*+* Sebastian Fitzek: „Der Insasse“ *+*

Schon das erste Kapitel hat es in sich! Wer mit Thrillern nicht kann, in denen Kinder die Opfer sind, sollte sich hier warm anziehen. Die entsprechenden Taten werden zwar nur recht knapp geschildert, aber manchmal nimmt das Kopfkino danach erst recht an Fahrt auf….

Fakt ist, dass Kinder verschwunden sind. Die meisten wurden gefunden, die Fälle konnten aufgeklärt werden, der Täter Tramnitz sitzt nun in der Psychiatrie ein. Er hat alle Verbrechen gestanden, nur nicht das an Max – Ist das die Wahrheit oder nur ein weiteres seiner perfiden Spielchen?. Für Max´ Vater Till spielt das keine Rolle, denn alle Umstände sprechen für oder besser gesagt gegen den Inhaftierten. Er will den Mörder mit der Tat konfrontieren, will wissen, was passiert und wo die Leiche seines Sohnes ist, Abschied nehmen können. Da der Täter sich in für die Allgemeinheit unzugänglicher Inhaftierung befindet, gibt es für Till nur eine Möglichkeit, seinen Plan umzusetzen: Er muss selbst zum Insassen in dieser Einrichtung werden…..

Das Vorhaben gelingt und Till gerät von einem Albtraum in einen anderen. Denn nicht nur die Verbrecher scheinen hier Dreck am Stecken zu haben. Die alles andere als weißen Kittel einiger Klinik-Mitarbeiter sorgen für einige kleine Nebenhandlungen, die direkt zwar nichts mit der Konfrontation Till- Tramnitz zu tun haben, dennoch die Dinge verkomplizieren und ein weiteres Feld beleuchten.

Atemlos las ich mich von Kapitel zu Kapitel, wollte nicht aufhören und tat es auch nicht – manchmal muss man eben Prioritäten setzen! Zu gebannt war ich von dem mehr als genialen Plot, dem der liebe Herr Fitzek nach vielen Wenden, Überraschungen, Schockelementen und Cliffhangern zum guten Schluss noch eine Extraportion Pfiff mitgegeben hat. Wahnsinn, wie man an solch verquere und dennoch gar nicht so abwegige Gedankengänge kommt. Natürlich handelt es sich um einen fiktiven Thriller, aber wenn man sich auf die Charaktere einlässt, die wie gewohnt als interessante Studienobjekte der Psychiatrie aufwarten, sind die Wenden und abstrus anmutenden Sprünge gar nicht so weit hergeholt, zumindest empfand ich es immer wieder so.

Die Charaktere sind wirklich gut gelungen. Der Autor präsentiert sie uns Stück für Stück und offenbart bei einigen von ihnen überraschende Hintergründe und monströse Beziehungsgeflechte, die allerdings nur angerissen werden. Denn der Fokus liegt durchweg auf Tills Plan, herauszufinden, was mit seinem Sohn geschah. Alles andere ist schmückendes und im Nachhinein ergänzendes Beiwerk.

Die Atmosphäre ist sehr dicht, die Stimmung oft zum Schneiden. An einigen Stellen wand ich mich. So oft gab es brenzlige Situationen und natürlich wollte auch ich wissen, was mit Max geschehen ist. Daher war ich voll und ganz auf Tills Seite…..und erlebte schließlich eine mehr als geniale Wende, die alles auf den Kopf stellte.

Well done, Herr Fitzek! Ich kenne zwar noch nicht alle ihre Thriller, aber „Der Insasse“ war einer der bisher besten!

Inhalt
Vor einem Jahr verschwand der kleine Max Ber​k​hoff.
Nur der Täter weiß, was mit ihm geschah.
Doch der sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt.
Max’ Vater bleibt nur ein Weg, um endlich Gewissheit zu haben:
Er muss selbst zum Insassen werden.

Autor
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie“(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
Quelle: Droemer Knaur Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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6 Antworten zu *+* Sebastian Fitzek: „Der Insasse“ *+*

  1. Jaaaaaa – für mich auch einer der besten von ihm!

  2. moserschreibt schreibt:

    Habe es gestern zu Ende gelesen und kann deiner Rezension nur beipflichten! 👍👏

  3. Liebe Heike,
    ja, „Der Insasse“ war wirklich fesselnd! Und wie du schon sagst: Das erste Kapitel hat es bereits in sich. Ich konnte das Buch auch nur schlecht aus der Hand legen und bin ganz deiner Meinung.
    Ich habe deine Rezension mal in meiner verlinkt. :)
    Liebe Grüße
    Nicole

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