*+* Gabriella Engelmann: „Schäfchenwolkenhimmel“ *+*

Minnie muss beruflich nach Föhr. Sie soll dort für einen Reisesender eine Folge auf der Insel drehen. Sie fährt mit gemischten Gefühlen dorthin. Denn es ist für Minnie wie nach Hause kommen mit einem bitteren Beigeschmack. Hier hat ihre Großmutter gelebt und war ein Glücksfaktor in der Kindheit der Reporterin. Das Häuschen der Oma – einst heiß und innig geliebt – wurde nach dem Tod der alten Dame in fremden Besitz genommen, was eine Rückkehr auf die Insel mit gemischten Gefühlen bedeutet.

Auch sonst hat sich einiges geändert. Föhr, einst eher ein kleiner aber feiner Geheimtipp, soll nach dem Willen einiger finanztüchtiger Interessenten zu einem zweiten Sylt mutieren, was glücklicherweise bei den meisten Insulanern nicht auf Gegenliebe stößt. Wie wir alle wissen, regiert Geld viel zu oft die Welt und so wird es zu Minnies Ehrensache, bedingungslos – und nicht immer zum eigenen Vorteil – für die alten Werte der Insel und deren Bewahrung einzutreten.

Ich bin selbst ein großer Freund der „deutschen Meere“ und ihren Inseln, kenne diesen furchtbaren vermeintlichen Zwang des mit der Zeit gehen Müssens auch von anderer Stelle, weshalb Minnie durch ihre sich entwickelnde Einstellung Sympathiepunkt um Sympathiepunkt einheimste.
Aber sie ist nicht die einzige Protagonistin, die ich in mein Herz geschlossen habe. Wie schon im indirekten Vorgänger „Sommerwind“ hat Gabriella Engelmann auch in ihrem aktuellen Roman Charaktere mit Ecken, Kanten, Sorgen, Problemen und Herz erschaffen, und so den Menschenschlag der Insel glaubhaft und lebendig in ihre Geschichte transportiert. Ebenso gelungen ist wieder das Einfangen des zauberhaften Flairs der Insel. Landschaft, Meeresrauschen, Salzluft, Möwengeschrei, Muscheln am Strand und die Schafe – von denen eines eine tragende Rolle hat -, haben mich mit allen Sinnen erreicht. Da föhrliebt sich bestimmt der eine oder andere beim Lesen, zumindest ist es mir so gegangen!

Verschiedene Handlungsstränge verbinden das Traditionelle mit der Moderne, um es einmal so auszudrücken. Dabei entstehen interessante und unterhaltsame Situationen, die so manches Mal zum Nachdenken anregen. Muss man immer mit der Zeit gehen, oder darf man einen Teil seiner Welt nicht einfach mal in bewährter Weise gut sein lassen?

„Schäfchenwolkenhimmel“ habe ich im Urlaub gelesen und es ist ein ideales Buch, um die Seele baumeln zu lassen, seine Akkus aufzuladen und sich vom Alltag wegzuträumen.

Inhalt
Wyk auf der Insel Föhr – die Möwen kreischen im Wind und die Luft schmeckt nach Salz. Willkommen an der Nordsee. Als Minnie die Gangway des Wyker Fähranlegers hinunter geht, ist es, als würde sie eine verflossene Liebe wiedertreffen. So viele Erinnerungen an ihre alte Heimat auf Föhr, bittersüß und auch ein wenig schmerzhaft. Denn die Ruhe auf Föhr ist bedroht, und Minnie hat den Auftrag, für eine Fernsehsendung über die Veränderungen auf der Insel zu recherchieren. Doch dann kreuzt ein hilfloses Lämmchen Minnies Weg, und ihr Aufenthalt auf der Nordsee-Insel nimmt eine gänzlich andere Wendung. Denn: »Föhr ist ein Ort der großen und kleinen Wunder …«

Autorin
Die gebürtige Münchnerin entdeckte in Hamburg ihre Freude am Schreiben und fühlt sich im Norden pudelwohl. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Autorin von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern. Seit sie zum ersten Mal an der Nordsee war, träumt sie von einem eigenen Häuschen am Deich, mit einem Garten voller Wildrosen und knorrigen Apfelbäumen.
Quelle: Droemer Knaur 

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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