*+* Sofie Sarentbrant: „Das Mädchen und die Fremde“ (Hörbuch) *+*


Ines ist ein süßes kleines Baby, das seit fünf Monaten leider allein vom Vater betreut werden muss. Seit seine Frau Emma bei einem Reitunfall schwer verletzt wurde, ist er auf sich allein gestellt und häufig mit der Situation überfordert. Das will er natürlich niemandem eingestehen, und so engagiert er still und heimlich eine geheime Babysitterin, die gelegentlich Ida hütet. Sie macht das ganz gut, jedoch kann man sich von Anfang an des Eindrucks nicht erwehren, dass etwas nicht mit ihr stimmt und sie ein trauriges Geheimnis mit sich trägt. Ob was nun irgendeinen Einfluss auf die Betreuung des Kindes hat? Nun, das bleibt abzuwarten…

Das aus der Not gebaute Konstrukt beginnt zu wackeln, als Emma nach mehreren Monaten aus dem Koma erwacht. Sie ist gottlob gut beieinander, hat all ihre Sinne zusammen und auch ihren messerscharfen Verstand nicht verloren. Emma ist Kriminalkommissarin und hat ein Gespür dafür, wenn Dinge nicht so sind wie sie zu sein scheinen. Sie bezweifelt vom Erwachen an, dass der Reitunfall ein Unfall war und ist sich sicher, dass das jemand seine Hand im Spiel hatte. Die meisten ihrer Besucher tun ihre felsenfeste Überzeugung als Auswirkungen der Hirnverletzungen ab und gehen dem Verdacht nicht nach, lediglich einer ihrer Kollegen glaubt Emma und beginnt verdeckte Ermittlungen.

Obwohl „Das Mädchen und die Fremde“ nach einem starken, etwas geheimnisvollen Beginn in der Spannung stark abflacht und bis kurz vor Schluss eher wie ein tragischer, dramatischer Roman anmutet, hat die Geschichte eine ungeheure Sogwirkung auf mich ausgeübt. Das lag nicht zuletzt an der gut gewählten Sprecherin Julia Fischer, die durch ihre Vortragsweise stellenweise großartige Spannung in das Erzählte hineinzaubert und auch die Charaktere nebulöser und undurchschaubarer interpretiert als ich sie vermutlich beim Selbstlesen empfunden hätte.

Der versierte Thriller-Freund mag schon bald eine Ahnung haben, wo der Hase langläuft. Aber auch wenn man den Holzwegen nicht folgt, die die Autorin großzügig in den Krimi eingebaut hat, ist man unter Umständen doch sehr überrascht, wie sich alles auflöst. Eigentlich hat die Geschichte zwei verschiedene Enden, denn der Hörer weiß wirklich, was passiert ist, während die Polizei einem Irrtum aufsitzt, was dem einen oder anderen vielleicht ein wenig Schadenfreude entlockt.
Diese gemächlich erzählte Geschichte hatte nicht wirklich viel an Spannung zu bieten und es gab kleine logische Schwächen, dennoch lauschte ich dem Hörbuch sehr gerne und wurde von wenigen kleinen Längen abgesehen einige Stunden lang gut unterhalten.

Wer unaufgeregte Krimis oder Thriller mit etwas undurchschaubaren Charakteren mag, die gemächlich erzählt sind und mehr durch einen letztendlich raffinierten Plot als durch großartige Spannung und Nervenkitzel getragen werden, findet möglicherweise Gefallen an diesem Buch.

Inhalt
Als Kriminalkommissarin Emma Sköld im Krankenhaus erwacht, hat sie keine Ahnung, was geschehen ist. Das Letzte, woran sie sich erinnern kann, ist ihr Aufbruch zum Pferdestall – währenddessen ihre vier Wochen alte Tochter von ihrem Lebensgefährten betreut wurde. Nun muss sie feststellen, dass sie nach einem Reitunfall fünf Monate im Koma gelegen und kostbare Zeit mit ihrem Baby verpasst hat. Doch das ist nicht das Einzige, was ihr Sorgen bereitet. Sie wird das Gefühl nicht los, dass etwas nicht stimmt – und der Unfall gar kein Unfall war …
Quelle: audio media Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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7 Antworten zu *+* Sofie Sarentbrant: „Das Mädchen und die Fremde“ (Hörbuch) *+*

  1. monerls schreibt:

    Liebe Heike,
    es scheint, als hätte dir das Hörbuch besser gefallen als mir das Buch. Das freut mich! Ich war leider ziemlich enttäuscht. Vielleicht wäre das Medium HB in diesem Fall auch besser für mich gewesen. Ich werde spontan entscheiden, ob ich den nächsten Teil lesen / hören werde.
    Hab noch nen schönen Sonntag,
    ganz liebe Grüße vom monerl

  2. laberladen schreibt:

    Ich dachte mir doch, dass der Titel des Buches anders war … und als ich nachgesehen habe, musste ich feststellen, dass Du offensichtlich die Fortsetzung von „Der Mörder und das Mädchen“ gelesen hast, das ich vor ca. einem Jahr gelesen habe.
    Ich kam zu einem ähnlichen Schluss wie Du, nämlich dass es keine nervenzerfetzende Spannung gab, aber die Autorin einen doch bei der Stange halten konnte und ich das Buch unterm Strich mochte. Da muss ich mir die Fortsetzung doch gleich auf die Leseliste schreiben!
    LG Gabi

    • irveliest schreibt:

      Liebe Gabi,
      oh es war der zweite Teil einer Reihe? Das ist mir gar nicht aufgefallen. Man kommt auch ohne Vorkenntnisse gut mit dem Buch klar!
      Liebe Grüße, Heike

      • laberladen schreibt:

        Hallo Heike,
        tatsächlich ist es nochmal ganz anders, wie ich jetzt durch ein bisschen Stöbern bei Goodreads festgestellt habe. Die „Emma Sköld“-Reihe hat schon 5 Bände, ich hab den 3. und Du den 4. gelesen, auch wenn die z. B. bei Amazon als Bände 1 und 2 bezeichnet werden. Die eigentlichen Bände 1 und 2 sind offensichtlich gar nicht ins Deutsche übersetzt worden und man hat mit Band 3 angefangen zu übersetzen, denn dann eben als 1. Band bezeichnet. Wieso macht man so eine Verwirrung?
        Und wieso hat man die ersten beiden Bände nicht übersetzt? Auch wenn ich sie nicht wirklich gebraucht habe, um Band 3 zu verstehen, bin ich jetzt doch neugierig und ärgere mich, dass ich sie nicht lesen kann. Oder nur auf Schwedisch :-)
        Immerhin gibt es auf Schwedisch noch einen weiteren Band und wir können hoffen, dass der dann auch übersetzt wird.
        LG Gabi

      • irveliest schreibt:

        Liebe Gabi,
        danke für die interessanten Zusatzinfos!
        Merkwürdig, dass erst mitten in der Reihe mit der Übernahme begonnen wird, das sehe ich auch so. Immerhin können wir uns vermutlich auf Teil 5 freuen. :-)
        Liebe Grüße, Heike

      • monerl schreibt:

        Das finde ich ja auch total interessant, dass diese Reihe auf Deutsch nicht von Anfang an und in Reihenfolge übersetzt wird! Blöd irgendwie! Ich habe auf dem Reader noch „Der Mörder und das Mädchen“, den „dt. Teil 1“. Obwohl ich von „Das Mädchen und die Fremde“ enttäuscht war, möchte ich doch mehr erfahren. Mal sehen, wenn es mir gefällt, lese ich vielleicht doch weiter.
        Danke für die Aufklärung, liebe Gabi!
        GlG, monerl

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