*+* B.C. Schiller: „Strandmädchentod“ *+*

Dieser Fall führt Tony Braun nach Estland. In Tallinn scheint es jemand auf Au-Pair-Mädchen abgesehen zu haben. Zumindest ist diese Tätigkeit das Glied, das die übel zugerichtete, am Strand angeschwemmte Leiche und zwei weitere vermisste junge Frauen miteinander verbindet. Die Tote ist die Tochter eines österreichischen Waffenmoguls, was aus dem Mord einen länderübergreifenden Fall macht. So wird Braun nach Tallinn geschickt, um den dortigen Kommissar bei seinen Ermittlungen zu unterstützen. Sein Kollege ist ein seltsamer Kauz, findet Braun, denn er scheint es mit dem Gesetzt selbst nicht immer so genau zu nehmen. Als er den bewegenden Grund für das manchmal zweifelhafte Verhalten des estnischen Kommissars erfährt, ist er genauso geschockt wie ich es schon länger war.

Nicht nur in diesem Punkt hat der Leser einen Wissensvorsprung gegenüber der Polizei. In einigen Kapiteln, die gut ins Geschehen eingeflochten werden, teilen die Autoren die Gedanken der kranken Seele mit den Lesern, in denen man die Ursachen und Beweggründe für dieses abscheuliche Tun erfährt. Auch dieses abscheuliche Tun selbst wird immer wieder in den Thriller eingeflochten. Hier hätten mir Andeutungen völlig gereicht, um zu begreifen, wie es im Täter ausschaut. Ebenso waren auch Handlung und Charaktere an einigen Stellen zu extrem konstruiert für mich, wodurch der sonst sehr schlüssige und stimmige Aufbau in seiner Umsetzung kleine Dellen bekommt. Aber das ist zum einen Geschmackssache – ich bin mir sicher, dass viele die Umsetzung genauso wie sie ist, lieben werden – und zum anderen fällt es im Reigen der vielen positiven Aspekte des Thrillers nicht wirklich ins Gewicht, was Spannung und vor allem den Unterhaltungswert betrifft.

Die Charaktere sind in bewährter und bekannter schillerscher Manier ausgearbeitet. Die alten Bekannten – Braun und sein privater und dienstlicher Dunstkreis – bleiben sich treu und entwickeln sich glaubhaft, schicksalsgeladen und sympathisch weiter. Vor allem der Inspektor konnte wieder bei mir punkten. Ich mag seine Art, alles mit Augenmaß zu betrachten und die Dinge, zumindest zumeist, mit Fingerspitzengefühl zu lösen.
Die neuen, für diesen Fall relevanten, Figuren sind mehrdimensional und nicht leicht ausrechenbar konstruiert, und sorgen zudem für die eine oder andere Überraschung.

Der Erzählstil ist wie immer lebhaft und flott. Durch die verschiedenen Handlungsstränge und stellenweise Rückblicke in die Vergangenheit baut sich ein starker Sog aus, der einen das Buch freiwillig nicht so leicht aus der Hand legen lässt. Ich hätte am liebsten alle Fäden gleichzeitig verfolgt, sowohl die Ermittlungsarbeiten – die wieder gut nachvollziehbar und fesselnd beschrieben werden -, als auch die persönlichen und privaten Belange von Kommissar und Chefinspektor sowie einiger ihrer Teammitglieder.

Toll ist es Barbara und Christian Schiller auch gelungen, das Flair Tallinns einzufangen. Die Locations, das Flair, das im Land unter den Leuten herrscht, die allgemeine Atmosphäre, aber auch das Stimmungsportfolio, das im Dunstkreis der Ermittlungen herrscht – das alles ist sehr plastisch und anschaulich dargestellt.

Fazit
Bis auf einige wenige persönliche kleine Abstriche hat mir „Strandmädchentod“ sehr gut gefallen.
Egal ob der Fall an sich oder die privaten Fäden, die sich durch den Thriller ziehen, die Ermittlungsarbeiten, Konstruktion der Charaktere und die verschiedenen Stimmungen, die den Thriller durchziehen…. Alles ist schlüssig, stimmig und logisch.
Auch der neunte Fall für Tony Braun bietet einige Stunden feiner, gut konstruierter, spannender Unterhaltung!

Inhalt
Drei junge Au-Pair-Mädchen genießen ihr unbeschwertes Leben in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Bis plötzlich eine von ihnen verschwindet und wenig später am Strand gefunden wird, bestialisch ermordet.
Das Opfer, die junge Bea, ist Österreicherin. Deshalb schickt die Kripo Linz ihren besten Mann, Chefinspektor Tony Braun, nach Tallinn, um den Mord aufzuklären.
Die Polizei tappt im Dunkel, doch dann verschwindet ein weiteres Au-Pair-Mädchen. Ist auch sie dem Killer in die Hände gefallen?
Und welchen Plan verfolgt der junge Arto Kaukonen, der seiner todkranken Tochter eine Nierentransplantation finanzieren muss und sich deshalb auf dubiose Geschäfte einlässt?
Bald wird klar: Tony Braun hat es mit einem Serienkiller zu tun, für den Au-Pair-Mädchen eine schwere Schuld auf sich geladen haben.
Als Tony Braun hinter das Geheimnis des Serienmörders kommt, ist es beinahe zu spät, denn der Killer segelt bereits mit einem neuen Opfer hinaus aufs offene Meer.

Autoren
B.C.Schiller sind Barbara und Christian Schiller. Sie gehören zu den erfolgreichsten Hybrid-Autoren (SP & Verlag) im deutschsprachigen Raum und ihre Thriller haben bereits mehr als 1.300.000 Leser begeistert. Bisher haben sie fünfzehn Thriller veröffentlicht und viele waren Nr. 1 Kindle Bestseller und wochenlang in den Top 100 Charts. Im Jahr 2015 wurde der Tony Braun Thriller „Rattenkinder“ bei Bastei Lübbe veröffentlicht. Im Sommer 2017 startet die neue ungewöhnliche Thriller-Serie „Targa“ bei der Verlagsgruppe Random House/Penguin.
Quelle: Amazon

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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