*+* M.J. Arlidge: „Einer lebt, einer stirbt“ (Hörbuch) *+*

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HÖRBUCH Einer lebt, einer stirbt
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Welch ein Gedanke! Du hast einen Filmriss und findest dich beim Aufwachen mit einem dir bekannten Menschen in einem Kellerverlies wieder. Und einer Pistole.
Es gilt nur diese eine Regel: „Einer lebt, einer stirbt.“

Was tust du?
Versuchst du, das Problem auszusitzen?
Hoffst du auf Hilfe?
Erschießt du die andere Person, um frei zu kommen?
Oder tötest du dich selbst, weil du mit dir als Mörder im späteren Leben nicht klarkommen wirst?
Überlässt du dem/ der Mitgefangenen die Entscheidung?
Mehrere Male begleitete ich betroffene Paare in dieser Situation, jedes Mal hoffte und bangte ich mit ihnen. Stellte mir vor, in ihrer Lage zu sein – und es lief mir mehr als einmal eiskalt den Rücken herunter.

Immer wieder fragte ich mich nach dem Warum.
Sehr lange tappte ich ebenso wie D.I. Helen Grace im Dunkeln – bis diese zunächst eine vage Spur, später deren Bestätigung fand. Ich war wirklich erschüttert und fassungslos. Und nicht nur das. Von da an wusste ich, warum all die unschuldigen Menschen in ihre ausweglose Situation befördert worden waren. Gleichzeitig tat sich mir eine schreckliche Vision auf, was noch alles passieren und worin diese Verbrechensserie gipfeln könnte.

Mal vom Mittelteil abgesehen, in dem die Geschichte ein bisschen auf der Stelle trat, war dieser erste Fall für Helen Grace sehr interessant und spannend gestaltet. Die diversen „Zweier-Passagen“ haben mich gleichermaßen gefesselt und bedrückt, am Ende explodierte die Tötungs-Serie dann wie ein Feuerwerk. Wähnt man sich nach einem kleinen Showdown schon am Ende und glaubt, mit der Auflösung sei der Thriller nun beendet, täuscht man sich ebenso sehr. Denn nun legt der Autor noch eins drauf und überrascht erneut! Das ganze Drama, das diese schwarze Serie ins Rollen brachte, wird offenbart und es machte mich schaudern….

Der Stil ist detailliert und eher emotions- und schnörkellos, was den Charakter der Hauptfigur Helen Grace gut unterstreicht. Bei den privaten Passagen der Ermittlerin, die weit in die Vergangenheit zurückreichen, wird man mit starkem Tobak konfrontiert und der eine oder andere mag über Graces Gemütsszustand und ebenso das gewählte Mittel, um sich immer wieder zu erden, peinlich berührt sein. Sie war mir zwar mit ihren Ecken und Kanten nicht besonders sympathisch, aber ihr gebührte zweifellos mein Mitgefühl und vor allem Respekt und Anerkennung für die Arbeit, die sie leistet und vor allem, wie sie dies tut.

Die Protagonisten – sowohl die Opfer, die Ermittler, die potentiellen Täter und auch alle anderen – sind durchweg gut und plausibel ausgearbeitet. Man bekommt häufig eine Idee, wie diese Personen ticken und versteht ihre Handlungsweise. Einige der Charaktere mochte ich gar nicht, mit anderen schwamm ich dafür auf einer Wellenlänge. So fieberte ich an einigen Stellen ganz besonders mit, hoffte und bangte – nicht nur mit den Opfern!

„Einer lebt, einer stirbt“ ist ein interessanter und überwiegend fesselnder Auftaktband der Reihe um Helen Grace, der nicht nur einen spannenden Fall in petto hat, sondern auch die Hauptfigur authentisch und überzeugend einführt.

Uve Teschner liest packend wie man es von ihm gewohnt ist. Er setzt die gesamte Geschichte sehr gut gelungen um, scheint sich in die einzelnen Charaktere und manche Situationen regelrecht hineinzuversetzen und trägt den Thriller sehr hörenswert und fesselnd an sein Publikum heran.

Inhalt
Ein perfider Killer kidnappt Paare. Die Opfer wachen orientierungslos auf, gefangen in einem Raum, in dem niemand ihre Schreie hört. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit, nur eine Waffe und die Botschaft des Entführers: Entweder sterben beide einen langsamen, qualvollen Tod – oder einer bringt den anderen um und ist frei.
Detective Inspector Helen Grace und ihr Team ermitteln fieberhaft, denn die Abstände zwischen den Taten werden kürzer: Ein Liebespaar verschwindet, zwei Arbeitskollegen, dann Mutter und Tochter. Helen sucht verzweifelt nach einem Muster – und gelangt zu einer verstörenden Erkenntnis.

Autor
Matthew J. Arlidge hat die letzten 15 Jahre als Drehbuchautor für die BBC gearbeitet. Seit fünf Jahren betreibt er eine eigene unabhängige Produktionsfirma, die vor allem auf Krimiserien spezialisiert ist. Sein erster Band um D.I. Helen Grace Einer lebt, einer stirbt war 2014 das erfolgreichste Krimi-Debüt in England.

Sprecher
Uve Teschner hat mit seiner wandelbaren Stimme bereits zahlreiche Hörbücher sowie Hörspiele eingelesen. Seine Lesung von Tana Frenchs Schattenstill wurde vom Sankt Michaelsbund zum Hörbuch des Jahres 2012 gewählt.
Quelle: argon Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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