*+* Katie Fforde: „Eine Liebe am Meer“ *+*

Um es vorweg zu nehmen: Dieser Roman hat sehr gute Chancen, mein Sommerlight 2018 zu werden! Die Charaktere sind mir liebe Buchfreunde geworden und es würde mich brennend interessieren, wie es mit ihnen weitergeht. Eine Fortsetzung wäre daher großartig!

Emily springt für ihre schottische, schwangere Freundin ein, um den Sommer über auf ihrem Schiff die Leitung in  der Kombüse zu übernehmen. Eigentlich arbeitet Emily als Hebamme in England. Sie übt ihren Beruf mit Liebe und Leidenschaft aus, ärgert sich jedoch zunehmend über verschiedenen Umstände, sodass sie die Chance für eine Auszeit sehr gerne beim Schopf packt.

Emily erlebt den Sommer ihres Lebens, genießt den Tapetenwechsel in vollen Zügen. Ihre alte Freundschaft aus Jugendtagen zu Becca lebt neu auf und intensiviert sich, was nicht zuletzt mit deren Schwangerschaft zu tun hat. Denn nach der Saison auf dem Schiff geht Emily ganz in ihrem Hebammen-Dasein auf, sie hilft bei der Entbindung und steht der Freundin noch einige Zeit danach bei. Dann erhält sie ein wunderbares Angebot für ihren alten Wirkungskreis, das wie auf Emily zugeschnitten scheint.

Die Entscheidung ist leicht? Von wegen? Nicht nur ich habe mich während des Lesens von den sorgfältig ausgearbeiteten, sympathischen, weil sehr menschlich gezeichneten Figuren einnehmen lassen, auch Emilys Herz drohte, gestohlen zu werden. Ebenso erfreut hat mich das Setting – sei es bei den kleinen Kreuzfahrten des Schiffes entlang der schottischen Kanäle, sei es später während des Aufenthalt Emilys bei ihrer Freundin inmitten der schottischen Natur. Das alles wollte die pausierende Hebamme nur ungern zurücklassen, aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Sie trifft ihre Wahl und erkennt, dass man Entscheidungen auch rückgängig machen kann und vor allem sollte, wenn es dem eigenen Glück dient. Manchmal ist das, was gestern perfekt gewesen wäre, es heute nicht mehr. Man entwickelt sich, überdenkt seine Prioritäten und setzt sie neu…..

Der Roman, der vermeintlich unspektakulär beginnt und ein Lesevergnügen á la Schema F vermuten lässt, entwickelt sich ganz anders als – von mir – gedacht. Natürlich spielt die Liebe eine Rolle – Emily ist Mitte 30, mann- und kinderlos – aber sie zieht sich fernab jeglicher Klischees wie ein zartes Band durch die Geschichte und kommt nicht plump daher gestapft. Das freute mich sehr für Emily, denn sie ist ein ganz besonderer Romanschatz,  trifft bei jedem den richtigen Ton und hat ein beruhigendes Gemüt.

Das Spektrum der Handlung und Schauplätze ist groß. Gut gelungen ist die Beschreibung der beiden Leben, zwischen denen Emily sich entscheiden muss. Ich war so froh über ihre endgültige Entscheidung. Landschaft, Natur, Tradition, ein liebenswürdiger Menschenschlag – manchmal sind andere Dinge eben mehr wert als ein lukrativer Job.
Die Geschichte ist zwar in sich abgeschlossen, es wäre aber sehr schön, Emily in ihrem neuen Leben weiter begleiten zu können!

Inhalt
Die dreißigjährige Emily ist glücklich als Hebamme und Single. Aber eine frische Brise ist ja nie verkehrt, und so nimmt sie ohne zu zögern die Einladung ihrer besten Freundin Rebecca an, mit ihr und Freunden den Sommer über auf einem alten Kutter die schottischen Kanäle entlang zu schippern. An Bord ist auch der attraktive Alistair, der seiner bezaubernden kleinen Tochter ein liebevoller Vater ist und zufrieden mit seinem Leben wirkt. Könnte also alles nicht schöner sein. Oder doch?

Autorin
Katie Fforde wurde in Wimbledon geboren, wo sie ihre Kindheit verbrachte. Heute lebt sie mit ihrem Mann, drei Kindern und verschiedenen Katzen und Hunden in einem idyllisch gelegenen Landhaus in Gloucestershire, England. Erst vor wenigen Jahren begann sie mit dem Schreiben romantischer, heiterer Gesellschaftskomödien, die stets sofort die englischen Bestsellerlisten eroberten.
Quelle: Bastei Lübbe Verlag

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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