. Und nicht alle Scythe halten sich an die alten Regeln …

Autor
Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, ist in den USA ein Superstar unter den Jugendbuchautoren. Er studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem National Book Award.
Quelle: Fischer Verlage 

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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