*+* Irve fragt…. B.C. Schiller *+*

Liebe Barbara, lieber Christian,

es war sehr schön, euch auf der LBM16 kennenzulernen! Da wir uns ja ganz nett unterhalten haben und ich auch eure Thriller gerne mag, kam mir spontan die Idee, mit euch beiden die Pause meiner Interview-Sparte zu beenden. Super, dass ihr sofort euer OK gegeben habt!

ihr seid ganz aus eigener Kraft bekannt und sehr erfolgreich geworden. Habt keinen Verlag (von einer Ausnahme abgesehen) an eurer Seite, der euch marketingmäßig betreut. Stattdessen seid ihr durch die gute Qualität eurer Thriller und ein sagenhaftes Mund-zu-Mund-Propaganda auf den Spannungsolymp geklettert! Schon allein das ist bewundernswert…

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Aber wie seid ihr eigentlich zum Schreiben gekommen?

Christian hat ja bereits früher einige Bücher veröffentlicht und Barbara hat schon als Kind gerne Inspektor gespielt und sich kurze Detektivgeschichten ausgedacht. Als ausgesprochene Thriller-Fans haben wir schon sehr früh in unserer Freizeit Thriller unserer Lieblingsautoren verschlungen. Auf diese Weise konnten wir von unserer stressigen Arbeit in der eigenen Werbeagentur abschalten. Wir haben uns auch immer im Urlaub Geschichten erzählt und diese bis zum Ende ausgefeilt. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis wir selbst begonnen haben, einen Roman zu entwickeln. Daraus ist dann unser erster Tony-Braun-Thriller entstanden. Dass wir das Schreiben hauptberuflich machen, war eigentlich nie geplant, sondern hat sich einfach so ergeben. Mit zunehmendem Erfolg mussten wir uns dann entscheiden: Werbeagentur oder Bücher schreiben. Wir haben uns dann für ein ganz neues Leben als Autoren entschieden und es keine Minute bereut.

Lest ihr gerne?

Wir lesen beide sehr gerne, aber leider kommen wir nur noch sehr selten dazu. Meistens wenn wir nicht gerade selbst an einem Buch arbeiten. Während des Schreibens ist es uns unmöglich andere Bücher zu lesen, das würde uns zu sehr ablenken.

Was lest ihr denn gerne? Auch Bücher aus dem Thriller-Bereich, oder begebt ihr euch dann in ganz andere Genres?

Christian liest gerne Bücher von Thomas Bernhard und aktuell „Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler, dem österreichischen Erfolgsautor. Ansonsten auch gerne skandinavische Thriller.
Barbara liest gerade „Die Witwe“ – ein englischer Psychothriller von Fiona Barton. Ansonsten auch Bücher von Sybille Berg und von Lars Kepler, dem skandinavische Bestseller-Autorenpaar.

Erinnert ihr Euch an Herzensbücher aus eurer Kindheit und Jugend?

Barbara: „Der kleine Prinz“ und „Die fünf Freunde“. Als Jugendliche: Johannes Mario Simmel.
Christian: „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ und alles von Karl May. Als Jugendlicher: Patricia Highsmith und Thomas Bernhard

Wo arbeitet ihr am liebsten?

Beide haben wir einen eigenen Platz zum Schreiben. Jeder von uns hat ein kleines Schreibbüro. Barbara braucht dazu Stille, einen schönen Ausblick und unseren Hund Jabali zu Füßen. Bei Christian sind immer die Jalousien zu und er muss laute Musik hören. Wir schreiben ausschließlich mit dem MacBook, allerdings machen wir uns handschriftlich spontane Notizen in unsere schwarzen Moeleskine Notizbücher.

Für welches Buch habt ihr am umfangreichsten recherchiert?

Das war für den Tony Braun Thriller „Freunde müssen töten“. Wir haben in Bratislava mit einem ehemaligen Polizisten das Nachtleben erkundet. Dabei haben wir einige Prostituierte interviewt und das Halbweltmilieu dort ein wenig kennengelernt. Das war sehr interessant.

Mögt ihr eure Charaktere?

Tony Braun und David Stein mögen wir natürlich sehr gerne. Auch Kemal vom Anatolu Grill ist uns mit seinen philosophischen Sprüchen ans Herz gewachsen. Aber die Bösewichter sind für uns genauso wichtig. Etwa Dennis im „Stillen Duft des Todes“ hat uns mit seiner kranken Obsession die durch den Tod der Mutter ausgelöst wurde, fast ein wenig leid getan. Bei den „Rattenkindern(Rezension) ist uns andererseits Bernhard Frey, der Mann der ermordeten Amelie total auf die Nerven gegangen. Dafür haben uns die Szenen mit Viktor Maly sehr großen Spaß gemacht.

Entwickeln sich eure Charaktere?

Natürlich haben wir zunächst eine Grundstory im Kopf, dann kommen neue interessante Aspekte dazu. Personen wie Tony Braun sind ja fixer Bestandteil der Thriller, die entwickeln sich innerhalb des Buches weiter, ebenso die Gegenspieler.
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Was inspiriert euch?

Uns inspirieren die Gespräche, wenn wir abends bei Rotwein in einem Lokal sitzen. Plötzlich kommt einem von uns eine Idee und diese wird dann wie bei einem Ping-Pong-Spiel hin und her geschossen bis sie eine richtige Geschichte wird. Auf diese Weise haben wir noch einige Geschichten auf Lager, die auf das Schreiben warten, wie eine sehr philosophische Geschichte über einen „Schlafsack“.

Ihr sprecht es gerade an…. Ihr habt eine Idee zu einer philosophischen Geschichte. Heißt das, auf Dauer werdet ihr nicht nur den Buchweg des Thrillers beschreiten? Oder wird diese Schlafsack-Inspiration auch dem Spannungsgenre zuzuordnen sein?

Nein, das wird kein Spannungsroman. Es gibt ein paar gute Plot-Ideen für Nicht-Thriller-Romane, aber dafür benötigen wir auch Zeit zum Schreiben schaffen.

Wie umfangreich müsst ihr recherchieren?

Wir lassen überhaupt keine eigenen Erlebnisse einfließen, höchstens Erfahrungen oder Örtlichkeiten, die wir kennen. In unseren Thrillern ist alles Fiktion, manchmal gibt es einen wahren Kern, der von uns thrillermäßig verändert wird. Das Recherchieren bezieht sich in der Hauptsache auf Befragungen, Online-Recherche und gelegentlichen Reisen zu den Locations.

Ihr lasst häufig auch brisante Themen in eure Thriller einfließen. Gab es schon gefährliche Situationen beim Besuch der entsprechenden Locations, oder wägt ihr sehr sorgfältig ab, wo ihr hingeht, und wo ihr euch eure Infos doch lieber online holt?

Es gab schon ein paar brenzlige Situationen bei unseren Recherchen, aber zum Glück sind wir immer zu zweit unterwegs. Interessant ist dabei auch, dass einige der Halbwelt-Typen sich richtig geschmeichelt fühlen, wenn sie erfahren, dass wir bei ihnen für unsere Thriller recherchieren.

Wer von euch beiden hatte die Idee, gemeinsam zu schreiben?

Das war Barbara. Sie hat lange Zeit versucht, Christian davon zu überzeugen, ein Buch zu schreiben und irgendwann hat er nachgegeben und sie haben sich beide während eines Urlaubs an die Arbeit gemacht. Dabei ist der Schreibfunke so richtig entzündet worden und beide haben gemerkt, dass Schreiben richtig Spaß macht.

Wie funktioniert das gemeinsame Schreiben?

Wir entwickeln gemeinsam eine Story, daraus ergibt sich eine Storyline mit genauer Kapiteleinteilung. Dann schreibt jeder von uns ein Kapitel, wobei Barbara mehr für die brutalen Morde zuständig ist und Christian für die zwischenmenschlichen Beziehungen. Jeder von uns hat ein Faible für bestimmte Protagonisten. Am Ende des Tages werden die geschriebenen Kapitel diskutiert, dann überarbeiten wir gemeinsam die Rohfassung.
Dabei geht es mitunter recht heftig zu, aber unser Hund Jabali ist dabei ein guter Mediator. Ist das Buch dann fertig, wird es von uns noch einmal gemeinsam überarbeitet und dann kommt es in das externe Lektorat und Korrektorat.

Jabali ist ein……? Wann oder wie seid ihr auf den Hund gekommen?

Jabali ist ein Rhodesian Ridgeback (afrikanischer Löwenjagdhund). Leider haben wir keine Löwen bei uns, lol. Wir sind ganz zufällig auf diese Rasse gestoßen und haben uns auf Anhieb in das charakterstarke und liebe Wesen dieser Hunde verliebt.
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Habt ihre eure Reihen um Tony Braun und David Stein auf einen bestimmten Umfang festgelegt?

Nein, wir schreiben diese Serien, solange unsere Leser sie mögen und solange wir gute Ideen haben. Wichtig für uns ist dabei auch, dass uns das Schreiben mit Tony und David noch Spaß macht.

Wieviel Zeit investiert ihr in eure Bücher?

Für unsere Bücher haben wir einen genauen Arbeits- und Projektplan. Das ist notwendig für unser Lektorat und Korrektorat. Die Social Media Aktivitäten und Fankommunikation ist sehr wichtig und beansprucht einige Stunden täglich, dabei geht es um persönliche Beantwortung von Leserfragen. Das macht uns Spaß und das merken natürlich auch unsere Leser.

Mit „Rattenkinder“ ist einmalig einer eurer Thriller von einem renommierten Verlag verlegt worden. Wie kam es dazu? War das eine Eintagsfliege, oder plant ihr, langfristig vom Self-Publisher-Dasein wegzukommen?

Die Tony Braun-Serie und auch unsere anderen Thriller waren sehr erfolgreich und schafften es immer auf Platz eins der Amazon-Bestsellerliste im Kindle Shop und sind mittlerweile auch in den Charts bei Thalia, Weltbild erfolgreich platziert. So wurden schließlich Buchverlage auf uns aufmerksam. Bastei Lübbe hat uns den Vorschlag gemacht, einen neuen Tony Braun-Thriller in ihrem Verlag zu publizieren. Uns hat damals das innovative Auftreten des Verlags und des dahinter stehenden Teams überzeugt und deshalb haben wir zugesagt.
Die Rattenkinder haben sich in den ersten Monaten bereits 100.000 Mal verkauft, was ein sehr großer Erfolg ist. Aber trotzdem werden wir die Zusammenarbeit mit diesem Verlag nicht weiter fortsetzen. Es gibt aber bereits ein neues spannendes Megaprojekt für das nächste Jahr, aber darüber dürfen wir noch nichts erzählen. Nur soviel: Es wird sehr spannend…
Wir werden immer Self-Publisher-Autoren bleiben, denn wir genießen auch die Freiheit, zu schreiben, was uns Spaß macht und der Erfolg bei unseren Lesern gibt uns Recht. Mittlerweile haben wir über eine Million Bücher verkauft.

Ich bin eine der vielen, vielen, begeisterten Leser. Leider finden sich auch immer mal Leser, die aus der Reihe tanzen. Wie geht ihr mit Kririk um?

Fundierte Kritik finden wir gut und wichtig. Aber natürlich ist uns positive Kritik lieber 😉
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Jetzt habe ich nur noch eine kleine brainstorminge Aufgabe für euch!
Mein Begriff meets eure spontanen Gedanken dazu…

Glück – muss man jeden Moment im Leben geniessen!
Chillen – ist wichtig um wieder kreativ arbeiten zu können
Social Media –  ist heutzutage nicht mehr wegzudenken und hat für unsere Arbeit große Bedeutung
Winter – in unserem Kopf ist immer Sommer
Blogger – sind sehr wichtig für uns!!!
Lesungen – machen wir gerne, aber lieber online;)
Fußball – sind wir zum ersten Mal mit dem Herzen dabei, da Österreich mitspielt (leider ist das Team in der Vorrunde ausgeschieden 😦 )
Lebensmotto – „Wir bereuen nichts im Leben, außer dem was wir noch nicht gemacht haben“
Lebenstraum – Leben wir jetzt;)

Bei meinem Blog haben sich im Laufe der Zeit zwei Motti entwickelt. Würdet ihr ihnen zustimmen, seht ihr sie differenziert oder sagt ihr, neee, das stimmt gar nicht?

Meine Überzeugung lautet „Bücher können Brücken bauen.“ – Stimmen wir voll und ganz zu.
Mein älterer Sohn hat mal vor gut einem Jahr den Satz „Bücher machen gesund“ vom Stapel gelassen.   Eine richtige Lebenseinstellung macht gesund und glücklich und ein Buch kann mich auf diesem Weg begleiten;)

Barbara und Christian, habt vielen Dank für eure interessanten Antwaorten…. Und auf das Geheimprojekt bin ich natürlich ganz besonders gespannt!

Die Bibliographie von B.C. Schiller findet ihr >>HIER<<
Auf der Homepage der beiden werdet ihr immer auf dem Laufenden gehalten und findet interessante Hintergrundinfos!

Mehr Beiträge rund um B.C. Schiller findet ihr hier!

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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