*+*Neal und Jarrod Shusterman: „DRY“ *+*

Die Wasserstände sinken, die Stauseen werden immer leerer…..und niemand reagiert in irgendeiner Weise darauf. Seitens der Politik wird lediglich die immer wieder auftretende Situation mit der Aufforderung begleitet, man möge sorgsam und sparsam mit dem Wasser umgehen. Die Bevölkerung handelt ebenso kurzsichtig. Ein paar Pseudo-Einsparungen des kostbaren Nass, um das Gewissen zu beruhigen und die unverbindlichen Auflagen zu erfüllen, mehr geschieht nicht. Auch nicht, als die Wasserstände weit mehr sinken und die Stauseen sich beängstigend stärker leeren als sonst in Krisenzeiten üblich.
Als dann plötzlich kein Wasser mehr aus dem Hahn tropft, haben einige das Drama scheinbar immer noch nicht begriffen. Trotz der bekannten Lage hofft man auf eine zügige Beseitigung des Missstandes und als diese nicht eintritt, brechen im Prinzip von jetzt auf gleich Massenpanik und -hysterie aus.

Sollte sich der Weg zum furchtbaren Fall der Fälle einer versiegenden Wasserversorgung tatsächlich so abspielen, wäre das für mein Empfinden unglaublich unfassbar. Wäre man tatsächlich so sorglos? Würde man nicht bei den ersten Anzeichen einer Wasserkrise seitens der Regierung stärkere Maßnahmen zur Vorbeugung und für den Notfall ergreifen? Während des Lesens hatte ich immer wieder den Eindruck, der Regierung käme dieses Szenario – warum auch immer – ganz recht, denn ein wirklich bemühtes Handeln, das Drama abzuschwächen, konnte ich aus den Zeilen nicht erlesen.
Und würde die Bevölkerung nicht bei drohenden Anzeichen einer Wasserknappheit alles daran setzen, die persönlichen mittelfristigen Vorräte so anzulegen, dass man zumindest eine Zeit lang von den versiegten Wasserhähnen unberührt bleiben kann?
So viel zu meinen Gedanken…möglicherweise gehöre ich aber auch nur dem eher spärlich vertretenen Typus „besonnen“ des Jugendromans an und die Dinge würden sich auch in der Realität so wie beschrieben ereignen.

Vater und Sohn Shusterman zeichnen eine noch nie da gewesene, wenngleich nicht unmögliche Situation. Dass die Wasserversorgung in den heißen Staaten der USA sich in absehbarer Zeit derart zuspitzen könnte, dass Wohl und Gesundheit der Bevölkerung dramatisch gefährdet sind, bestreitet wohl niemand. Die Themenwahl des Buches ist also durchaus realistisch – was ich von der inhaltlichen Umsetzung nicht unbedingt sagen möchte.

Wie die Menschen in der Ausnahmesituation reagieren, ist nachvollziehbar. Es gibt die übervorsichtigen, die schon lange im Vorfeld sämtliche Sicherheits- und Versorgungsmaßnahmen für den Notfall ergriffen haben, es gibt die sorglosen, die auch dieses Problem mal eben aussitzen wollen, die kopflosen, die ohne Sinn und Verstand nach ihrem Instinkt handeln und die vorausschauenden, die mit kühlem Kopf die Situation analysieren und versuchen, sie mit dem global kleinsten Schaden zu überstehen. Und natürlich gibt es die gierigen Typen, die aus dem Notstand den größtmöglichen persönlichen Profit schlagen wollen. Die „Besonnenen“, die sich mit Augenmaß schon im Vorfeld dem drohenden Zustand auseinandergesetzt haben, sind eher spärlich vertreten.

All diese Menschenschläge sind gut eingefangen und skizziert, ebenfalls ihre Aufeinandertreffen haben die Autoren plakativ, teils spannend und nicht selten etwas reißerisch dargestellt. Mir persönlich war es oft zu konstruiert und zu extrem ausgestaltet. Ziehe ich allerdings in Betracht, dass es sich bei der Hauptzielgruppe um Jugendliche handelt, ist die Umsetzung recht überzeugend und mitreißend gelungen.

Das Thema ist für mich top, die inhaltliche Umsetzung hat meinen persönlichen Geschmack jedoch nicht getroffen. Dennoch möchte ich das Buch empfehlen, denn es regt zum Nachdenken an, was ich vor allem für die jüngeren Generationen beim Thema Wasser sehr wichtig finde. Die Ressourcen unserer Erde sind endlich und wir müssen endlich lernen, sorgsam damit umzugehen.

Inhalt
Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.
Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben.

Autoren
Neal und Jarrod Shusterman zeigen auf beängstigende Weise, wie schnell jegliche Form von Zivilisation auf der Strecke bleibt, wenn Menschen wie du und ich von heute auf morgen gezwungen werden, um den nächsten Schluck Wasser zu kämpfen.
Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet. In Deutschland liegen bisher seine Serien »Vollendet« und »Scythe« vor.
Quelle: Fischer Verlage

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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