*+* Akram el-Bahay: „Die Bibliothek der flüsternden Schatten – Bücherkönig“ *+*

Dieser zweite Teil der Trilogie setzt nahtlos am Ende des Auftaktbandes „Bücherstadt“ an. Sam und Kani haben es geschafft, Paramythia zu verlassen. Sie sind jedoch in Begleitung einiger fantastischer Kreaturen. Es ist gerade nicht so leicht für Kani, denn sie hat vor kurzer Zeit ihren Vater verloren, nun muss sie die fantastischen Gestalten verstecken. Zudem drängt es sie, das Geheimnis Paramythias zu lüften. Ansonsten sind weitere Unruhen zu befürchten, von denen niemand ahnen kann, wie umfangreich und gravierend sie sich entwickeln könnten. Wie gut, dass sie Sam an ihrer Seite hat. Zwischen den beiden stimmt die Chemie und eine zarte Bande entwickelt sich zwischen ihnen. Und das, obwohl sie unterschiedlicher fast nicht sein könnten.
Recht bald jedoch müssen sich die beiden trennen, denn es scheint mehrere Möglichkeiten zu geben, ihre Mission zu erfüllen. So begleiten wir zunächst parallel Kani auf ihrem Weg auf der Suche nach dem Ursprung einer Legende und Sam bei seinem Versuch, das sagenumwobene Buch der Namen zu finden, bevor die beiden wieder gemeinsame Abenteuer erleben.

Vor einem Jahr hatte ich „Die Bücherstadt“ gelesen und es fiel mir sehr schwer, in die Fortsetzung der Geschichte hineinzufinden. Das Erzähltempo ist durchweg hoch, Phasen zur Verweilung gibt es kaum. In die rasante Handlung sind glücklicherweise immer wieder Rückblenden zum ersten Teil eingebunden, die mir dessen Inhalt nach und nach in Erinnerung brachten. Nach gut einem Drittel war ich dann endlich mitten im Geschehen und hatte das verschüttete Wissen wieder parat.

Die Figuren sind vielfältig, sowohl in ihrer Art als auch in ihren Charakteren. Aus diesem bunten Füllhorn an Gestalten ergibt sich eine Geschichte voller Überraschungen, Wenden und unerwarteten Entwicklungen. Einige der fantastischen und menschlichen Figuren waren mir sofort ans Herz gewachsen – vor allem der verschlagene Diebeskönig Vicente, der für jede Situation den passenden Spruch auf Lager hat, und die unspektakulär erscheinende Umm, die es jedoch faustdick hinter den Ohren hat -, manche Figuren mochte ich durchweg nicht, wiederum andere blieben mir bis zum Schluss hin unergründlich. Und das ist gut so, schließlich folgt noch ein weiterer Teil, für den sich der Autor einige Überraschungen und Geheimnisse bewahren muss.

Die Atmosphäre wechselt häufig und ich finde es schade, dass das gesamte Buch in hohem Tempo erzählt wird. Natürlich werden die Gegebenheiten beschrieben, jedoch hätte es mir sehr gut gefallen, wenn dafür weit mehr Raum gewesen wäre, um das Gelesene sacken lassen zu können. So konnte ich mich leider nicht in die Geschichte hineinfallen lassen und die jeweilige Stimmung aufsaugen, denn wenn ich gerade begonnen hatte, mich in eine Situation einzufinden, war die Erzählung schon ein großes Stück weiter.
Sehr gut gefallen hat mir hingegen der – vor allem in Szenen mit den Wüstenhexen – leicht orientalisch angehauchte Stil, der ein wenig an „Tausend und eine Nacht“ erinnert, was sicher auch an den wie in der Bücherstadt eingebundenen Legenden und Mythen liegt. Auch die verborgenen und gut eingeflochtenen Weisheiten mochte ich sehr.

„Die Stadt der flüsternden Schatten – Bücherkönig“ ist ein rasant erzähltes Abenteuermärchen, das nicht mit Intrigen, fantastischen und exotischen Wesen geizt. Die Handlung ist manchmal vorhersehbar, oft ergeben sich aber auch unerwartete Wenden, die ein neues Licht auf so manche Figur werfen. Das Buch ist zwar in sich abgeschlossen, aber alles läuft schon jetzt auf das große Finale im dritten Band hinaus, auf das Freunde der Trilogie sicher sehnlichst warten.

Inhalt
Paramythia, die Bücherstadt – so heißt das riesige Bibliothekslabyrinth unterhalb der Straßen von Mythia. Dort werden nicht nur Millionen von Büchern gehütet, sondern auch gefährliche Geheimnisse. Der ehemaligen Dieb Sam träumt davon, Wächter des Königs zu werden. Stattdessen wurde er damit betreut, die Bibliothek zu hüten – und entdeckte in ihren flüsternden Schatten, dass die Beraterin des Königs eine Intrige gegen ihren Herrn spinnt. Doch was genau ist ihr Plan? Nur wenn Sam das herausfindet, hat er eine Chance, den König zu retten …

Autor
Akram El-Bahay hat seine Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf gemacht: Er arbeitet als Journalist und Autor. Als Kind eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter ist er mit Einflüssen aus zwei Kulturkreisen aufgewachsen. Dies spiegelt sich auch in seinen Romanen wider: klassische Fantasy-Geschichten um Drachen und Magie, die ebenso sehr an den „Herrn der Ringe“ wie an orientalische Märchen erinnern. Mit seinem ersten Roman „Flammenwüste“ war er für mehrere Preise nominiert, er gewann den Seraph Literaturpreis als bestes Fantasy-Debüt des Jahres. Er schreibt zurzeit an einer Fortsetzung der Geschichte.
Quelle: Bastei Lübbe Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Akram el-Bahay: „Die Bibliothek der flüsternden Schatten – Bücherkönig“ *+*

  1. booksandmore81 schreibt:

    Ich hab auch schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet und war einfach nur begeistert von Akram El-Bahays Schreibstil, von der Geschichte an sich und vom Erzähltempo. Anders als du war ich sofort wieder in der Geschichte drin und hatte keine Probleme. Jetzt freue ich mich auf das dritte Buch und die Leipziger Buchmesse, auf der Akram bestimmt wieder dabei ist.

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