*+* Ava Reed: „Mondprinzessin“ *+*

Lynn wächst in einem Waisenhaus auf, wo sie nichts zu lachen hat. Ihr einziger Trost sind die Trainingsstunden mit Jim, der sie die Kunst des Langstock-Kampfes lehrt. Er scheint der einzige zu sein, dem Lynn etwas bedeutet, und der einzige, der sie zu ihrem Geburtstag beschenkt. Als sie des Nachts darauf auf dem Dach des Waisenhauses sitzt und mit sich allein feiert, ahnt sie noch nicht, welche Veränderungen dieser Tag, dieser siebzehnte Geburtstag, mit sich bringen wird. Jim ist nämlich nicht der einzige, der Lynn in sein Herz geschlossen hat….

Als sich plötzlich äußerst schmerzhaft ein leuchtendes Sternbild auf ihrem Unterarm bildet, glaubt sie zu träumen. Aber als Lynn erwacht, begreift sie, dass das, was sie gerade erlebt, pure Realität ist. Sie ist an einem Ort, den sie nicht kennt. Man sagt ihr, sie befinde sich nun in einem Palast auf dem Mond und sei kein menschliches Waisenkind, sondern die Mond-Prinzessin. Ihre Eltern sind überglücklich, sie endlich bei sich zu haben – und Lynn versteht die Welt nicht mehr.

Gemeinsam mit ihr erfahre ich, welches Verbrechen in der Vergangenheit begangen wurde, welch glückliche Fügung nun geschehen ist. Ich begleite Lynn dabei, ihr altes, neues Umfeld zu erleben und begreifen – mit allem und allen, die dazugehören. Sie ist eine Prinzessin, also steht ihr selbstverständlich ein Mondkrieger zur Seite, zu dem sie sich seltsam hingezogen fühlt. Leider kann und darf sie ihren Gefühle nicht nachgeben, denn in Kürze steht ihre Hochzeit mit einem angemessenen Partner bevor.

An dieser Stelle fürchtete ich das beginnende Abgrasen einiger Klischees, doch es kam ganz anders. Bei der Wahl ihres Prinzen gilt es für Lynn, einige Prüfungen bestehen. Denn sie mag nicht nur an sich selbst denken, auch der Kader an Ehe-Kandidaten hat Wünsche, Bedürfnisse und Träume, die die Mondprinzessin in Betracht zieht. Ich fiebert mit, überlegte, welchen Prinzen ich erwählen würde und welchen sie wohl zu ehelichen gedachte. Am Tag der Verkündung kommt wieder alles anders als gedacht…. Und spätestens an dieser Stelle wird klar, dass gute Geschichten auch prima ohne Klischees auskommen können – oder vielleicht auch genau deshalb. Ich für meinen Teil war jedenfalls geschockt vom weiteren Verlauf und dachte nur, dass dies doch nicht wirklich das Ende sein kann!

Glücklicherweise haben vor mir viele andere Leser ebenso empfunden und damit die Autorin bewegt, eine Fortsetzung zu schreiben. So wurde letzten Endes aus dem ursprünglichen Einzeltitel „Mondprinzessin“ später durch „Mondlichtkrieger“ eine Dilogie.

Während des Lesens der „Mondprinzessin“ war ich stets angetrieben, weiterzulesen, weil ich Lynn nicht alleine lassen wollte und dringend wissen musste, wie es weitergeht – für sie und ihre Familie, aber auch für Juri und alle weiteren Beteiligten. Zudem war ich fasziniert von ihrem leuchtenden Sternenbild, das so viel mehr ist und bedeutet als lediglich ein sichtbares Zeichen zu sein.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und teilweise sehr temporeich. Die Charaktere sind geheimnisvoll und interessant gestaltet, sie nahmen mich direkt für sich ein. Die ersonnene Welt begeisterte, die ungewöhnliche Handlung fesselte mich. Der einzige Wermutstropfen ist die häufig nicht allzu groß empfundene Tiefe. Ich bin eine Leserin, die eine eher ausschweifende Erzählweise liebt. Hier hätten mir detailliertere Beschreibungen der Mondwelt, des Palastes und der anderen Schauplätze, aber auch eine intensivere Ausarbeitung der Charaktere, ebenfalls weitreichendere Hintergrundinformationen sehr gut gefallen, um ganz und gar in diese Welt eintauchen und sie mehrdimensional erleben zu können.
Aber diese Kritik ist Jammern auf hohem Niveau und ich freue mich sehr auf die Fortsetzung der Mondprinzessin.

Wunderschön ist übrigens die innere Gestaltung des Buches. Jedes Kapitel beginnt mit einer vorgelagerten Seite, die wunderschön in Sternoptik gehalten ist und mit weisen Worten den Inhalt der folgenden Seiten berührt.


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Inhalt

Lynn bemerkt an ihrem Geburtstag, wie sich auf der Haut ihres Unterarms ein Sternenbild abzeichnet. Die einzelnen Punkte leuchten und Lynn versucht verzweifelt, sie zu verstecken. Als nicht nur die Sterne auf ihrem Arm, sondern auch sie selbst zu leuchten beginnt, ist nichts mehr, wie es war. Dunkle Schatten jagen sie – die Wächter des Mondes. Und sie begegnet Juri, der ihr erzählt, sie sei eine Prinzessin – kein Waisenkind. Trotz Lynns Unglauben folgt sie dem Mondkrieger und stellt sich ihren Verfolgern. Juri verliebt sich in Lynn, doch sie ist einem Prinzen bestimmt und nicht ihm…

Autorin
Ava Reed wird schon immer von Büchern begleitet. Das Haus ohne etwas zu lesen verlassen? Unvorstellbar. Schließlich entdeckte sie auch das Schreiben und Bloggen (avareed.de) für sich und kann sich nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören. Wenn sie nicht gerade wild in die Tasten tippt, geht sie ihrer Arbeit in einem Verlag nach. Ava Reed lebt mit ihrem Freund in Frankfurt am Main.
Quelle: Drachenmond Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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