*+* Ken Follett: „Eisfieber“ *+*

Thriller, die Medizin oder Forschung thematisieren, ziehen unweigerlich meine Aufmerksamkeit auf sich. Bei „Eisfieber“ geht es um ein hochgradig gefährliches Virus, das aus einem Hochsicherheitslabor gestohlen wird. Wenn das keine Spannung verspricht!!

Alles beginnt vergleichsweise harmlos, als lediglich ein infiziertes Kaninchen und ein Röhrchen des Gegenmittels entwendet werden. Der Fall kann betriebssintern gelöst werden und die Verantwortlichen von Oxenford Medical atmen auf. Ihr Unternehmen ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Natürlich ist der Vorfall nach außen gedrungen. Da jedoch weitere Folgen ausgeschlossen werden können, haben die Medien kein großes Fressen, über das sie herfallen können. Noch nicht…

Weihnachten steht vor der Tür – und ein kleines Drama mit tiefen Wurzeln und weiten Ausläufern, aber das ahnen zu diesem Zeitpunkt nur die Drahtzieher des geplanten Verbrechens. Alle Kulturen des tödlichen Virus Madoba-2 sollen für einen mächtigen Auftraggeber gestohlen werden. Als ob die Sicherheitschefin einen siebten Sinn hat, ahnt sie, dass mit der Klärung des Kaninchen-Falls ihre Arbeit noch nicht getan ist. Trotz des unwirtlichen Wetters kümmert sie sich vorbildhaft um die Sicherheit des Unternehmens, aber wird sie das Feld als Sieger verlassen? Ein pikantes Detail der Story ist, dass der Dieb aus dem engsten Familienkreis des Firmengründers kommt. Und mit diesem Firmengründer verbindet die Security-Dame selbst mehr als das reine Interesse am Wohlergehen des Unternehmens.

Wenn das mal keine raffinierte Personenkonstellation ist! Ein bisschen hat mich gestört, dass der Leer von vornherein weiß, wer der Täter ist und warum er das Virus entwenden möchte, respektive muss. Der Autor hat es nicht auf ausgefeilte Ermittlungsstrategien angelegt, endet dennoch in einem atemlosen Katz- und Mausspiel, von dem man zwar hofft, dass die Guten schlussendlich die Nase vorn haben werden, das aber bis kurz vor dem Ende definitiv nicht weiß. Durch die scheußliche Wetterlage und private unfreiwillige Planänderungen erfährt die Handlung immer wieder scharfe Wenden, die die Spannung – bekannter Täter hin oder her – definitiv befeuern.
Die eingearbeiteten privaten und persönlichen Phasen – der Firmengründer bekommt den alljährlichen Weihnachtsbesuch seiner Familie und es geht dementsprechend hoch her – verschaffen dem Leser immer wieder kleine Verschnaufpausen, bevor der spannende Part wieder in den Vordergrund drängt.

„Eisfieber“ ist ein solider Thriller, der ein gutes Maß an Spannung und Entspannung findet. Da es sich um einen Medizinthriller handelt, hätte es für meinen Geschmack gerne thematisch tiefer und intensiver recherchiert zugehen können. Auch war die Geschichte in Richtung des Showdowns mit vielen Schleifen und Schleifchen verziert, mittels derer der Autor einige Figuren unpassend dumm aussehen ließ. Da hätte mir weniger besser gefallen. Ansonsten war der Thriller sehr unterhaltsam, spannend und mitreißend. Für Freunde des Spannungsfachs vergebe ich gerne eine Empfehlung.

Inhalt
Madoba-2: ein Virus, tödlicher noch als Ebola. Entsprechend groß ist die Unruhe bei Oxenford Medical, als ein infiziertes Kaninchen aus dem Hochsicherheitslabor verschwindet. Wenige Tage später überfallen maskierte Männer das Labor, erbeuten den Virus. Die Polizei ist wegen eines Schneesturms zur Untätigkeit verdammt, Sicherheitschefin Toni Gallo jedoch nimmt die Verfolgung der Täter auf. Es steht viel auf dem Spiel, und noch ahnt sie nicht, dass der Dieb aus dem engsten Familienkreis des Firmengründers kommt…

Autor
Ken Follett, Autor von über zwanzig Bestsellern, wird oft als „geborener“ Erzähler gefeiert. Betrachtet man jedoch seine Lebensgeschichte, so erscheint es zutreffender zu sagen, er wurde dazu „geformt“.
Ken Follett wurde am 5. Juni 1949 im walisischen Cardiff als erstes von drei Kindern des Ehepaares Martin und Veenie Follett geboren. Nicht genug, dass Spielsachen im Großbritannien der Nachkriegsjahre echte Mangelware waren – die zutiefst religiösen Folletts erlaubten ihren Kindern zudem weder Fernsehen noch Kinobesuche und verboten ihnen sogar, Radio zu hören. Dem jungen Ken blieben zur Unterhaltung nur die unzähligen Geschichten, die ihm seine Mutter erzählte – und die Abenteuer, die er sich in seiner eigenen Vorstellungswelt schuf. Schon früh lernte er lesen; er war ganz versessen auf Bücher, und nirgendwo ging er so gern hin wie in die öffentliche Bibliothek.
Quelle: Bastei Lübbe

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Ken Follett: „Eisfieber“ *+*

  1. flywithlizzy schreibt:

    Wow, das Buch hört sich super an. Da muss meine TBR List dran glauben und noch ein weiteres Buch tragen 🙈
    LG, Lizzy

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