*+* Gabriella Engelmann: „Apfelblütenzauber“ *+*

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Um es vorwegzunehmen: Dieser Roman war mal wieder ein richtiges Highlight am Buchhimmel für mich! Je näher ich dem Schluss kam, umso mehr wünschte ich mir, diese Geschichte möge nie enden. So sehr mochte ich Leonie und die anderen Charaktere, ebenfalls diese ganz spezielle „Engelmann-Stimmung“, die auch dieser Roman wieder aus jeder Zeile verströmte.

Apfelblütenzauber“ ist der zweite Teil der „Stella, Leonie & Nina“-Reihe. Den Auftaktband „Eine Villa zum Verlieben“ kenne ich noch nicht, aber diese Buchlücke minderte nicht im Geringsten den Lesefluss und -genuss der Fortsetzung. Gabriella Engelmann beschreibt ihre Protagonistinnen, die Locations, Rückblicke sowie den aktuellen Handlungsverlauf sehr umfassend – aber wohldosiert, sodass Neueinsteiger voll im Bilde sind, Kenner des ersten Teils hingegen nahtlos an diesen ansetzen können, ohne Leselängen zu erleben.

Leonie hat es sich mit ihren besten Freundinnen ganz nett in der Villa-WG eingerichtet. Aber diese perfekte Glücksmischung ihres Lebens gerät nach und nach in eine Schieflage. Als Leonies Eltern verkünden, dass die Mutter eine Auszeit von der Ehe braucht, und der Vater alleine mit dem Hofladen und der großen Obstplantage im Alten Land überfordert ist, steht für Leonie außer Frage, dass sie dort mit Rat und Tat zur Seite steht. So pendelt sie einige Zeit zwischen Hamburg und dem zauberhaften Alten Land hin und her – und sieht ihre Heimat plötzlich mit ganz anderen Augen. Als Leonies Job plötzlich wegfällt und auf einmal der Verbleib der geliebten Hamburger Villa in den Sternen steht, befindet sich die Frau an einem Wendepunkt in ihrem Leben…

„Man muss dem Glück Raum geben, sich zu entfalten, sich tief in in der Seele einzunisten, damit man für unvorhergesehene Widrigkeiten gewappnet war.“

Ich war ein wenig zwiegespalten. Wirkte Leonie einerseits wie ein bedauernswerter junger Vogel, der aus seinem Nest gefallen ist und sein „Rundum-Sorglos-Paket“ verloren hat, war ich andererseits begeistert, welche Chancen sich ihr nun boten. Hamburg ist sicher schön, aber diese liebevolle Intensität, mit der die Autorin das Alte Land beschreibt, lässt erahnen, wie großartig es sein kann, dort zu leben. Und ist es wirklich so dramatisch, seinen Angestellten-Job im Restaurant zu verlieren, wenn man da, wo andere Urlaub machen, sein eigener Herr sein kann? Diese wunderschöne Gegend scheint auch andere sehr nette Menchen anzuziehen, wie Leonie und Leser alsbald mit Herzklopfen aber ohne jeglichen Kitsch feststellen müssen….

„Alles hat seine Zeit.“

Die Charaktere sind allesamt ganz wunderbar ausgearbeitet und es gelang mir leicht, mich sowohl in die drei Freundinnen – so verschieden sie auch sein mögen – hineinzufühlen und -zudenken. Auch Leonies Eltern, die eine nicht unerhebliche Rolle für die Entwicklung des Romans spielen, sind sehr gut gelungen, ebenfalls den Nebenfiguren hat die Autorin Leben und eingehaucht und sie greifbar beschrieben. Auch grandios ist das Feeling, das sich in Hamburg, aber noch viel mehr im Alten Land einstellt. Diesem traumhaften Lokalkolorit und Wohlfühlflair wird viel Raum gegeben und unterstützt sehr schön das entspannende Lesegefühl!
Die Handlung mag vielleicht manchen Lesern zu idealisiert dargestellt sein, ich fand diese Sanftheit, mit der alles ineinanderfließt, sehr schön gelungen und herzerwärmend. Natürlich läuft es im Leben nicht immer so glatt wie hier, aber die daraus entstehende Aussage des Romans lässt sich leicht auf das Leben „außerhalb eines Buches“ übertragen. Denn man muss den Perspektiven, die das Leben einem aufzeigt, offen und flexibel gegenüber stehen. Wenn man den Kopf in den Sand steckt, bringt es einen nicht voran – und außerdem sieht man dann nicht die Schönheit und das Potenzial vieler Dinge, die sich einem bieten. Das Leben ist kein Wunschkonzert, aber zwischen den Misstönen sind viele wunderschöne Melodien verborgen. Wenn man genau hinhört, kann man sie wahrnehmen – und wer weiß, vielleicht gefallen sie einem und werden sogar zum Ohrwurm, so wie bei Leonie geschehen?!? Es gibt eigentlich immer eine Lösung, man muss sie nur suchen und an einigen Stellen des Lebens braucht es auch ein wenig Mut. Und mit der Hilfe und Unterstützung von Freunden und Familie fallen viele Dinge leichter.

Inhalt
Ein Meer von rosa-weißen Blüten, malerische Fachwerkhäuser und romantische Flusslandschaften – nach sechs Jahren in Hamburg hat Leonie fast vergessen, wie schön das Alte Land ist. Da ihre Mitbewohnerinnen eigene Wege gehen und sie ihren Job verloren hat, muss sie sich neu orientieren und hofft, in der alten Heimat zur Ruhe zu kommen. Doch die will sich einfach nicht einstellen, da ihre Eltern Hilfe brauchen und, ganz unerwartet, ein Mann ihr Herz höher schlagen lässt. Ein Glück, dass sie sich auf ihre beiden Freundinnen Nina und Stella verlassen kann!

Autorin
Die gebürtige Münchnerin entdeckte in Hamburg ihre Freude am Schreiben und fühlt sich im Norden pudelwohl. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Autorin von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern. Seit sie zum ersten Mal an der Nordsee war, träumt sie von einem eigenen Häuschen am Deich, mit einem Garten voller Wildrosen und knorrigen Apfelbäumen.
Quelle: Droemer Knaur

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Gabriella Engelmann: „Apfelblütenzauber“ *+*

  1. Kastanies-Leseecke schreibt:

    Ich habe das Buch auch schon seit Ewigkeiten auf meinem SuB, weil ich eigentlich erst den Vorgänger lesen wollte – den ich aber noch nicht habe…
    Aber da man den laut Deiner Rezension ja scheinbar dann doch nicht zwingend braucht, könnte ich das Buch ja demnächst mal in Angriff nehmen 😉

    Liebe Grüße
    Kerstin

    • irveliest schreibt:

      Liebe Kerstin,
      den Vorgänger habe ich auch erst jetzt nach der Fortsetzung ins Regal gestellt 😉
      Man versteht „Apfelblütenzauber“ aber auch ohne Vorkenntnisse problemlos.
      Ganz viel Spaß mit dem Buch ❤
      Liebe Grüße, Heike

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