*+* Irve fragt… Melanie Raabe *+*

Liebe Melanie,

ich hatte auf der LBM15 zum ersten Mal von dir gehört und war dabei, als du beim Lovelybooks-Treffen deinen Thriller „Die Falle“ vorgestellt hast. Als Freund des Spannungs-Genres musste ich deinen Erstlings natürlich lesen – habe ihn verschlungen – und freue mich nun sehr, dich zur Veröffentlichung deines Nachfolgers interviewen zu dürfen!

Mach es dir gemütlich 😉

Raabe - Tanja Kernweiß

Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen? Ist es bei dir wie bei vielen Autoren ganz klassisch, dass du schon immer geschrieben hast und deine Worte immer umfangreicher wurden und irgendwann das erste Buch dabei herauskam, oder hat dich einfach die Muse ganz plötzlich und unerwartet geküsst?
Ich habe mir immer gerne Geschichten ausgedacht und in meinen Zwanzigern dann angefangen, erstmals längere Texte zu schreiben. Meine ersten vier Romane haben keinen Verlag gefunden, das hat mich aber nicht wirklich entmutigt. Dafür ist mir das Schreiben zu wichtig.

Liest du gerne?
Es gibt kaum etwas, das ich lieber tue. Ich bin ein richtiger „literarischer Allesfresser“.

Erinnerst du dich an Herzensbücher aus deiner Kindheit und Jugend?
Als Kind mochte ich vor allem Abenteuer- und Fantasyromane. „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende war eines meiner Lieblingsbücher. Wolfgang Hohlbeins „Märchenmond“ habe ich verschlungen. Aber ich mochte auch Klassiker wie „Die Schatzinsel“ oder „Die drei Musketiere“.

Wo schreibst du am liebsten?
Daheim am Schreib- oder Küchentisch oder in einem ruhigen Café.

Wie und vor allem wie umfangreich hast du für deine Thriller recherchiert?
Für „Die Falle“ habe ich mich vor allem Verhörtechniken und Ähnlichem befasst, also mit allem, was meine Hauptfigur auch im Buch recherchiert. Auch für mein neues Buch musste ich einige Dinge recherchieren, das war aber weniger aufwändig.

Magst du deine Charaktere?
Ja. Ich mag sie, mit all ihren Fehlern.

Was inspiriert dich?
Ganz allgemein gesagt: Das Leben. Alles, was ich sehe, höre oder sonstwie wahrnehme. Mein Alltag, Dinge, die meine Freunde mir erzählen, die Nachrichten, Bücher, Filme, Musik, bildende Kunst, Fotografie. Die Natur.
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Raabe-Christian Faustus--16
Du hast jetzt zwei Thriller geschrieben. Bleibst du dieser Sparte erstmal treu, oder kannst du dir vorstellen, auch in einem ganz anderen Bereich zu schreiben?
Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch mal ein anderes Buch zu schreiben, aber derzeit habe ich noch ein paar tolle Ideen für weitere Thriller, die ich gerne umsetzen würde.

Wieviel Zeit hast du in deine beiden Bücher investiert? War dein Erstling umfangreicher, was Recherchen, Schreibzeit etc. betrifft? Oder „Die Wahrheit“, weil du der Erwartungshaltung deiner Leser gerecht werden wolltest?
Für „Die Wahrheit“ habe ich etwas länger gebraucht als für „Die Falle“. Der Wunsch, Erwartungshaltungen gerecht zu werden, hatte damit allerdings nichts zu tun. Selbst im Nachhinein ist es für mich schwer auszumachen, warum ich für das eine Buch länger brauche als für ein anderes. Ich arbeite grundsätzlich so lange weiter, bis ich hundertprozentig zufrieden bin. Wann dieser Punkt erreicht ist, entscheide ich nach Gefühl.

Bis das Buch endlich gedruckt ist und in den Läden ausliegt, hat der Weg ganz schön Kraft gekostet. Wie kannst du am besten entspannen und deine Akkus auffüllen?
Mir macht der Schreibprozess große Freude, ich habe nicht das Gefühl, anschließend total ausgepowert zu sein, sondern freue mich bereits darauf, mit den nächsten Buchprojekt zu beginnen. Wenn ich mal ein bisschen Ruhe brauche, dann geht es mit einem guten Buch und einem Glas Wein auf die Couch.

Wie wichtig ist dir die Nähe zu deinen Lesern?
Ich finde es ganz wunderbar, dass ich ihnen nicht nur bei meinen Lesungen begegne, sondern auch online.

Ich bin eine der vielen begeisterten Leser deiner Thriller. Leider finden sich auch immer mal wieder kritische Stimmen. Wie gehst du damit um? Und wie wichtig ist dir dieses Feedback überhaupt?
Freut mich zu hören, dass du „Die Falle“ mochtest! Danke! Tatsächlich lese ich – bis auf wenige Ausnahmen – keine Rezensionen. Kritiken in wichtigen Medien muss ich natürlich kennen, alles andere wäre unprofessionell. Und wenn mir jemand die Besprechung in seinem Blog zuschickt, dann schaue ich sie mir, sofern ich Zeit habe, natürlich auch an. Aber Besprechungen auf Amazon lese ich beispielsweise grundsätzlich nicht. Zum einen, weil ich keine Lust habe, mich von negativen Stimmen beeinflussen zu lassen. Sich zu sehr am Lob zu berauschen, halte ich aber ebenfalls für wenig hilfreich. Daher halte ich mich gleich ganz fern. Ich versuche schlicht, Bücher zu schreiben, die ich selbst gerne lesen würde – und vertraue zum einen auf meine eigene Perspektive, zum anderen auf die Kritik meiner Lektorin und auf das, was all die klugen, fähigen Menschen in meinem beruflichen und privaten Umfeld mir sagen.
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Raabe-Christian Faustus--18.
Jetzt habe ich noch eine kleine brainstorminge Aufgabe für dich.

Mein Begriff meets deine spontanen Gedanken dazu – natürlich nur, wenn du magst 🙂
Glück – Glücklich sein ist ein Entschluss.
Chillen – Bücher, Couch, Wein.
Social Media – Freunde.
Winter – Zu lang.
Blogger – Kollegen.
Lesungen – Spaß.
Einsamkeit – Schreibzeit!
Panik – Just breathe.
Zukunft – Was wir daraus machen.
Bunt – Sommerblumen. Regenbogen. Basquiat.
Kontrolle – Illusion.
Dein größter Albtraum – Tod oder Krankheit von Menschen, die ich liebe.
Märchen – Meine Großmutter, die mir als Kind die Grimmschen Märchen vorgelesen hat.
Sonnenfinsternis – Schicksalhaftes. Übergang, Wechsel, Transformation.
Vorbilder – Nur eines: meine Oma.
Dein Lebensmotto – „Es gibt zwei Arten sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles eines. Ich glaube an Letzteres.“ – Albert Einstein
Dein Lebenstraum – Geheim!

Bei meinem Blog haben sich im Laufe der Zeit zwei Motti entwickelt. Würdest du ihnen zustimmen, siehst du sie differenziert oder sagst du, neee, das stimmt gar nicht?
Meine Überzeugung lautet „Bücher können Brücken bauen.“
Da stimme ich uneingeschränkt zu!

Mein älterer Sohn hat mal vor gut einem Jahr den Satz „Bücher machen gesund“ vom Stapel gelassen.
Das kommt aufs Buch an, vermute ich, denn bestimmt gibt es auch Bücher, die einen ziemlich runterziehen können. Aber grundsätzlich bin ich überzeugt, dass Lesen klug, empathisch, schön und sexy macht. Warum also sollte es nicht auch gesund machen?

Ich danke dir sehr für dein Feedback, liebe Melanie 🙂
Sehr gerne! 🙂

Und wer jetzt verständlicherweise noch mehr über diese supernette Autorin spannender Thriller wissen möchte, der schaue mal auf Melanie Raabes Homepage vorbei  ❤

Das Copyright liegt beim ersten Foto bei Tanja Kernweiss, bei den anderen beiden bei Christian Faustus.
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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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Eine Antwort zu *+* Irve fragt… Melanie Raabe *+*

  1. nilibine70 schreibt:

    Was ein wunderbares Interview ❤

    Ich mag Melanie auch! Schon als Person, bisher bin ich leider noch nicht zum Lesen gekommen 😉 Aber das heißt nicht, dass das noch kommt! Ist genau mein Ding, sowohl Die Falle, als auch Die Wahrheit!

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