*+* Vanessa Walder: „Das wilde Määäh und die Irgendwo-Insel“ *+*

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das wilde määäh und die irgendwo-insel
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Ham ist gewissermaßen ein Wolf im Schafspelz, jedoch verleiht er diesem Ausdruck einen ganz anderen Inhalt. Denn er ist ein wolliges Schäfchen, schafiger geht es nicht – zumindest rein äußerlich. Ham wurde einst im Wald ausgesetzt, von der Wölfin Rhea gefunden und ganz selbstverständlich ihrem eigenen Rudel hinzugefügt. So lernte Ham nicht das Schafsleben, für das er eigentlich geboren wurde, kennen, sondern das seiner Wolfsfamilie. Rhea und ihre Welpen kümmerten sich um den Schafsbruder und lehrten ihn die Wolfsregeln. Kip, der Vater der Familie war leider nicht dabei. Ham fühlte sich in seiner Adoptivfamilie sehr wohl, sehnte sich dennoch danach, seine leibliche Mutter kennenzulernen und begab sich auf die Suche nach ihr.
Soweit zum ersten Teil „Das wilde Määäh“.

In der Fortsetzung „Das wilde Määäh und die Monstermission“ retten Ham und seine Freunde den Wald. Zudem macht sich das wölfische Schäfchen auf die Suche nach seinem leiblichen Vater. Natürlich dürfen auch hier seine Freunde nicht fehlen, mit denen er schöne Abenteuer erlebt.

Nun, im dritten Teil erfährt Ham von seiner Wolfsmutter, dass sein Adoptivvater zur „Insel der Sonne“ gegangen ist.
Natürlich ist das Schäfchen viel zu neugierig, um sich nicht auf die Suche nach der Insel und nach Kip, Rheas Mann, zu machen.

Ham erlebt, wie schon in den Vorbänden, tolle, aufregende und teils spannende Abenteuer. Der Anspruch ist für Kinder gut gewählt. Die Geschichte ist spannend aber nicht zu spannend. Man kann sie also auch gut vor dem Schlafengehen lesen. Dem Vorlesen oder auch kindlichen Selbstschmökern kommt sehr die gewählte Länge der einzelnen Kapitel entgegen. Sie haben für die Lesezielgruppe eine angenehme Seitenzahl und auch die Menge der zugetragenen Informationen ist für die Kleinen gut zu erfassen und zu begreifen. So manch augenzwinkernd zweideutigen (im lustigen Sinne) Bemerkungen und Formulierungen sind dann ein Schmankerl für die vorlesenden Eltern.

In diesem Band wird sehr behutsam das Thema Tod umgesetzt. Er kann jeden treffen und ist für die Kleinen (und oft auch die Großen) oft nur schwer zu begreifen und aushaltbar. An den Gedanken, einen geliebten Menschen, oder in diesem Buch einen geliebten tierischen Gefährten, verloren zu haben, gewöhnt man sich nur schwer und alles erscheint in einem grauen, trüben, verzweifelten Licht. Nicht nur Kindern erhellen die wundervollen Weisheiten der Tiere die Sicht, auch mir als großem Kind taten diese Aussprüche sehr gut. Wenn man einen Herzensmenschen verloren hat, wird man das wohl nie ganz verwinden. Aber eine optimistische Aussicht und hoffnungsvolle Gedanken machen die schweren Zeiten etwas leichter.

Vanessa Walders Schreibstil ist wie immer flüssig und fröhlich und nimmt so ganz leicht dem eigentlich traurigen Thema seine Schärfe. Die Erlebnisse von Ham und seinen Freunden sind wie gewohnt kreativ und unterhaltsam geschildert und immer mal wieder mit einer Prise Humor gewürzt. Das Lesen und auch das Zuhören machen Groß und Klein viel Spaß. Auch die Zeichnungen, die sich durch das gesamte Buch ziehen, sind wieder ansprechend und liebevoll gestaltet und ergänzen die Geschichte sehr schön.

Ham und seine Freunde sind sich charakterlich treu geblieben, dennoch haben sie sich weiterentwickelt. Denn sie sind nicht mehr die Tierbabys, die sie zu Beginn der Trilogie waren, sondern haben mittlerweile fast schon das Jugendalter erreicht. Dennoch wohnt ihnen noch ihre Großherzigkeit inne und die Freundschaft zueinander scheint weiter gewachsen zu sein.

„Das wilde Määäh und die Irgendwo-Insel“ ist ein großartiger Abschluss der Trilogie, die ich mit all ihren Teilen uneingeschränkt weiterempfehlen kann – für die jungen und jung geliebenen Leser!

Inhalt
„Ham hätte eigentlich gerne mal seine Ruhe.
Aber daraus wird nichts.
Er soll ein unsterblicher Held werden, sagt Grazia.
Er soll sich ein eigenes Revier suchen, sagt Flöckchen.
Er soll Flöckchen helfen, seine Eltern zu finden, sagt Tupfer.
Und er soll Papa Kip auf der Irgendwo-Insel suchen. Sagt Ham selbst.
Ganz schön stressig das alles.
Doch es geht um seine Familie und so beginnt eine neue aufregende Reise für Ham und seine Freunde.“

Autorin
Vanessa Walder wurde 1978 in Heidelberg geboren und wuchs in Wien auf, wo sie nach dem Abitur zunächst Jura studierte. Sie arbeitete als Journalistin, bis im Jahr 2001 der erste von 16 Bänden der Serie „sisters“ im Loewe Verlag erschien. Seither verfasste Walder zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, die in bislang 25 Sprachen übersetzt wurden. Wien hat sie inzwischen verlassen und in Berlin eine neue Heimat gefunden.
Quelle: LOEWE Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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