*+* Britta Sabbag: „Blackwood – Briefe an mich“ (Hörbuch) *+*

Durch den tragischen Tod ihrer Mutter wird Gesine plötzlich aus ihrem Leben gerissen. Nun fehlt ihr nicht nur die Mutter, sondern auch ihre gewohnte Umgebung, denn die Fünfzehnjährige muss von jetzt auf gleich zu ihrer Tante Wanda nach Irland ziehen. Nach Blackwood, um es genau zu sagen. Als ich versuchte, mich in ihre Lage zu versetzen, also mir vorzustellen, wie ich mich in diesem Alter in dieser Situation gefühlt hätte, war das sehr bedrückend. Einsam, verlassen, wurzellos und voller Verzweiflung und vor allem Trauer wurde ich und das Mädchen hatte mein volles Mitleid. Doch dann musste ich feststellen, dass Gesine, das alles – mal von einigen kleinen traurigen Miniphasen – supergut wegsteckt und das verwirrte mich total.

Das Mädchen fügt sich zwar nur äußerst schwer ein, was aber nicht ihrem bösen Willen sondern mehr den bisher unbekannten Gepflogenheiten geschuldet ist. Dadurch tappt sie von einem Fettnapf in den nächsten, was sie sehr unliebsam in die Rolle des naiven Dummchens drängt. Gesine handelt oft kopflos und unüberlegt, was sie häufig in sehr merkwürdige und unangenehme Situationen bringt.
Ganz nebenbei verliebt sie sich in den tollsten Jungen des Dorfes, was weitere Steine ins Rollen bringt. Denn geheim bleibt rein gar nichts in dem Dorf, dafür sorgt „Radio Blackwood“ mit seinen frechen, nassforschen Beiträgen, die völlig respektlos jeden, aber auch wirklich jeden durch den Kakao ziehen. Weder die High Society des Örtchens, die gewöhnlichen Bewohner noch Gesine bleiben davon verschont.

Irgendwann mittendrin, als das Leben der Neu-Blackwooderin besonders chaotisch verläuft, schreibt Gesine sich aus lauter Verzweiflung einen Brief und bekommt kurze Zeit später Antwort von ihrem zukünftigen Ich. Einige wenige Briefwechsel finden noch statt, die Gesine aber nicht wirklich zufriedenstellen, und zudem eine eher untergeordnete Rolle spielen, nimmt man den Umfang der Geschichte als Maß. Zum Schluss hin sorgt jedoch ein ganz besonderer Brief für eine dramatische Wende, die Gesines Gefühlsleben ziemlich auf den Kopf stellt und zu entsprechenden Konsequenzen zwingt.

„Blackwood – Briefe an mich“ ist in erster Linie eine Geschichte für Jugendliche. Dieser Hauptzielgruppe dürfte die schräge Story mit ihrer stark konstruierten Handlung und den intensiven, extremen Charakteren sicher sehr begeistern. Denn löst man sich von der eigentlich traurigen Grundlage, nämlich dem Tod von Gesines Mutter, durch den das Mädchen ja erst nach Blackwood gekommen ist, ist die Geschichte sehr amüsant, sofern man diese ganz spezielle Art von Humor mag.

Die Grundidee, mit seinem älteren Ich in Briefkontakt zu stehen, hat mir sehr gut gefallen, aber mir war die Umsetzung oft zu bemüht witzig und auch sehr klischeebehaftet, was den Handlungsverlauf und die Ausarbeitung der Charaktere betrifft. Wie schon erwähnt vermisste ich über weite Teile Gesines Trauer, aber man soll ja nicht von sich auf andere schließen und vielleicht reagiert man in jüngerem Alter einfach viel flexibler und neugieriger auf dramatische Einschnitte im Leben.

Das Sprecher-Team transportierte die hanebüchene Geschichte mit ihren extremen Charakteren und dem teils verrückten Handlungsverlauf perfekt in die Hörbuchversion. Besonders gut gefallen hat mir dabei die Vertonung der Beiträge von „Radio Blackwood“. Auch die irisch-musikalischen Einlagen zwischen einigen Kapiteln sind sehr stimmungsvoll und geben der Geschichte ein schönes Flair.


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Inhalt
Das Hörbuch von Bestsellerautorin Britta Sabbag entführt in das irische Örtchen Blackwood, das mit seinen schrulligen, aber liebenswerten Bewohnern ein ganz besonders verwunschener Platz auf Erden ist. Ausgerechnet hierhin verschlägt es die 15-jährige Gesine nach dem Tod ihrer Mutter. In Blackwood entdeckt sie nicht nur ihre Gefühle für den attraktiven Arian, sondern auch einen geheimnisvollen Brief von ihrem zukünftigen Ich.
Ein tragischer Unfall stellt das Leben der fünfzehnjährigen Gesine komplett auf den Kopf: Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter muss sie nicht nur mit diesem großen Verlust zurechtkommen, sondern auch ein völlig neues Leben beginnen. Gesine zieht aus dem ihr vertrauten Wien zu ihrer Tante Wanda in den Ort Blackwood – in Irland!
Kaum ist Gesine oder Ge, wie sie lieber genannt wird, in Stone Cottage, dem Zuhause ihrer Tante angekommen, erzählt diese ihr von den weiteren Mitbewohnern des Hauses. Damit meint sie nicht etwa den Kater Catan, sondern die Feen und Waldgeister, die im Garten und dem umliegenden Gebiet leben.
Nicht nur wegen solcher Verrücktheiten fällt es Gesine anfangs schwer, sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Ihre Mutter hatte ihr nie von Wanda, ihrem Heimatort Blackwood oder Stone Cottage erzählt. Und Wanda, die schließlich auch um ihre Schwester trauert, hat lange alleine gelebt und ist im Umgang mit Gesine unbeholfen. Nach einem misslungenen Fluchtversuch sitzt sie Trübsal blasend an dem antiken Schreibtisch in ihrem Zimmer und stöbert in seinen Schubladen. Sie stößt auf Briefbögen, Schreibpapier, Tinte und Feder – damit hat sie noch nie geschrieben! Aber wem soll sie einen Brief schreiben? Jetzt wo ihre Mutter tot ist … Niemand fällt ihr ein und so füllt sie ein Blatt Papier mit einigen Worten an sich selbst, um ihrem Kummer ein Ventil zu geben und sich den Schmerz von der Seele zu schreiben.
An der neuen Schule freundet sie sich mit dem Iren Sam an und verliebt sich schnell in Arian Mary, den Sohn der örtlichen Butterdynastie. Blöd nur, dass dieser schon ewig mit Lilian, ihrerseits Erbin eines Kristallimperiums, zusammen ist. Dahin schwindet Gesines einzige Motivation, in dem winzigen Örtchen mit seinen verschrobenen und klatschsüchtigen Bewohnern zu bleiben. Doch dann geschieht etwas Unmögliches: Als Gesine sich eines Abends wieder an ihren Schreibtisch setzt und die Schublade öffnet, fällt ihr ein anderer Brief in die Hand. Der ist an sie selbst adressiert – von ihrem Zukunfts-Ich! Und es soll nicht bei dieser einen Nachricht bleiben … Nach und nach findet Gesine heraus, dass sich hinter den Botschaften aus der Zukunft ein unheilvolles, magisches Familiengeheimnis verbirgt. Wird es ihr gelingen, dem Familienschicksal zu entrinnen?
Eine spannende Liebesgeschichte voller Magie, zum Leben erweckt von Milena Karas, Tom Linden und Julian Horeysek!
Quelle: Der Audio Verlag 

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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