*+* James Krüss: „Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“ *+*

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Der Leuchtturm auf den Hummerklippen.

Johann lebt zurückgezogen in seinem Leuchtturm. Der einzige Kontakt, den er zur Außenwelt hat, sind die Schiffe, die ihn mit mit Lebensmitteln versorgen und ihm seine Post bringen. Hin und wieder besucht ihn auch die Möwe Alexandra, die das Geschichtenerzählen genauso liebt wie der Leuchtturmwärter selbst.

Auch an diesem Aprilnachmittgag im Jahr 1945 vertreiben sich die beiden auf diese Weise die Zeit. Während sie sich Geschichten, Anekdoten und Gedichte erzählen, bemerkt Johann ein kleines Boot, das auf der Nordsee treibt – er bekommt Besuch! Es ist Tante Julie, die mit ihrer Begleitung Zuflucht im Leuchtturm sucht, denn ihre Heimat, die Insel Helgoland, wurde am vorherigen Tag von Bomben zerstört.

Dieses Kinderbuch ist im Jahr 1956 erstmals erschienen und James Krüss verarbeitet darin ein Stück weit den vergangenen Krieg und dessen Auswirkungen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Geschehnisse rund um Johann, Alexandra und Julie, die als roter Faden des Buches fungieren, von den schweren Zeiten geprägt sind. Aber „Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“ ist keine düstere Geschichtensammlung.
Die Mischung umfasst das gesamte Spektrum von bunt, fröhlich, verblüffend, albern, lustig, nachdenklich, lässt aber auch immer wieder ernstere, realistische Töne anklingen. Und natürlich darf auch eine ordentliche Portion Seemannsgarn nicht fehlen!

Sehr gut gefällt mir, dass dieser Titel sich wohltuend von den heute so oft verbreiteten „Friede, Freude, Eierkuchen“-Büchern abhebt, bei denen zum Schluss immer irgendwie alles wieder gut ist. Die Welt sieht oft anders aus und das darf sich für mich gerne auch in der Literatur widerspiegeln. Es ist nicht alles rosarot, nur weil man es gerne so hätte. Das Leben ist manchmal auch grau und die damaligen Kriegskinder wussten das sehr genau. Sie hat es sicher nicht geschreckt, wenn wie hier so manches Mal geschehen, nicht gerade zimperlich erzählt wird und vielleicht auch mal eine der dargebotenen Geschichten ungut endet. Sensible Kinder haben aber möglicherweise Rede- und Erklärungsbedarf bei den Inhalten – und das ist gut so! Denn so bietet sich eine wunderbare Möglichkeit, über die schlimme Kriegszeit, die wir gottlob alle nicht kennenlernen mussten und hoffentlich niemals kennenlernen müssen, zu reden und den Kindern behutsam die Großartigkeit des Friedens aufzuzeigen und ihnen verständlich zu machen, dass man ihn sorgsam und behutsam pflegen sollte – im Großen wie im Kleinen.

„Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“ bietet ein erfindungsreiches, buntes Potpourri aus einem weiten Spektrum an Geschichten, Gedichten und Liedern, die wunderschön in die Rahmenhandlung rund um den Leuchtturmwärter, seine Lieblingsmöwe Alexandra und Julie eingeflochten sind.

Auf die Freundschaft und das Füreinander!!!

Inhalt
Alle Möwen heißen Emma. Bis auf eine. Die heißt Alexandra. Und die ist die Freundin von Johann, dem Leuchtturmwärter auf den Hummerklippen. Beide lieben es, Geschichten zu erzählen: lustige, traurige, wundersame und manchmal auch lehrreiche. Und das machen sie so gut, dass die dicke Wolke das Regnen lässt und der übellaunige Wassermann seinen gemeinen Plan vergisst. Und weil das so ist, schaffen es Tante Julie und Poltergeist Hans im Netz doch noch, mit ihrem kleinen Ruderboot wohlbehalten auf den Hummerklippen zu landen. Mit diesem Buch hat James Krüss seinen Ruhm als einer der erfindungsreichsten Kinderbuchautoren unserer Zeit begründet.

Autor
geboren am 31. Mai 1926 auf Helgoland, ist einer der großen deutschen Kinderbuchautoren. Er wurde berühmt durch seine Erzählungen rund um die „Hummerklippen“, die Geschichten aus „Mein Urgroßvater und ich“, „Tante Julies Haus“ und den Roman „Timm Thaler“.
Quelle: Carlsen Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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