*+* Hank Green: „Ein wirklich erstaunliches Ding“ *+*

April May, so heißt die weibliche Hauptfigur. Und so ungewöhnlich, wie ihr Name, ist auch sie selbst. Quirlig, unentschlossen, ruhe- und rastlos, sich ungern festlegend, immer auf der Suche nach dem etwas Besonderem, das sie ins Netz stellen könnte, um berühmt zu werden. Tja, man mag es nicht glauben, denn ebendieses Besondere kreuzt plötzlich ihren Weg. Als sie eines Nachts eine riesige Roboter-Skulptur erblickt, glaubt sie noch nicht, dass diese sich zur Wende in ihrem Leben entpuppen würde. April nennt die Figur spaßeshalber CARL, dreht mit ihrem Kumpel ein kleines Filmchen, lädt es hoch……und ist am nächsten Morgen eine kleine Berühmtheit. Denn CARL ist überall! Er ist an unzähligen Stellen auf der Welt aufgetaucht. Niemand weiß, woher die Skulpturen kommen und welchen Zweck sie erfüllen. Da April die Mutter aller Entdeckerinnen zu sein scheint – zumindest hat so früh niemand anders etwas über die CARLs ins Netz gestellt – ist sie plötzlich gefragt wie nie. Reporter und TV-Sender reißen sich um sie und das Mädel begreift gar nicht recht, was da mit ihr geschieht. Zunächst gefällt ihr diese Rolle gar nicht, in die sie dann aber erstaunlich schnell hineinwächst, Berühmtheit ist scheinbar eine starke Droge. Bevor ihr ihr vermeintlicher Ruhm aber zu Kopf steigen kann, erfährt sie auch die zweite Seite der Medaille. Es gibt Neider, Missgönner und Menschen, die ihr ihr Leben schwer zu machen versuchen.

„Zu diesem Zeitpunkt meines Lebens verarbeitete ich praktisch alles, was mir passierte und halbwegs erzählenswert war, zu einem Tweet. Man muss pausenlos Content schaffen, einerseits weil es sich gut anfühlt, wenn die Leute sich für das interessieren, was man zu sagen hat, andererseits damit die Aufmerksamkeit niemals versiegt. Und ich hatte mir angewöhnt, meine Lebensqualität in Likes zu messen.“

Viele wollen etwas vom Kuchen des Erfolgs, und doch weiß noch immer niemand etwas Konkretes über die CARLs und ihren Zweck. Man arbeitet fleißig offen und hinter den Kulissen, gemeinsam, gegeneinander, es werden viele Wege beschritten. Denn es gilt nicht nur, das große Geheimnis überhaupt zu lüften, sondern viel wichtiger ist es, derjenige zu sein, der dies schafft. Den Ruhm vor Augen vergisst so mancher, was Fairness, Moral und Mitmenschlichkeit sind, leider! Dieser Traum vom Erfolg hängt die guten Sitten ab, macht die Gierigen zu Einzelkämpfern und aalglatten Typen.
Die Dinge nehmen ihren Lauf und enden schließlich doch ganz anders als von mir erwartet…

„Wir sind alle Individuen, aber in der Gemeinschaft sind wir etwas weitaus Größeres , und wenn wir das nicht schützen und wertschätzen, sieht es düster für uns aus.“

Diese Geschichte hat mich gut und nachdenklich stimmend unterhalten. Der freche, leicht wirre, flotte aber durchaus einnehmende Erzählstil passte zudem perfekt zu der quirligen, oft etwas unentschlossenen April. Toll gestützt wird dieser individuelle Stil des Autors durch das sehr bunte Potpourri an Protagonisten und Handlungssequenzen. Diese Mischung führte bei mir zu einem unglaublichen Sog, der mich das Buch recht schnell lesen ließ. Dennoch ist „Ein wirklich erstaunliches Ding“ keine Lektüre, die ich ohne inne zu halten hätte lesen können. Denn der Autor hält sowohl den einzelnen Typen der Gesellschaft als auch ihr in ihrer Gesamtheit einen Spiegel vor. Einen Spiegel, der zwar reich und schnörkelig verziert ist, der aber auch unsere Lücken im Miteinander und in der Selbstreflektion vor Augen hält.

Lesenswert , aber strange – Mit Mehrwert!


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Inhalt
#shitstorm
Ein paar Klicks, ein kurzer Film, eine spontane nächtliche Aktion – und Aprils Leben steht auf dem Kopf. Eigentlich hatte sie nur eine mysteriöse, aber beeindruckende Roboter-Skulptur gefilmt und ins Netz gestellt und ihr aus Spaß den Namen CARL gegeben – nichts Besonderes eigentlich, doch als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist sie berühmt. Überall auf der Welt sind Carls aufgetaucht, niemand weiß, woher sie kommen, niemand weiß, wofür sie gut sind. April wird zur Carl-Expertin, die Medien stürzen sich auf sie, ihre Videos verbreiten sich millionenfach. Doch im Zentrum der weltweiten Hysterie erntet sie nicht nur Likes…

Autor
Hank Green wurde in Birmingham, Alabama geboren, seine Familie zog jedoch früh nach Orlando,Florida. Er studierte Biochemie und absolvierte seinen Master in Umweltwissenschaften an der University of Montana, wo er mit seiner Familie lebt. Gemeinsam mit seinem Bruder John und den sogenannten »Nerdfighters« initiierte er das karitative »Project for Awesome«, das inzwischen jährlich mehr als 2 Millionen Dollar für Charity-Projekte (z.B. »Save the Children« und »Partners in Health«) einspielt.
Quelle: dtv 

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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4 Antworten zu *+* Hank Green: „Ein wirklich erstaunliches Ding“ *+*

  1. Liebe Heike,
    auf diesen Roman bin ich schon seit einiger Zeit sehr neugierig. Ich habe ihn mir nun in der Onleihe der Bibliothek vorgemerkt und werde ihn ebenfalls bald lesen. Danke für deine Rezension! :)
    Liebe Grüße
    Nicole

  2. Kessy schreibt:

    Ich hatte vor kurzem in einer Literatursendung von dem Buch gehört, war aber noch etwas unentschlossen. Aber dein Artikel hat mich jetzt doch neugierig gemacht.

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