*+* Michael Büker: „Ich war noch niemals auf Saturn“ *+*

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In lauen Sommernächten sitze ich gerne lange draußen und beobachtete den Himmel, wie er sich zunächst während des Sonnenuntergangs herrlich verfärbt, um schließlich den Blick auf die Vielzahl an einzelnen Sternen und vielen Sternenbildern freizugeben. Automatisch türmen sich dann immer in mir die Fragen:
Welche Himmelkörper sind das? Wie weit entfernt von uns sind sie? Wie viele Sterne sehe ich und wie sind ihre dazugehörigen Sonnensysteme aufgebaut? Wie sähen sie bei näherer Betrachtung aus? Was saust noch alles durch das Weltall, das wir mit unseren Augen nicht erspähen können – weil es zu weit weg ist, oder nicht hell genug, um es wahrzunehmen? Wie kommt es, dass wir Sternenbilder immer in derselben Ausrichtung sehen? Die dazu gehörenden Serne scheinen wie starr mieinander fixiert zu sein, dabei trennen sie oft unendlich scheinende Entfernungen!

Soweit ein kleiner Ausschnitt aus meinem überbordenden Fragenkatalog. Dass ich sehr gerne zu „Ich war noch niemals auf Saturn“ griff, wundert wohl niemanden. Der Autor, seines Zeichens Astroteilchenphysiker, findet auf alles eine Antwort! Er ist auch übrigens nicht so trocken, wie man den Anhängern seiner Berufsgruppe gerne nachsagt.
Physik = langweilig, weil theoretisch und kaum vorstellbar?
Keineswegs!
Überzeugt euch am besten selbst. Springt über euren Schatten, steigt ein, schnallt euch an – und los geht es…. mit dem rasanten, anschaulichen Flug quer durch das Weltall.

Unser Reiseführer Michael Büker wirft nicht wild mit Fachbegriffen um sich. Es gelingt ihm in den meisten Fällen, auf das vermutlich geringe Grundwissen thematischer Laien Rücksicht zu nehmen. Er hat sein Buch sehr schlüssig aufgebaut und beginnt zunächst in unserem eigenen Sonnensystem. Unser Zentralgestirn, die Planeten, die darum kreisen, deren Monde und andere Himmelskörper, alles stellt er auf humorvolle, lockere und informative Art und Weise vor.

Aber am Ende unseres Sonnensytems ist die Reise noch längst nicht beendet. Ausführlich wird das Thema „Sterne“ behandelt – ihr gesamter Werdegang von der Geburt bis hin zum Tod. Auch unsere Sonne wird nicht bis in alle Ewigkeit strahlen und die Erde wärmen.
Wann wird sie aufhören und warum? Verhalten sich alle Sterne gleich in ihrer Entwicklung?
Der Autor hat nicht nur zu diesem Thema, sondern noch zu vielen anderen ein unglaublich großes Wissen parat, das er mit viel Fingerspitzengefühl an den Leser heranträgt.

Die Physik ist und bleibt oftmals eine theoretische Disziplin, aber das heißt wirklich nicht, dass sie zwangsläufig auch langweilig ist. Anhand vieler plausibler, „lebensnaher“ Beispiele wird das Erzählte ein ganzes Stück greifbarer. Besonders fasziniert hat mich, wie „ausrechenbar“ das Universum ist!

Die Fakten, die der Autor in seinen astronomischen Tepich einwebt, sind interessant und vermitteln im Gesamtwerk ein eindrucksvolles Bild des Themas. Natürlich wird sicher nicht allzu viel hängenbleiben, dazu geht der Autor zu häufig ins Detail. Während des Lesens konnte ich dennoch gut folgen, da das sachliche Wissen gut aufeinander aufbaut und alles in einer sinnvollen Reihenfolge erklärt wird. Somit bleiben genügend Informationen im Kurzzeitgedächtnis haften, um dieses Buch verstehen zu können.

„Ich war noch niemals auf Saturn“ gibt dem interessierten Leser ein gutes Grundwissen an die Hand, auf das er mit geeigneter Fachliteratur leicht aufbauen kann. Im Anhang an den Flug durch die Galaxis findet sich eine Vielzahl an Fachbüchern und -artikeln, auf die der Autor verweist und die er empfiehlt.

Ich wünsche einen guten Leseflug!!!

Inhalt
Wollten Sie auch schon immer mal Urlaub machen, wo garantiert noch keiner war? Der sympathische Astroteilchenphysiker und Science-Slammer Michael Büker nimmt uns mit auf einen unvergesslichen Trip durchs Universum. Vorbei an den Planeten, Monden und Kometen unseres Sonnensystems geht es richtig weit raus: durch endlose Weiten und dichte Galaxiehaufen, mit Weißen Zwergen, Exoplaneten und Schwarzen Löchern (Achtung! Abstand halten!). Überraschende Fakten rund um unser Universum: von den Möglichkeiten der Raumfahrt über die Wahrscheinlichkeit außerirdischen Lebens bis hin zur alles entscheidenden Frage, was der Weltuntergang mit einem Latte macchiato zu tun hat.

Autor
Michael Büker, geboren 1987, arbeitet am Forschungszentrum DESY bei Hamburg. 2014 wurde er Publikumssieger beim Bundesentscheid des FameLabs, einem internationalen Präsentationswettbewerb für Naturwissenschaften.
Quelle: Ullstein Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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