*+* Katrin Tempel: „Rosmarinträume“ *+*

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Rosmarinträume
Anne, Jung-Redakteurin beim Lokalblatt, macht eine interessante Entdeckung.
Sie trifft zufällig auf ein archäologisches Team, das zwei ineinander verschlungene Skelette ausgegraben hat. Als Journalistin hat sie ein ein Gespür für gute Stories und Anne bleibt dran. Sie besucht den zuständigen Historiker, der für das Projekt verantwortlich ist und erhält viele Mutmaßungen zum früheren Leben der beiden Toten, aber auch einiges an historischem Wissen zum Fundort – der nahen Burg und der Stadt, in der sie lebt.

Aber auch über andere Wege wird sie mit dem Mittelalter und noch früheren Epochen konfrontiert.
Denn seit sie dem Fund beiwohnte, wird Anne von übelsten Albträumen geplagt, die sie immer wieder in alte Zeiten zurückkatapultieren. Ebenso geht es ihr während ihrer deshalb angetretenen Therapie. Aber anstatt die junge Frau von ihren Problemen zu befreien und Klarheit zu schaffen, verwirrt sie die Journalistin noch mehr. Chaos tritt auch an einer ganz anderen Stelle in Annes Leben, denn ein Volontär – zunächst getarnt als Wolf im Schafspelz – macht ihr mehr und mehr ihren Platz im Redaktions-System streitig….

Zum Glück lösen sich zum Schluss hin alle Unwägbarkeiten für sie in Wohlgefallen auf.
Und als Sahnehäubchen obenauf scheint sie die große Liebe gefunden zu haben. Das freute mich sehr für Anne, denn sie hat schon einige Schicksalsschläge wegstecken müssen und hätte nun ein Leben in ruhigeren Bahnen verdient. Allerdings wirken ihre Erlebnisse wie eine Art Therapie, denn die Redakteurin beginnt nun, über ihr Leben, sich selbst und ihre Ziele und Wünsche nachzudenken, die sie hat und auch anzugehen gedenkt….
Neben einer Reise zu sich selbst erlebt Anne spannende und aufregende Reisen in die Vergangenheit, wodurch dem Leser einige interessante Einblicke in frühere geschichtliche Phasen gegeben werden.

Katrin Tempel hat für ihren Roman „die historischen Fakten genau recherchiert und so korrekt wie möglich wiedergegeben.“
Das gewonnene Wissen trägt die Autorin äußerst lesenswert an den Leser heran. Einmal mehr wurde mir bewusst, wie wenig man doch oft über die Historie der eigenen Heimat weiß. Die gut erforschten Fakten wurden ganz wunderbar mit der rund um Anne erdachte Geschichte verwoben.
Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer, kurzweiliger Roman, der Vergangenheit und Gegenwart, sowie altes und neues Wissen sehr ansprechend miteinander verbindet.

Die Charakter sind eine bunte Mischung, so richtig aus dem Leben gegriffen. Sie alle sind ausführlich und gut vorstellbar beschrieben. Die Figuren der vergangenen Epochen wirken jedoch eher geheimnisumwittert und nicht wirklich greifbar, was einen leichten mystisch-mysteriösen Mantel über die Geschichte legt.

Der Name des Romans ist ein stückweit Programm.
Denn der Rosmarin taucht immer wieder auf und bildet mit anderen erwähnten Kräutern, ihren früheren Mythen, Verwendungszwecken sowie spekulativen zukünftigen Anwendungsgebieten einen weiteren interessanten Aspekt des Lesens. Aber nicht nur Kräuterhexen und historisch interessierten Lesern kann ich diesen Roman empfehlen.

Der Schreibstil ist flüssig und den Geschehnissen kann man, obwohl sie sich in verschiedenen Epochen zutragen, gut folgen.
Dadurch, dass der Inhalt zwar etwas geschichtsträchtig, aber nicht faktenlastig ist, empfand ich „Rosmarinträume“ als idealen Roman für den Urlaub oder einen gemütlichen Abend, denn der Entspannungsfaktor ist recht groß. Auch dieser Roman aus der Feder von Katrin Tempel hat mich ebenso sehr begeistert wie der zuvor erschiene Roman „Mandeljahre“ der Autorin.

Inhalt
Der Duft von Rosmarin und eine Liebe, die ewig währt.
Seit die junge Journalistin Anne über den Fund zweier ineinander verschlungener Skelette berichtet hat, wird sie von schrecklichen Albträumen geplagt. Die Geschichte der Liebenden lässt sie nicht los, und so geht sie den wenigen Hinweisen nach, die sie finden kann. Unterstützt wird sie dabei von dem Archäologen Lukas, den der spektakuläre Fund ebenfalls fasziniert. Bald stoßen sie gemeinsam auf die tragische Geschichte zweier Liebender am Ende des 17. Jahrhunderts, die einander nie vergessen konnten und noch im Tod aneinander festhielten.

Autorin
Katrin Tempel wurde in Düsseldorf geboren und wuchs in München auf. Nach ihrem Geschichtsstudium arbeitete sie als Journalistin, heute ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift »LandIdee«. Außerdem schreibt sie Drehbücher (unter anderem den historischen ZDF-Zweiteiler »Dr. Hope«) und Romane. Mit »Holunderliebe« und »Mandeljahre« gelangen ihr große Publikumserfolge. Unter dem Namen Emma Temple veröffentlicht sie bei Piper weitere Romane, zuletzt »Die Nebel von Connemara«. Sie lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Bad Dürkheim an der Weinstraße.
Quelle: Piper Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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