*+* Melisa Schwermer: „Der Tod uns scheidet“ *+*

Helga Kannengießer mit ihren Lastern ist eine echte Marke! Man mag sie, oder man mag sie nicht. Momentan stehe ich ihr noch etwas distanziert gegenüber, aber ich bin mir sicher, dass wir beide uns in den nächsten Bänden – „Der Tod uns scheidet“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe von Melisa Schwermer – noch zusammenraufen werden.

Ein bisschen leid tat sie mir dennoch. Frisch getrennt und dadurch ein bisschen haltlos, beginnt sie immer wieder an sich zu zweifeln. Aber auch wenn die Ermittlerin manchmal etwas umständlich und unentschlossen wirkt, nimmt sie schließlich ihre Probleme in Angriff, was sich in mehrerlei Hinsicht zu lohnen scheint, und in mir die Neugier weckt, wie es in ihrem Privatleben weitergehen wird.

Im Vordergrund steht jedoch der Fall, und der scheint verzwickt. Mein Miss-Marple-Gen hat jedoch ausnahmsweise von Anfang an voll ins Schwarze getroffen, sodass ich den weiteren Verlauf des Geschehens recht entspannt zurückgelehnt verfolgte, mich immer wieder bestätigt fühlte und auch die schlussendliche Auflösung keine Aufregung in mir auslösen konnte. Wer aber – und das dürfte bei den meisten Lesern der Fall sein – nicht diese kriminalistische Eingebung hat wie bei mir geschehen, kann sich auf einen etwas verworrenen Fall freuen, der professionell gelöst wird – mit all seinen Höhen und Tiefen in der Ermittlungsarbeit. Das Team besticht durch seine knurrige Beziehung untereinander. Helga und ihr Kollege Dieter sind nicht die besten Freunde, um es einmal so zu sagen, und ihre kleinen Schlagabtäusche haben mich trotz der ernsten Grundsituation doch manchmal zum Schmunzeln gebracht.

Neben einem grundsoliden Krimi, der mir einige schöne Stunden guter Unterhaltung bescherte, gefiel mir auch wieder die zweite Ebene, die Melisa Schwermer in den Fall eingebaut hat. Der Täter, der zweifelsohne Grausames getan hat, wird nicht nur als Monster dargestellt. Die Autorin beleuchtet seine Psyche, deckt seine Beweggründe auf. Natürlich entschuldigen sie sein Tun keinesfalls, aber sie erklären, warum es zu der Motivation des Täters kam, und haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Mit einem feinfühligeren Umgang einer bestimmten Klientel gegenüber könnte man möglicherweise viel bewirken. Menschen, auch schwierigere, dürfen nicht einfach nur verwaltet werden, man muss sich menschlich um sie kümmern, auch wenn das die verantwortlichen Stellen manchmal Unbequemlichkeiten, Zeit und Geld kostet und man gelegentlich die eigenen Interessen hintanstellen muss.

Ich mag psychologisch angehauchte oder gar intensive Bücher der Spannungsliteratur sehr gerne, auch „Der Tod uns scheidet“ konnte mich diesbezüglich überzeugen. Dass ich durch eine Eingebung direkt klar gesehen habe, was den Fall betrifft, mag ich nicht als Kritik ankreiden, das kann geübten Krimi- und Thriller-Lesern schonmal passieren. Und mit Helga werde ich sicher auch noch warm. ;-)
Auf jeden Fall bin ich gespannt, mit welchem Verbrechen sie und ihr Kollege es demnächst zu tun bekommen, und auch, wie es im privaten Bereich mit ihr weitergeht.

Inhalt
Sie würde ihre Strafe noch bekommen. Und er würde dafür sorgen, dass sie wusste, was sie getan hatte.
Nur knapp überlebt Jasmin Berger ihre eigene Geburtstagsfeier. Nach einem Streit endete die Party mit einem grausamen Mord. Jasmins Freund Markus ist tot, sein Bauch wurde aufgeschlitzt. Jasmin selbst wird schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht.
Die Ermittler der Kripo Frankfurt konzentrieren sich bei der Suche nach dem Täter zunächst auf die anwesenden Partygäste und stoßen bei ihren Befragungen auf eine interessante Spur. War Eifersucht das Tatmotiv? Nur wer war bereit, deshalb zu töten? Und ist der Racheakt bereits zu Ende oder hat er gerade erst begonnen?

Autorin
Melisa Schwermer, geb. 1983 in Offenbach, hat Germanistik und Philosophie in Darmstadt studiert und sich nach ihrem Abschluss als Thrillerautorin einen Namen in der Buchbranche gemacht.
Quelle: Amazon

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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