*+* Sebastian Fitzek: „Das Geschenk“ *+*

Als ich die ersten Stimmen über den aktuellen Fitzek vernahm, war ich etwas überrascht, denn sie reichten lediglich von enttäuscht bis akzeptabel. Das konnte mich nicht davon abhalten, „Das Geschenk“ zu lesen, aber ich bin mit etwas Skepsis an das Buch herangegangen. Das erste Anlesen war dann tatsächlich nicht sehr überzeugend, sodass ich es zunächst zurückstellte. Beim zweiten Versuch, bei dem ich mir etwas mehr Geduld abrang, lief es dann auch deutlich besser. Es gab diese eine Kleinigkeit, die mich den Kopf schütteln und beim ersten Versuch den Thriller abbrechen gelassen hatte… Milan Berg ist hochbegabt und ein genialer Selbstlerner. So konnte ich einfach nicht begreifen, dass er es nicht geschafft haben soll, sich das Lesen und Schreiben beizubringen. Diese „Unlogik“ schob ich beim zweiten Versuch beiseite, las weiter….und war mehr und mehr gefangen in der skurrilen, surrealen Schreibwelt des Autors. Denn was er an Haupt- und Nebengeschichten um die Themen Analphabetismus und Hirnforschung ersonnen und zu einem genialen Thrillerstreich verknüpft hat, war mal wieder allererste Sahne für mich!

Die Charaktere sind ganz raffiniert kreiert, sowohl an sich als auch in ihren Beziehungen untereinander. Sebastian Fitzek springt von Handlung zu Handlung, begleitet mal Milan, mal das kleine verzweifelte Mädchen, hat so viel Tempo im Geschehen, dass man manchmal droht, völlig durcheinander zu kommen. Glücklicherweise helfen kleine Zusammenfassungen an passenden Stellen, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Was passiert, ist an keiner Stelle voraussehbar – jedenfalls war es das für mich nicht. Der Autor schreckt wie gewohnt nicht vor – teilweise brutalen – Extremsituationen zurück und verlangt nicht nur seinen Figuren, sondern auch seinen Lesern einiges ab. Natürlich kann eine solche Story, die oft jenseits der Realität anmutet, nur stark konstruiert sein. Das störte mich hier jedoch überhaupt nicht, denn alles passte perfekt zusammen, eins fügte sich ins andere und löste sich hinterher mit einem riesigen Feuerwerk auf, das durch starke und gelungene Wenden in den buntesten Überraschungseffekten verglühte. Ganz nebenbei wurden meine anfänglichen Zweifel an Milan übrigens auch zerstreut. Alles hat seine Zeit, das scheint auch für Bücher zu gelten. Ich bin jedenfalls sehr froh, diesem eine zweite Chance gegeben zu haben!

„Das Geschenk“ ist ein Thriller, der etwas unscheinbar beginnt, sich aber kontinuierlich steigert, was Tempo, Spannung und inhaltliche Verwicklungen betrifft. Das wichtige Thema des Analphabetismus wird aus seiner dunklen Tabu-Ecke gezerrt und einige Denkanstöße zu diesem Thema stimmten mich traurig. Thrill und Entsetzen sind aber auch zur Genüge enthalten, was nicht zuletzt an einigen Theorien zur Gehirnforschung liegt, die hoffentlich nur der mehr als kreativen Phantasie des Autors entsprungen sind.

Mich hat dieser Fitzek sehr gut und sehr spannend unterhalten und ich hatte einige tolle Lesestunden mit dem Thriller!

Inhalt
Milan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr.
Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiter zu leben – und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.

Autor
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie“(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.
Quelle: Droemer Knaur Verlag

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Sebastian Fitzek: „Das Geschenk“ *+*

  1. plueschpauli schreibt:

    Na dann können wir uns jetzt ja auch rantrauen.

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