*+* Mario Giordano: „Tante Poldi und die Früchte des Herrn“ *+*

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Tante Poldi und die Früchte des Herrn
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Tante Poldi kann es nicht lassen.
Kaum wittert sie Sex and Crime, muss sie sich einfach einbringen. Egal, ob es um einen flotten Typen geht, der ihr zusagt, oder um kleine oder auch größere Verbrechen. Logisch, dass wir hier ebenso wie bei „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“ auf beides stoßen. Schließlich sind wir in Sizilien und die rüstige Perückenträgerin trifft hier auf einige passable Herren. Aber eigentlich steht in Poldis Hobbyliga über dem Flirten noch das Ermitteln – und da bekommt sie in diesem zweiten Band der Reihe einiges zu tun.

Herrlich zu lesen, wie die sizilianische Miss Marple ihren Instinkt bemüht, der Polizei immer wieder das Wasser abgräbt, sich niemals unterkriegen lässt und so schlussendluch als Siegerin dasteht. „Totsaufen mit Meerblick“ war gestern. Heute erfreut sich die Dame erfolgreich ihres Lebens!

Die Charaktere sind wieder ganz toll gestaltet. Poldi hat neben ihrer riesigen Klappe und der sehr direkten Art, die ihr nicht immer Sympathien einbringen, auch ein riesengroßes Herz. Wer erst einmal dort Einlass gefunden hat, hat es gut. Den ersten Platz nimmt dort ihr Neffe ein. Dabei könnte er sich mit seiner verklemmten Art gar nicht deutlicher von ihr unterscheiden. Aber Poldi lässt nicht locker und ist sich sicher, dass sie es irgendwann schaffen wird, ihn aus seiner sicher geglaubten Reserve zu locken. Erste fragmenthafte Erfolge sind auch bereits erkennbar.

Der Sizilien-Krimi ist aus Sicht dieses Neffen geschildert. Herrlich, wie er die erzählten Erlebnisse der Tante in ihrem krachledernen Inseldialekt wiedergibt. Bei mir flossen so oft die Lachtränen!
Dabei fährt besagter Neffe doch in erster Linie zur Poldi, um dort seinen gediegenen Familienroman zu verfassen, von dem der Leser zwischendurch einige Kostproben erhält.

„Tante Poldi und die Früchte des Herrn“ ist feinste schräge und humorvolle Unterhaltung mit sizilianischem Flair. Der Kriminalfall passt gut ins Ambiente und ist gut durchdacht, steht aber eindeutig nicht im Mittelpunkt.

Die verschiedenen, teils sehr extremen Charaktere, von denen einige bereits tragende Rollen im ersten Band hatten, haben mir genauso viel Spaß gemacht wie der flüssige pageturnmäßige Schreibstil und die herrlichen Landschaftsimpressionen – allen voran der tägliche Blick auf den Ätna vom chilligen Platz des Neffen aus.
Den Krimi kann man übrigens auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Der Fall ist in sich abgeschlossen und die Charaktere werden auch für Neuleser ausführlich genug eingeführt, um dem Geschehen problemlos folgen zu können.

Ganz fies ist ein übler Cliffhanger….
Kann man seine Leser neugieriger auf die Fortsetzung machen???

Inhalt
Tante Poldi ist sauer: Zuerst wird ihr das Wasser abgestellt, dann auch noch der Hund ihrer Freundin um die Ecke gebracht. Kreizsacklzement! Erste Ermittlungen führen sie zum Winzer Avola. Und der ist auch noch so hammer-attraktiv, dass die Poldi nach einer heißen Nacht prompt ihre Ermittlungen vergisst.
Bis am nächsten Morgen die Polizei vor Avolas Tür steht. Denn zwischen seinen Reben wurde eine Leiche gefunden, und Commissario Montana ist alles andere als erfreut, dass ausgerechnet Poldi Avola ein Alibi geben kann. Außerdem bleibt die Frage: Wer hat Giuliana getötet – und warum?

Autor
Mario Giordano, geboren 1963 in München, studierte Psychologie in Düsseldorf, schreibt Romane, Jugendbücher und Drehbücher (u.a. Tatort, Schimanski, Polizeiruf 110, Das Experiment). Er lebt in Köln.
Quelle: Bastei Lübbe Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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