*+* Jennifer B. Wind: „Die Maske der Gewalt“ *+*

Ein einschneidendes Erlebnis in seiner Kindheit prägt Richard Schwarz intensiv. Er musste zusehen, wie seine Mutter grausam getötet wurde, was einen großen Gerechtigkeitsdrang in ihm entfachte und ihn dazu bewog, zur Polizei zu gehen. Aber er ist auch mit Leib und Seele ein aktiver Zirkusmensch, denn ihresgleichen hat er sein Überleben in körperlicher und auch seelischer Hinsicht zu verdanken.

So pendelt er zwischen München, dem Standort seines Zirkusses, und seinem Polizeidienst in Wien hin und her. Als er während eines Auftritts zu Ermittlungen beordert wird, ahnt er nicht, dass ein Serientäter begonnen hat, sein Unwesen zu treiben. Richard nimmt den Kampf gegen das Böse auf. Es gibt kaum belastbare Spuren oder Hinweise, bis durch einen Zufall die Gerichtspsychiaterin Theres Lend seinen Weg kreuzt. Auch diese Frau hat ihr Päckchen zu tragen und mit der Zeit tritt immer deutlicher die Seelenverwandtschaft der beiden zutage. Das freute mich ungemein, denn ich hatte von den jeweils ersten Zeilen an diese beiden Protagonisten in mein Leseherz geschlossen. Noch mehr freute ich mich, als Theres und Richard immer mehr gemeinsam an den inzwischen zwei Mordfällen arbeiten. Die Psychiaterin kann durch ihre Sachkenntnis und Erfahrung einiges Licht ins Dunkel der Ermittlungen bringen, wodurch dem grausamen Treiben ein Ende gesetzt werden kann.

Auf diese Verbrechensreihe in Wien kann sich der Polizist jedoch ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr, zumindest nicht uneingeschränkt, kümmern, denn Sarah aus seiner Zirkusfamilie wird entführt. Es ist für Richard undenkbar, die Frau, die für ihn wie eine Schwester ist, im Stich zu lassen. Auch bei diesen Ermittlungen tappt er zunächst im Dunkeln, bis zum guten Schluss auch hier alles geklärt werden kann.
Mir persönlich war es ein wenig viel Hin und Her. Nicht wegen der zwei Schauplätze an sich, sondern weil es in verschiedene Richtungen zu ermitteln gilt, was in meinem Fall die empfundene Spannung nicht erhöhte.

Verschiedene Ausgangslagen, verschiedenen Personen- und Verdächtigen-Kreise…..oder? Über weite Strecken habe ich mich gefragt, ob die beiden Fälle miteinander verbunden sind, ob Theres´ bisherige Vergangenheit als Gerichtspsychiaterin mit hineinfließt oder ob gar der damalige Peiniger von Richards Mutter eine Rolle spielt….. Die Antworten habe ich auch bekommen – jedenfalls zum Teil, der Rest wird sicherlich im weiteren Verlauf der Trilogie aufgelöst!

Der Fall ist schlussendlich also in sich abgeschlossen, der eine oder andere Leser mag sich jedoch ebenso wie ich durch den fiesen Cliffhanger am Ende ein klitzekleines bisschen unglücklich zurückgelassen fühlen. Die Reihe um Richard und Theres ist als Trilogie angelegt und so gibt es natürlich neben den für diesen Thriller relevanten Fall auch übergeordnete Handlungsstränge. Gedulden müssen wir uns, die Feuer für den charismatischen Ermittler und seine nicht minder interessante Partnerin gefangen haben, leider bis Februar 2020, dann erscheint der zweite Teil „Die Maske der Schuld“.

Trotz der kleinen Kritikpunkte, die lediglich meinem persönlichen Lesegeschmack entspringen, möchte ich „Die Maske der Gewalt“ den Freunden des Spannungsgenres empfehlen. Neben zwei gut ausgearbeiteten Verbrechenssträngen ist die Kombination der Schauplätze, Wien und München, ansprechend. Noch viel mehr gefällt mir die Art und Weise, wie die Autorin ihre Figuren erschaffen hat. Mit welchem Herzblut sie an ihnen hängt, spürt man an vielen Stellen. Jennifer B. Wind hat es geschafft, sie als sperrige und dennoch liebenswerte, dreidimensionale Charaktere mit dem Herz am rechten Fleck, Ängsten vor vergangenen und zukünftigen Dämonen, Mut, Menschlichkeit und Sachverstand zu zeichnen. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung, in mehrerlei Hinsicht!

Inhalt
LKA-Ermittler Richard Schwarz weiß genau, wie es ist, einem skrupellosen Mörder ausgeliefert zu sein. Seit dem Tag, an dem seine Mutter durch die Hand eines Freiers starb und er selbst schwer verletzt wurde, versucht er, seine eigene Verwundbarkeit hinter einer Maske zu verbergen. Als in Wien kurz nacheinander die Leichen zweier Frauen gefunden werden, setzt Richard alles daran, den Täter zu finden: Seine einzige Spur ist das merkwürdige Muster der Stichverletzungen auf ihren Körpern. Bis die Gerichtspsychiaterin Theres Lend sich an ihn wendet: Sie glaubt, den Mörder zu kennen.
Als Richards Schwester Sarah in München aus ihrem eigenen Zirkus entführt wird, spitzt sich die Lage zu. Für den Ermittler zählt jede Sekunde. Er muss Sarah retten, einen Mörder überführen – und seine eigenen Dämonen besiegen.

Autorin
Jennifer B. Wind ist geboren in Leoben und aufgewachsen im Murtal und in Wien, wohnt nun südlich von Wien.
Die ehemalige Flugbegleiterin mit einem Faible für Australien und Indien schreibt Romane für Erwachsene und Jugendliche, Drehbücher und Kurztexte, die bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden.
Quelle: Amazon.de

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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