*+* B.C. Schiller: „Stiller Beobachter“ *+*

Arme Anna, ihr letztes Stündlein hat geschlagen. Wer hat sich da nur Zugang zu ihrem Heim verschafft? Wer bedrängt sie nun auf äußerst mörderische Weise? Wer bringt ihr den Tod – und warum? Ist es eine persönliche Sache? Oder fällt die Frau gar einem Serientäter zum Opfer? Welche Bedeutung haben die Gaben des Eindringlings?

Wie schon so oft hat es das Autoren-Paar Barbara und Christian Schiller auch in Tony Brauns achtem Fall geschafft, mich mit dem ersten Kapitel in das Geschehen zu ziehen – zumindest gedanklich. Automatisch türmen sich meine Fragen und ich konnte nicht anders, als auch diesen Thriller in Rekordgeschwindigkeit zu lesen, sämtliche Verstrickungen und Hintergründe zu erfahren, den Fall zu lösen und anschließend mal wieder zu denken, die Schillers haben es einfach drauf!

Nicht nur rund um den Mord an Anna und den folgenden Ermittlungen sowie dem Erzählstrang um den Mörder, dessen Gedanken und Erinnerungen immer wieder in das aktuelle Geschehen eingeflochten werden, ist die Story interessant und spannend gehalten. Braun wird neben den Ermittlungen auch persönlich in das Geschehen hineingezogen. Er beobachtet ein Verbrechen, das er nicht auf sich beruhen lassen kann und zeigt Rückgrat. Zudem holt ihn auf positive Art und Weise seine Vergangenheit ein. Auch in Bezug auf andere Protagonisten schließt sich der Kreis von Gegenwart und Vergangenheit auf äußerst überraschende Weise.

Die anderen Beteiligten an der Aufklärung von Annas Tod rücken ebenfalls mal in den Fokus des Thrillers, was mir sehr gut gefällt. Denn so bekommen die Gesichter zu den Namen auch in diesem Teil schärfere Konturen, man lernt sie wieder ein wenig besser kennen und mögen. Die Autoren haben den üblen Verbrechen durch diese menschlichen Hintergründe ein schönes Gegengewicht beschert und so wird das ganze Buch hindurch immer wieder der mörderische Sturm von einem lauen Lüftchen der Sympathie und Warmherzigkeit abgelöst. Auch werden ganz nebenbei die Wert- und Moralvorstellungen des einen oder anderen Charakters gerade gerückt und einige sensible Themen mit viel Fingerspitzengefühl in den Thriller eingewoben.

Im flotten Tempo lernt der Leser zunächst alle Beteiligten und Handlungsstränge kennen. Zu Beginn schadet etwas aufmerksameres Lesen nicht, denn die ersten Kapitel sind sehr vielfältig, was Personen und Situationen betrifft. Hat man aber erstmal den Platz eines jeden Protagonisten verinnerlicht, ist man sattelfest drin im Geschehen, dem man dann jederzeit problemlos folgen kann.

Nicht nur die einzelnen Parts des Thrillers gefielen mir in ihrem Inhalt und den gelungenen Spannungsbögen sehr, auch deren Verknüpfung untereinander sind grandios. „Nichts geschieht ohne Grund“ und „Es gibt keine Zufälle“, diese beiden Redensarten haben sich der stille Beobachter und vor allem seine Erschaffer zu eigen gemacht. Dabei wirkt die Verknüpfung der Erzählfäden nicht konstruiert, sondern alles liest sich leicht, überraschend – und zufällig!

So hat mir das Buch einige durchweg spannende, interessante Lesestunden beschert, in denen ich einige Überraschungen erlebte, da ich mich mal wieder aufs verführerische Glatteis der eigenen Ermittlungen habe führen lassen. Die komplette Story ist natürlich erdacht, dennoch wirkt sie nicht verkrampft, sondern locker erzählt. Alles fügt sich plausibel ineinander, nichts wirkt gewollt konstruiert. Durch das bunte Potpourri an Themen, Charakteren und Beweggründen ist „Stiller Beobachter“ zudem sehr abwechslungsreich und kurzweilig gestaltet.
Einziger Wermutstropfen ist ein Cliffhanger, der mich sehnsüchtig auf den nächsten Teil warten lässt. Der Fall an sich ist gelöst, aber auch Ermittler haben ein Privatleben….

Mehr über Barbara und Cristian Schiller und ihre Bücher auf meinem Blog findet ihr >>HIER<<
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Inhalt
Er beobachtet dich im Schlaf. Und wenn er dir einen Schmetterling schenkt, dann beginnt seine tödliche Liebe … Du verlässt mich nie. Alleinstehende Frauen werden von einem psychopathischen Stalker verfolgt. Der stille Beobachter schleicht nachts in ihre Häuser und legt sich unbemerkt zu ihnen ins Bett. Als die Polizei eine tote Frau findet, ahnt Chefinspektor Tony Braun, dass der Stalker die nächste Stufe seiner Obsession erreicht hat, denn jetzt tötet er aus Leidenschaft … Zur selben Zeit kehrt die Journalistin Kim Klinger, Brauns heimliche Liebe, nach Linz zurück, um dort einen letzten Sommer zu verbringen und an einer Artikelserie über Stalker zu schreiben. Welche Rolle spielt die frühere Hostess Natascha, die sich im Böhmerwald mit Schießübungen auf ihre letzte Mission vorbereitet? Als Tony Braun hinter das Geheimnis des Stalkers kommt, ist es jedoch bereits zu spät, denn alles kommt ganz anders und eine tödliche Falle schnappt zu.
Quelle: amazon.de

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* B.C. Schiller: „Stiller Beobachter“ *+*

  1. Liebe Heike,

    ich werde mir demnächst die Thriller des Autorenduos mal näher anschauen, sie klingen wirklich spannend. Auch diese Rezension hat mir sehr neugierig gemacht. Das Buch werde ich auf jeden Fall im Auge behalten. 🙂

    Liebe Grüße
    Nicole

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