*+* Mario Giordano: „Tante Poldi und der schöne Antonio“ *+*


Da denkt man, man kennt diese Isolde Oberreiter, die von allen nur liebevoll Tante Poldi genannt wird, nach den ersten beiden Bänden – und dann so was! Die verrückte Perückenträgerin hat nämlich eine noch viel aufregendere Vergangenheit als ich bisher dachte. Selbst in Afrika hat sie schon gelebt und dort Land und Leute ordentlich durchgewirbelt. Als ob sie uns das verheimlichen könnte! Früher oder später holt einen die Vergangenheit schließlich immer ein, eh?!
Bei ihr ist das geschehen in Form ihres Ehemannes, dem John, mit dem sie zwar schon so lange getrennt von Tisch und Bett lebt, dass sie ihn in ihrem aktuellen Liebesglück fast vergessen hätte. Und nun steht eben dieser John vor der Tür und braucht ihre Hilfe – sein Bruder ist verschwunden…
Und weil die Poldi halt die Poldi ist, hilft sie ihm, na freilich! Auch wenn sie dem John eigentlich ganz gram ist, aber Familie ist halt Familie und außerdem hat das feine Spürnäschen der schrägen Dame eine kleine, aber feine Spur gewittert! Und da gibt es kein Halten mehr! Sie mutiert zu ihrer zweiten Identität, Poldi 007, und zeigt mal wieder den Ordnungshütern, wo der Frosch die Locken hat… Dabei geht es oft turbulent und bisweilen etwas unübersichtlich zu, aber Poldi ist immer im Bilde und das ist die Hauptsache!

Die rüstige 60-Jährige, die doch eigentlich ursprünglich mit dem Leben abgeschlossen hatte – Totsaufen mit Blick auf den Ätna, ihr wisst schon… – verschiebt diese Pläne erneut und läuft zu Höchstform auf, Namaste dafür, Poldi!!
Kein schöner Antonio ist dabei vor ihr sicher, keine Gefahr zu groß, kein Problem zu schwer. Und als schließlich das Geheimnis um das Corpus Delicti gelüftet wird, endet der Krimi mit einem Paukenschlag.

Der Neffe – ihr wisst schon, dieser verklemmte Möchte-gern-Autor, der die Poldi insgeheim glühendst bewundert und ihr doch niemals das Wasser wird reichen können – darf natürlich nicht fehlen. Und er macht sich, findet hin und wieder Gnade vor den Augen der Tante und die so manches lobende Wort für ihn. Auch der schnittige Carabinieri und Lieblings-Lover ist wieder mit von der Partie und auch er weiß letzten Endes zu überraschen.

Mario Giordano erzählt seinen temporeichen, amüsanten Krimi mit viel Sicilianità und Lokalflair in der gewohnt lockeren Art der ersten beiden Teile „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“ und „Tante Poldi und die Früchte des Herrn“. Die Poldi trägt wie immer das Herz auf der Zunge und ist tollkühner und liebestoller denn je – aber besser so als Totsaufen mit Blick auf den Ätna! Sie begeistert mich erneut mit ihrem großartigen, weit umspannenden Gefühls-Repertoire, ihrem großen Herzen und ihren Weisheiten. Poldi, mach bloß keinen Quatsch, ich warte doch schon auf den vierten Teil!

Inhalt
Poldis Leben bleibt turbulent. Ihr Mann John lebt nun schon seit drei Monaten in der Via Baronessa, weil er seinen Bruder James sucht, der vor Monaten mit einem Koffer voll Geld nach Europa aufgebrochen und seitdem verschwunden ist. Sein letztes Lebenszeichen war eine Postkarte aus Palermo mit der Bitte, ihm mehr Geld zu schicken. Als Poldi James schließlich aufspürt, ist der Afrikaner leider bereits mausetot und auch nicht mehr ganz vollständig. Und die Spur führt zum schönen Antonio. Klar, dass die Poldi wieder mal für Gerechtigkeit sorgen muss!

Autor
Mario Giordano, geboren 1963 in München, studierte Psychologie in Düsseldorf, schreibt Romane, Jugendbücher und Drehbücher (u.a. Tatort, Schimanski, Polizeiruf 110, Das Experiment). Er lebt in Köln.
Quelle: Bastei Lübbe Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Mario Giordano: „Tante Poldi und der schöne Antonio“ *+*

  1. Mikka Liest schreibt:

    Huhu!

    Absolut klasse geschrieben, Respekt!! Ich liebe Tante Poldi einfach.:-)

    LG,
    Mikka

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