*+* Andreas Franz/ Daniel Holbe: „Der Fänger“ (Hörbuch) *+*

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Mit dem undurchsichtigen Mord an einem seit Jahren vermissten Kinderschänder beginnt der Thriller sehr spannend. Schon ist mein Kopf voller Fragezeichen.
Wer war es? Warum? Und wie konnte der Täter den so lange gesuchten Mann ausfindig machen?

Jedoch verweilen wir leider nicht allzu lange bei dem Fall, denn auch an anderer Stelle ist die Polizei gefragt. Ein LKW mit einer Vorrichtung zum Menschenschmuggel wird gefunden. Auch hier gibt es ganz schnell Fragen über Fragen.
Wie lange läuft der Handel schon? Von wo kommt der LKW? Wer steckt dahinter?

Aller guten Dinge sind drei, mag sich der Autor gedacht haben, und macht auch schon einige Andeutungen für ein weiteres Verbrechen. Und das kommt erschreckenderweise aus den Reihen der Polizei selbst.
Natürlich irren auch hier viele Gedanken durch den Kopf des Hörers…

Die drei Handlungsstränge machten es mir – verbunden mit den verschiedenen Schauplätzen und recht vielen involvierten Personen – nicht immer leicht, dem Kriminalroman zu folgen. Die Sprünge waren mir persönlich zu häufig und die Aufenthalte in den einzelnen Szenen oft zu uneffektiv und manchmal auch verwirrend. Die Logik hinkte hin und wieder, was so manche Handlung an sich, aber auch gelegentlich ihre Konsequenzen betraf. Es wurde mehr um den heißen Brei herum erzählt als zur Sache gekommen. Zumindest habe ich es so empfunden und fand dadurch nicht in die Handlungsstrukturen hinein. Ich glaube nicht, dass es daran lag, dass es sich bei dem Hörbuch mit einer gekürzten Version des Fängers handelte, eher kam mir wohl der Stil des Autors nicht wirklich entgegen.

Der Spannungsbogen war eher flach gehalten und selbst zum Schluss hin, als es so richtig hätte explodieren können, gab es ein eher offenes Ende für den Hörer. Überwiegend war das Erzähltempo ruhig und unaufgeregt, was ja kein Nachteil sein muss, sofern sich eine gewisse subtile Spannung aufbaut. Aber diese war mir leider nicht spürbar, sodass ich bis zum Schluss hin nicht vom Fall gepackt wurde. Den roten Faden konnte ich trotz aller Mühe in dem Wirrwarr nicht finden.

Auch die Charaktere waren mir durchweg nicht greifbar. Möglicherweise fehlt mir viel Vorwissen aus den Vorgängerfällen – Julia Durants 16. Fall war erst mein erster -, möglicherweise ist es aber auch der Art und Weise der nicht besonders tief und detailliert geschnitzten Figuren geschuldet.

Einige Kastanien konnte auf jeden Fall aber die Sprecherin Julia Fischer aus dem Feuer holen. Sie hat es geschafft, mich bis zum Schluss bei der Stange zu halten, obwohl der Krimi an sich mich leider nicht überzeugen konnte.

Die Idee, mit Korruption, Menschenhandel und Missbrauch drei ganz verschiedene Verbrechens-Stränge miteinander zu verweben und thematisch an ganz unterschiedlichen Baustellen zu werkeln, gefiel mir gut. Leider trafen Plot und inhaltliche Umsetzung nicht meine Begeisterung. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Inhalt
In einem Waldstück bei Frankfurt wird die Leiche eines Sexualstraftäters gefunden, der seit Jahren als vermisst galt. Trotz begründeten Verdachtsmomenten konnte dem Mann nie etwas nachgewiesen werden und er wurde nie verurteilt. In den Akten sind immer wieder derselbe Richter und dieselben Anwälte vermerkt – Zufall? Die brutalen Verletzungen des Mordopfers lassen darauf schließen, dass der Täter mit großer Wut und aus einem sehr persönliches Motiv gehandelt hat. Und während Julia Durant sich noch mit der Frage herumschlägt, wem sie hier eigentlich zu Gerechtigkeit verhilft, erfährt sie auch noch, dass ihr Lebensgefährte kurz davor steht, ihr euer Chef zu werden.

Quelle: audio media Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Andreas Franz/ Daniel Holbe: „Der Fänger“ (Hörbuch) *+*

  1. Ela schreibt:

    Huhu,
    so unterschiedlich kann man empfinden. Mich konnte er ja richtig fesseln und in seinen Bann ziehen, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich noch nicht so abgehärtet bin was Thriller und Krimis angeht.
    Ich würde wohl auch noch den nachfolgenden Fall hören und du?.
    Liebe Grüße
    Ela

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