*+* Corina Bomann: „Die Frauen vom Löwenhof – Solveigs Versprechen“ *+*

Solveig hat allen Grund, von in ihrer Zukunft zu träumen. Bald wird sie ihre große Liebe heiraten, der Himmel hängt voller Geigen… Bis ein grausamer Unfall ihre Glücks-Blase zerplatzen lässt. Sie weiß nichts mehr mit sich anzufangen, kehrt zurück auf den Löwenhof. Die Trauer zerrt an ihren Nerven und macht aus Solveig einen Schatten ihrer selbst. Nur langsam findet sie ins Leben zurück. Als sie begreift, dass der Löwenhof vor dem Ruin steht, kehrt sie nach und nach zurück zu ihrer alten Stärke. Sie setzt alles daran, das Gut zu retten und ist bereit, dafür neue Wege zu beschreiten – und sich gegen viele Widerstände durchzusetzen. Dass sie dabei eine neue große Liebe findet, ist ein netter Nebeneffekt für Solveig.

Ach wie habe ich mich gefreut, endlich wieder auf dem Löwenhof vorbeizulesen, intensiv in die Charaktere einzutauchen, den Flair des Pferdeguts einzusaugen und die lebendige, intensive Atmosphäre zu genießen. Bis es soweit war, musste ich mich allerdings ziemlich lange gedulden. Denn nach dem Tod ihres Verlobten vergeht Solveig beinahe in ihrer Trauer. Die Autorin verfängt sich so tief in diesem Schicksalsschlag, dass sie lange Zeit kein anderes Thema kennt, was ich schade fand. Solveig wird liebevoll auf dem Löwenhof empfangen, die Eltern und die Oma kümmern sich gut um sie, aber irgendetwas fehlte mir in dieser langen Anlaufphase, bis endlich der Löwenhof in den Mittelpunkt gerückt wurde. Leider geschah dies im gesamten Roman für meinen Geschmack viel zu selten. Die Autorin scheint in diesem Abschlussteil ihrer Trilogie nicht so sehr auf das Gut zu setzen, sie verschreibt sich dieses Mal mehr an der intensiven Beschreibung eher nebensächlicher Dinge und Geschehnisse, wobei sie im Vergleich zu den anderen Teilen ziemlich wenig Handlung einbaut. Durch die eher oberflächliche Herangehensweise fehlte mir an vielen Stellen oft die Tiefe. Viele, teils auch schwerwiegende Probleme, wurden scheinbar im Handumdrehen gelöst, und sich nicht immer wirklich damit auseinandergesetzt. Selbst lange schwelende Konflikte, die die Leser der Saga aus den ersten beiden Teilen kennen, werden im Handumdrehen gelöst oder mit ein paar klugen Worten in die richtige Richtung geschubst.

Die Charaktere habe ich bis auf wenige Passagen als hölzern und oft auch klischeehaft empfunden. Solveig wirkte nach ihrer Phase der Trauer auf mich wie Phönix, aus der Asche, der á la Superwoman jede Schwierigkeit mit einer übergroßen Weitsicht und für ihr Alter unglaubwürdige Weisheit aus dem Weg räumt.

Sehr gerne hätte ich häufiger einen Blick hinter die Kulissen geworfen. Wie die Umstrukturierung des Löwenhofs vonstatten geht, wie alles finanziert und umgesetzt wird. Auch wenn es mal kleine Wartezeiten gab, lief die Sanierung eigentlich wie geschmiert. Die Vertragsverhandlungen mit den Kunden, Bank und Handwerkern, halt alles, was dafür nötig ist, um das Gut zu neuem Erfolg zu verhelfen, haben leider kaum Raum in diesem immerhin fast 700 Seiten starken Roman gefunden. Dieses Mal stand gefühlt nicht der Löwenhof sondern Solveigs persönliche Erfolgsstory im Vordergrund.

Die Geschichte ist flüssig, detailreich geschrieben, wenngleich sie einige Längen enthält. Würde ich nicht die ersten beiden Teile der Saga „Agnetas Erbe“ und „Mathildas Geheimnis“ kennen und sie als Maßstab genommen haben, hätte mich dieser Abschlussroman vermutlich mehr begeistern können.

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Inhalt
Nach einem Unfall liegt Solveigs Welt in Scherben. Gerade noch glaubte die junge Braut, die Zukunft glänzend vor sich zu sehen. Traurig zieht sie zurück auf den Löwenhof zu ihrer Mutter und Großmutter. Dort wird sie gebraucht, die Zeit hat dem ehrwürdigen Gut zugesetzt. Solveig hat viele Ideen, doch welcher Weg ist der richtige? Ein Besucher aus Amerika und ein attraktiver Geschäftsmann aus Stockholm stoßen für Solveig die Tür auf in die weite Welt. Doch kann sie die Trauer um ihr verlorenes Glück wirklich schon loslassen? Solveig will noch einmal von vorne anfangen, für den Löwenhof und auch für eine neue große Liebe.

Autorin
Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen, in dessen Nähe sie inzwischen wieder lebt. Sie hat bereits erfolgreich Jugendbücher und historische Romane geschrieben, bevor ihr mit Die Schmetterlingsinsel der absolute Durchbruch gelang. Seither gehört sie zur ersten Garde der deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen.
Quelle: Ullstein Buchverlage

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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