*+* Neal Shusterman: „SCYTHE – Der Zorn der Gerechten“ *+*

Das Scythetum zerfällt immer mehr in zwei Lager. Es gibt die „guten“ Scythe, die äußerst sensibel ihre Auswahl treffen und möglichst feinfühlig und angemessen Leben nehmen. Das Töten belastet sie, auch wenn es ihre Bestimmung ist. Sehr gegenteilig sehen das die „bösen“ Scythe, die sich zunehmend um die Quote scheren, und am liebsten ihre Nachlesen als wahre Orgien zelebrieren würden. Noch ist das verboten, jedoch wackeln die alten Mauern der Festung, die das Regelwerk zementieren. An der Spitze des Scythetum wird es eine Veränderung geben, aber wer wird diesen Platz einnehmen? Gut und Böse stehen zur Wahl und alle Scythe müssen sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Als es schließlich zur Abstimmung kommt, wirbeln die Ereignisse durcheinander.

„Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel, meine Liebe“, sagte sie. „Manchmal aber schon. Weisheit bedeutet, den Unterschied zu kenne.“

Wurde in „SCYTHE – Die Hüter des Todes“ eher oberflächlich in die Thematik eingeführt, baut Neal Shusterman nun auf diesem Fundament an Hintergrundwissen seiner Leser auf und dringt tiefer in die Ordnung der Scythe ein, auch blickt er intensiver in die Gesellschaft, in der sie über Leben und Tod entscheiden. Die Schnittstelle dieser beiden Welten bildet der Thunderhead, der mit klugen Gedankengängen ebenso wie mit raffinierten Schachzügen aufwartet , aber auch mit seiner eigentlich ungeplanten Entwicklung überrascht.

So entstehen viele spannende, faszinierende – im Guten wie im Schlechten – Handlungsfäden, die sich schließlich zu einem fulminanten Finale vereinen, das mir große Lust auf den abschließenden Teil der Trilogie macht.

Die Charaktere sind stringent zum ersten Teil weiterentwickelt und agieren schlüssig. Auch die neu hinzu gekommenen Figuren überzeugen. Sie sind ebenso intensiv wie klug ausgearbeitet und es entstand eine große Nähe zu einigen von ihnen. So verfolgte ich nicht nur das Geschehen rund um die Ehrenwerten Scythe Anastasia und Curie voller Spannung und Empathie, auch die Nebenhandlungen erreichten mich sehr.

Die Kulisse, diese phantastische Welt mit ihren eigenen Zonen, in denen verschiedene Regeln galten – jaja, der Thunderhead scheint Experimente zu lieben, nur leider nehmen sie nicht immer ein gutes Ende – faszinierte mich ebenfalls sehr mit seinen Möglichkeiten und den unsichtbaren Fesseln, die einem automatisch angelegt sind.

Auch „Der Zorn der Gerechten“ konnte mich voll und ganz überzeugen. Verbirgt sich hinter der mitreißenden, begeisternden Geschichte doch der Gedanke um einige zentrale Themen unserer Welt. Wie wichtig und sinnvoll ist grenzenloser Fortschritt mit all seinen Folgen? Wie wichtig ist die Menschlichkeit, wie wichtig die Gemeinschaft, das Miteinander? Die Empathie darf nicht verschwinden und Opfer einiger skrupelloser Egoisten sein, die ohne Rücksicht auf Verluste nehmen. Wie es wohl im nächsten Teil weiter- und ausgehen wird? Noch stehen wir in einer Patt-Situation „Gut gegen Böse“ gegenüber…..


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Inhalt
Citra hat es geschafft.
Sie wurde auserwählt und als Scythe entscheidet sie jetzt, wer leben darf und wer sterben muss.
Doch als wenn das nicht schon schwer genug wäre, übernehmen skrupellose Scythe die Macht und stellen neue Regeln auf. Die wichtigste Regel lautet, dass es ab jetzt keine Regeln mehr gibt.
So beginnt Citras Kampf für Gerechtigkeit.
Ein Kampf, den sie nur gemeinsam gewinnen kann mit ihrer großen Liebe Rowan.

Autor
Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, ist in den USA ein Superstar unter den Jugendbuchautoren. Er studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem National Book Award.
Quelle: Fischer Verlage

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2 Antworten zu *+* Neal Shusterman: „SCYTHE – Der Zorn der Gerechten“ *+*

  1. Ja – auch ich bin mehr ausgespannt, wie es weiter geht….. weisst du zufällig, wann????

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